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Paar beim Arzt
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Feig­war­zen (Con­dy­lo­me, HPV-In­fek­ti­on)


Für die Ent­ste­hung von gut­ar­ti­gen, steck­na­del­kopf­gros­sen Feig­war­zen im Schei­den- und Anal­be­reich (Con­dy­lo­ma­ta ac­cu­mi­na­ta) sind Pa­pil­lo­ma-Vi­ren (HP-Vi­ren) ver­ant­wort­lich. Sie sind in den War­zen ent­hal­ten und bei Kon­takt mit Haut, z.B. beim Ge­schlechts­ver­kehr, hoch­in­fek­ti­ös.

Wel­che Sym­pto­me ver­ur­sa­chen Feig­war­zen?


HPV-In­fek­tio­nen kön­nen auch still ver­lau­fen, ohne äus­se­re An­zei­chen. Meist er­schei­nen aber  frü­hes­tens ein paar Wo­chen nach der An­ste­ckung die War­zen:

  • Ein­zel­ne oder in Grup­pen auf­tre­ten­de War­zen an Ge­ni­ta­li­en (bei den Frau­en an den Scham­lip­pen und am Ge­bär­mut­ter­hals; bei den Män­nern auf der Vor­haut, am Pe­nis­schaft oder an der Harn­röh­ren­mün­dung; wei­ter am Anus oder spür- und sicht­bar im End­darm)

  • Bei Oral­sex kön­nen sich nach der An­ste­ckung War­zen an der Mund­schleim­haut bil­den.

  • Die Feig­war­zen wach­sen schnell und bil­den gan­ze blu­men­kohl­ähn­li­che Ge­bil­de.

  • Sel­ten kommt es zu Juck­reiz oder Bren­nen; durch klei­ne Ris­se kann Blut aus­tre­ten.

Die Dia­gno­se von HPV-In­fek­tio­nen


Feig­war­zen kön­nen so flach sein, dass sie mit den blos­sen Au­gen nicht er­kenn­bar sind. Um sie sicht­bar wer­den zu las­sen, be­tupft man die frag­li­chen Stel­len mit ver­dünn­ter Es­sig­säu­re; Feig­war­zen wer­den als weis­se Fel­der oder Tup­fen sicht­bar. Mit­tels ei­nes Spe­zi­al­mi­kro­skop kann der Frau­en­arzt, die Frau­en­ärz­tin den Ge­bär­mut­ter­hals un­ter­su­chen und ei­nen Ab­strich so­wie eine Ge­we­be­pro­be (Bi­op­sie) ent­neh­men. Die­se wer­den auf HPV un­ter­sucht. Zur ge­naue­ren Ab­klä­rung wird der Arzt zu­sätz­lich eine Rek­to­sko­pie (Spie­ge­lung des End­dar­mes) vor­neh­men. Durch eine mo­le­ku­lar­bio­lo­gi­sche Un­ter­su­chung kann das Erb­gut des HP-Vi­rus er­mit­telt und da­mit die Vi­rus-Un­ter­grup­pe (s.u.) be­stimmt wer­den.

Wie kann man sich vor HPV schüt­zen?


Das Ri­si­ko, sich mit HPV im Ge­ni­tal­be­reich an­zu­ste­cken, kann durch die Ver­wen­dung von Kon­do­men beim Ge­schlechts­ver­kehr und stren­ge Hy­gie­ne in Schwimm­bä­dern und Sau­nen ver­rin­gert wer­den. Klei­ne Haut­ver­let­zun­gen, Feuch­tig­keit, eine ge­schwäch­te Im­mun­ab­wehr so­wie be­vor­ste­hen­de Ent­zün­dun­gen sind be­güns­ti­gen­de Fak­to­ren für eine HP-Vi­rus­über­tra­gung. An­de­re Be­gleit­fak­to­ren kön­nen sein: Rau­chen, Dro­gen­miss­brauch wie Can­na­bis und Ko­ka­in so­wie die Ein­nah­me von im­mun­sup­pres­si­ven Me­di­ka­men­ten. Eine in­tak­te Schei­den­flo­ra er­schwert hin­ge­gen das An­wach­sen der Vi­ren.

Con­dy­lo­me in der Schwan­ger­schaft - Ge­fahr für's Baby?


