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Hormonelle Verhütung

Weil mehrere unterschiedliche Funktionsmechanismen kombiniert werden, gilt die hormonelle Empfängnisverhütung bei vorschriftsmässiger Einnahme mit einem Pearl-Index von deutlich unter 1 als die sicherste Verhütungsmethode überhaupt.

So funktioniert die hormonelle Verhütung

Die meisten hormonellen Verhütungsmittel enthalten eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Als Östrogen ist meist das synthetische Ethinylestradiol enthalten. Es wird bei "klassischen" Anti-Baby-Pillen mit verschiedenen Gestagenen kombiniert. Diese Kombinationspräparate helfen, einen unregelmässigen Zyklus zu regulieren und schmerzhafte, starke Mens-Blutungen zu lindern. Neben der Pille, die täglich geschluckt werden muss, gibt es zahlreiche Langzeit-Präparate, die auf gleiche Weise in den Hormonhaushalt eingreifen und damit eine Schwangerschaft verhindern, wie z.B. den Vaginalring oder das Verhütungspflaster. Das Hormondepot im Verhütungsmittel gibt über einen längeren Zeitraum stetig geringe Hormonmengen ins Blut ab.

Darüber hinaus gibt es aber auch reine Gestagenpräparate, etwa die sogenannte Minipille, die Dreimonatsspritze , das Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) und die Hormonspirale. Sie eignen sich für Frauen, die kein Östrogen vertragen, aber auch für die Verhütung in der Stillzeit.

Mit den ersten Anti-Baby-Pillen der 1960er Jahre mussten die Frauen noch eine viel höhere Hormondosierung und dadurch zahlreiche unangenehme Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Im Laufe der Jahre wurden die Hormonpräparate zur Empfängnisverhütung weiterentwickelt und verbessert und können nun mit einer sehr viel geringeren Dosierung sogar noch zuverlässiger wirken. Dennoch bleibt die Beeinflussung des Hormonhaushalts nicht immer ohne Folgen: Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Spannungsschmerzen in der Brust oder Stimmungsschwankungen können mehr oder weniger ausgeprägt sein – sie können aber auch ganz ausbleiben.

Die tägliche Hormondosis wird nach drei Wochen für eine Woche unterbrochen. Dann pausiert die Pilleneinnahme oder es werden Pillen ohne Wirkstoff geschluckt. Bei Depotpräparaten wie Vaginalring oder  Verhütungspflaster wird es jeweils im selben Rhythmus entfernt. Dann setzt eine Blutung ein, weil dem Körper keine Hormone mehr zugeführt werden. Diese Blutung infolge des Einnahmestopps wird als Abbruchblutung oder Hormonentzugsblutung bezeichnet.

Zunehmend mehr Frauen nehmen die Pille im Langzeitzyklus jeden Tag über mehrere Monate. Ohne die oben beschriebene Pause kommt es nicht zu einem Abfall des Hormonspiegels und einer Blutung, was Vorteile haben kann.

Die Einnahme bzw. Anwendung hormoneller Verhütung hat keine bleibenden Auswirkungen auf den natürlichen Hormonhaushalt. Wird die hormonelle Empfängnisverhütung abgesetzt, normalisieren sich die Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit schnell wieder auf das Niveau vor Beginn der Hormoneinnahme. Daher können Frauen bereits zwei Wochen nach Absetzen der Pille einen normalen Eisprung haben und schwanger werden. Eine Unterbrechung der Einnahme für einige Monate (die sog. "Pillenpause"), wie sie früher empfohlen wurde, um die eigene Hormonproduktion wieder in Gang zu bringen, ist nach Meinung der Fachleute bei den modernen Präparaten nicht mehr nötig. Und zu gefährlich: In dieser Pillenpause hat es zu viele ungewollte Schwangerschaften gegeben.

Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin beraten, welches Mittel am besten zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt und am besten vertragen wird. Bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren kann es auch sein, dass Hormonpräparate gar nicht verwendet werden dürfen. Auf jeden Fall sind bei Anwendung hormoneller Verhütungsmittel regelmässige Kontrolluntersuchungen grundsätzlich erforderlich.

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Letzte Aktualisierung : 18-09-18, BH

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