Anzeige
Blutentnahme bei einer Schwangeren
©
GettyImages

He­pa­ti­tis B und C


Die He­pa­ti­tis B und C wer­den durch den Kon­takt mit in­fi­zier­tem Blut und an­de­ren Kör­per­flüs­sig­kei­ten über­tra­gen, und zwar am häu­figs­ten durch Ge­schlechts­ver­kehr oder den ge­mein­sa­men Ge­brauch von In­jek­ti­ons­na­deln. Win­zi­ge Haut­ver­let­zun­gen kön­nen aus­rei­chen. Das He­pa­ti­tis-Vi­rus ist 100­mal an­ste­cken­der als das HI-Vi­rus, das AIDS aus­lö­sen kann. Im Jahr wer­den in der Schweiz 2-3000 In­fek­tio­nen re­gis­triert, v.a. in der Al­ters­grup­pe zwi­schen 15 und 40 Jah­ren.

Die Sym­pto­me sind wie bei der He­pa­ti­tis A all­ge­mei­ne Ab­ge­schla­gen­heit, Fie­ber, Übel­keit, Ge­lenk­be­schwer­den und nach we­ni­gen Ta­gen Gelb­sucht und dun­kel ver­färb­ter Urin. Die He­pa­ti­tis B kann auch ohne Sym­pto­me ver­lau­fen, was die An­ste­ckungs­ge­fahr er­höht. Die mitt­le­re Krank­heits­dau­er der He­pa­ti­tis B und C be­trägt 12 Wo­chen. In fast 90 % der Fäl­le heilt eine He­pa­ti­tis B ohne Fol­gen aus. In ca. 10 % der Fäl­le kann die Le­ber­ent­zün­dung vom Im­mun­sys­tem nicht be­kämpft wer­den und es ent­wi­ckelt sich eine chro­ni­sche Le­ber­in­fek­ti­on; in ca. 1 % tritt eine aku­te töd­li­che Le­ber­ne­kro­se auf, bei der das Le­ber­ge­we­be zer­stört wird. Bei der He­pa­ti­tis C ver­lau­fen etwa 50 % der Fäl­le chro­nisch. So­wohl bei der chro­ni­schen He­pa­ti­tis B als auch C be­steht die Ge­fahr ei­ner spä­te­ren Le­ber­zir­rho­se und ei­nes bös­ar­ti­gen Le­ber­tu­mors.

Im Rah­men der üb­li­chen Schwan­ger­schafts­vor­sor­ge wird des­halb bei al­len Schwan­ge­ren nach der 28. Wo­che das Blut auf eine He­pa­ti­tis-In­fek­ti­on un­ter­sucht. Denn be­reits wäh­rend der Schwan­ger­schaft kann Ihr Kind über die Pla­zen­ta an­ge­steckt wer­den, wenn Sie Vi­rus­trä­ge­rin sind oder sich wäh­rend der Schwan­ger­schaft in­fi­zie­ren. Aus die­sem Grund soll­ten wenn mög­lich dia­gnos­ti­sche Ein­grif­fe vor der Ge­burt (wie z.B. Frucht­was­ser­un­ter­su­chun­gen) ver­mie­den wer­den, da es durch eine sol­che Mass­nah­me zur In­fek­ti­on kom­men kann. Spä­tes­tens bei der Ge­burt (die durch­aus va­gi­nal mög­lich ist, ein Kai­ser­schnitt bringt je­den­falls kei­ne Vor­tei­le) fin­det dann eine Vi­rus­über­tra­gung über die ver­letz­ten müt­ter­li­chen Blut­ge­fäs­se statt. 20 bis 30 % der Kin­der wer­den so zu le­bens­lan­gen Trä­gern des He­pa­ti­tis-B-Vi­rus. Eine He­pa­ti­tis B- oder C-Er­kran­kung der Mut­ter ver­ur­sacht zwar kei­ne an­ge­bo­re­nen Fehl­bil­dun­gen beim Kind, kann aber zu ei­ner Früh­ge­burt, nied­ri­gem Ge­burts­ge­wicht oder zu ei­ner Le­ber­ent­zün­dung beim Fe­tus füh­ren. Durch eine Imp­fung bei der Ge­burt bzw. me­di­ka­men­tö­se Be­hand­lung des Kin­des kann je­doch das Ri­si­ko ei­ner Schä­di­gung durch die In­fek­ti­on ge­senkt wer­den.

Die von der Mut­ter auf das Kind über­tra­ge­nen HCV-An­ti­kör­per blei­ben ca. ein Jahr lang nach­weis­bar. Wäh­rend die­ser Zeit ist die In­fek­ti­on des Kin­des nur durch eine Be­stim­mung der HCV-RNA aus dem kind­li­chen Blut nach­zu­wei­sen bzw. aus­zu­schlies­sen. Die­se Un­ter­su­chun­gen sind be­reits ge­gen Ende der ers­ten Le­bens­wo­che mög­lich und sinn­voll, da nur bei ei­ner so früh­zei­tig be­gon­ne­nen Dia­gnos­tik eine Un­ter­schei­dung zwi­schen vor oder nach der Ge­burt er­wor­be­ner In­fek­ti­on mög­lich ist. Die Kin­der soll­ten da­nach in ca. drei­mo­na­ti­gen In­ter­val­len auf An­ti­kör­per und HCV-RNA nach­un­ter­sucht wer­den, bis die müt­ter­li­chen An­ti­kör­per voll­stän­dig ab­ge­baut sind. Dies ist nach spä­tes­tens 18 Mo­na­ten der Fall. HCV-po­si­ti­ve Müt­ter brau­chen nicht auf das Stil­len zu ver­zich­ten, eine Über­tra­gung über die Mut­ter­milch ist un­wahr­schein­lich und ab­hän­gig von der Vi­rus­last (An­ti­kör­per­dich­te) der Mut­ter.

Die Ge­fahr ei­ner In­fek­ti­on des Neu­ge­bo­re­nen durch eine mit He­pa­ti­tis B in­fi­zier­te Mut­ter ist da­ge­gen nach der Ge­burt am gröss­ten. Da­her muss das Neu­ge­bo­re­ne ak­tiv und pas­siv ge­impft wer­den, um mög­lichst eine chro­ni­sche Vi­rus­er­kran­kung zu ver­hin­dern. Stil­len ist durch­aus er­laubt, das In­fek­ti­ons­ri­si­ko über die Mut­ter­milch ist sehr ge­ring.

Auch ge­gen He­pa­ti­tis B kann man sich imp­fen las­sen! Da­mit ist ein wir­kungs­vol­ler Schutz gleich­zei­tig auch vor der He­pa­ti­tis A mög­lich. Für die He­pa­ti­tis C steht bis­lang noch kein Impf­stoff zur Ver­fü­gung. Da die He­pa­ti­tis sym­ptom­los ver­lau­fen kann, ist es emp­feh­lens­wert, vor ei­ner Schutz­imp­fung Blut auf schüt­zen­de An­ti­kör­per zu un­ter­su­chen. Lie­gen die­se An­ti­kör­per vor, ist eine Imp­fung nicht er­for­der­lich.

Letzte Aktualisierung: 21.05.2021, BH
Anzeige
Anzeige