Nach bis­he­ri­gem Wis­sens­stand sind HP-Vi­ren in der Schwan­ger­schaft nicht di­rekt ge­fähr­lich für das Un­ge­bo­re­ne. Bei der Ge­burt ist eine Über­tra­gung der Vi­ren auf das Neu­ge­bo­re­ne al­ler­dings mög­lich. Frau­en mit po­si­ti­vem HPV-Nach­weis ha­ben aus­ser­dem ein et­was hö­he­res Ri­si­ko für eine Früh­ge­burt.

Des­halb soll­ten die Feig­war­zen etwa um die 34. Schwan­ger­schafts­wo­che be­han­delt wer­den. Das ist ei­ner­seits früh ge­nug, um eine kom­plet­te Ab­hei­lung vor der Ent­bin­dung si­cher­zu­stel­len. An­de­rer­seits kann man dann si­cher sein, dass bis zur Ge­burt kei­ne neu­en Kon­dy­lo­me auf­tre­ten. Eine lo­ka­le Be­hand­lung mit ei­ner spe­zi­el­len Sal­be oder Tink­tur (Po­ly­phe­non® E, Podo­phyl­lo­to­xin, Tri­chlores­sig­säu­re) ist auch in der Schwan­ger­schaft er­laubt. Die wir­kungs­volls­te The­ra­pie be­steht je­doch dar­in, die War­zen durch La­ser­be­hand­lung, Ver­ei­sung mit flüs­si­gem Stick­stoff, Elek­tro-Ko­agu­la­ti­on oder chir­ur­gisch zu ent­fer­nen. Trotz­dem ist in ca. ei­nem Fünf­tel der Fäl­le mit ei­nem Wie­der­auf­tre­ten (Re­zi­div) zu rech­nen.

Was muss bei der Ge­burt mit Ge­ni­tal­war­zen be­ach­tet wer­den?


Nor­ma­ler­wei­se ist eine va­gi­na­le Ge­burt mög­lich. Nur bei sehr aus­ge­dehn­tem Be­fall wäre even­tu­ell ein Kai­ser­schnitt an­ge­bracht. Kin­der, die sich bei der Ge­burt an­ste­cken, kön­nen nach ei­ni­gen Mo­na­ten auch wie­der HPV-frei sein und kei­ner­lei Sym­pto­me ent­wi­ckeln. Von 1000 Ge­bur­ten, bei de­nen die Mut­ter Ge­ni­tal­war­zen auf­weist, sind etwa sie­ben Kin­der von krank­haf­ten Ver­än­de­run­gen durch HPV be­trof­fen. Die­se so ge­nann­te Pa­pil­lo­ma­to­se kann zu Ge­webs­wu­che­run­gen im Be­reich des Kehl­kop­fes, der Stimm­bän­der und der Schleim­häu­te von Mund und Nase füh­ren. Die Er­kran­kung ent­wi­ckelt sich dann meist in den ers­ten fünf Le­bens­jah­ren des Kin­des und muss je nach Aus­mass be­han­delt wer­den.

Zer­vix­kar­zi­nom und HPV


Ge­bär­mut­ter­hals­krebs (Zer­vix­kar­zi­nom), die zweit­häu­figs­te krebs­be­ding­te To­des­ur­sa­che bei Frau­en zwi­schen 15 und 44 Jah­ren, wird haupt­säch­lich durch be­stimm­te Un­ter­ty­pen von Pa­pil­lo­ma­vi­ren (16 und 18) ver­ur­sacht. Neu­er­dings gibt es ei­nen Impf­stoff (HPV-Imp­fung), der da­ge­gen schüt­zen kann. Die­se Imp­fung wird für jun­ge Mäd­chen im Teen­ager­al­ter (mög­lichst vor dem ers­ten se­xu­el­len Kon­takt) emp­foh­len, kann aber auch für er­wach­se­ne Frau­en von Nut­zen sein. Zu­sam­men mit re­gel­mäs­si­gen Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen er­gibt sich so eine wirk­sa­me Vor­beu­gung ge­gen Ge­bär­mut­ter­hals­krebs. So konn­te in Aus­tra­li­en die Zahl der Ge­bär­mut­ter­hals­krebs-Fäl­le in­ner­halb von vier Jah­ren um fast 40% re­du­ziert wer­den. Weil noch nicht ge­nü­gend Er­fah­run­gen mit der Imp­fung in der Schwan­ger­schaft vor­lie­gen, soll­te in die­ser Zeit je­doch nicht ge­impft wer­den. Ein vor der Schwan­ger­schaft be­gon­ne­nes Impf­pro­gramm kann nach der Ent­bin­dung fort­ge­setzt wer­den.

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