Anzeige
Blumige Darstellung des Uterus
©
iStock

Die Ge­bär­mut­ter


In der Ge­bär­mut­ter (Ute­rus) wächst Ihr Baby von der be­fruch­te­ten Ei­zel­le über die Em­bryo­nal­pha­se als Foe­tus bis zur Ge­burt her­an. Die Be­fruch­tung sel­ber fin­det im Ei­lei­ter statt - die Ge­bär­mut­ter hat nur die Funk­ti­on, das her­an­wach­sen­de Kind bis zu der Ge­burt zu schüt­zen und zu um­sor­gen. Eine Hor­mon­pro­duk­ti­on fin­det in der Ge­bär­mut­ter nicht statt.

Form und Funk­ti­on der Ge­bär­mut­ter


Die Ge­bär­mut­ter (der Ute­rus) äh­nelt in Grös­se und Form ei­ner um­ge­dreh­ten Bir­ne. In ih­rem In­ne­ren ist sie von den Ei­häu­ten, der Frucht­bla­se, aus­ge­klei­det. Der un­te­re, schma­le Teil wird Ge­bär­mut­ter­hals (Zer­vix oder Cer­vix) ge­nannt, der obe­re wei­te Teil heisst Ge­bär­mut­ter­kör­per (Cor­pus). Den obe­ren Ge­bär­mut­ter­rand nennt man auch Fun­dus. Die Zer­vix ist etwa 4 cm lang und in der Schwan­ger­schaft fest ver­schlos­sen, um das her­an­wach­sen­de Baby zu schüt­zen und zu hal­ten.

Pro­ges­te­ron sorgt da­für, dass sich der Schleim am Mut­ter­mund ver­dickt und ei­nen Pfropf bil­det, der den Ge­bär­mut­ter­mund (die Por­tio) ver­schliesst. Erst in den letz­ten Wo­chen vor der Ge­burt, manch­mal so­gar erst un­ter den We­hen, wird die Zer­vix kür­zer und wei­ter, und der Schleim­pfropf wird ab­ge­stos­sen. Ver­kürzt und öff­net sich die Zer­vix al­ler­dings schon frü­her, was man als Zer­vi­x­in­suf­fi­zi­enz oder Mut­ter­mund­schwä­che be­zeich­net, be­steht ein In­fek­ti­ons- und Früh­ge­burts­ri­si­ko.

Die Ein­nis­tung


Etwa eine Wo­che nach der Emp­fäng­nis – und si­cher noch be­vor Sie ge­merkt ha­ben, dass Sie schwan­ger sind – nis­tet sich die be­fruch­te­te Ei­zel­le in der Ge­bär­mut­ter­wand ein, die als Vor­be­rei­tung auf die­se so­ge­nann­te Ni­da­ti­on be­reits auf­ge­lo­ckert ist. Da­bei kann es zu ei­ner klei­nen Schmier­blu­tung kom­men (Ein­nis­tungs­blu­tung).

Es kann je­doch vor­kom­men, dass sich eine Ei­zel­le an ei­ner an­de­ren Stel­le ein­nis­tet, wie bei­spiels­wei­se in ei­nem der bei­den Ei­lei­ter. In die­sem Fall spricht man von ei­ner extrau­te­ri­nen Schwan­ger­schaft. Schwan­ger­schaf­ten aus­ser­halb der Ge­bär­mut­ter müs­sen um­ge­hend me­di­zi­nisch be­han­delt wer­den. Ers­te An­zei­chen sind Blu­tun­gen so­wie Schmer­zen, die in der ei­nen Un­ter­leibs­sei­te stär­ker zu spü­ren sind als in der an­de­ren.

Nach der Ein­nis­tung


Prak­tisch un­mit­tel­bar nach dem Ein­nis­ten der be­fruch­te­ten Ei­zel­le be­ginnt die Ge­bär­mut­ter, sich zu ver­grös­sern. Wahr­neh­men wer­den Sie die Ge­bär­mut­ter aber in der Re­gel erst am Ende des ers­ten Tri­me­nons, wenn sie über die Scham­bein­fu­ge hin­aus­wächst. Ei­ni­ge Frau­en spü­ren schon zu ei­nem sehr frü­hen Zeit­punkt im Un­ter­leib ein Ge­fühl der Schwe­re so­wie Schmer­zen im Be­cken­be­reich, die Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den äh­neln und durch die stär­ke­re Durch­blu­tung so­wie die Auf­lo­cke­rung des Ge­bär­mut­ter­ge­we­bes und die Deh­nung der Mut­ter­bän­der ver­ur­sacht wer­den. Die Ge­bär­mut­ter­mus­keln ver­di­cken sich eben­falls, des­halb hat sich Ihr Tail­len­um­fang zum Ende des ers­ten Tri­me­nons schon ver­grös­sert.

Nicht sel­ten fin­det man bei den Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen in der Schwan­ger­schaft Myo­me der Ge­bär­mut­ter­wand, die aber in den meis­ten Fäl­len kei­ne ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den Schwan­ger­schafts­ver­lauf ha­ben.

Im zwei­ten Schwan­ger­schafts­drit­tel


Ab der 16. Schwan­ger­schafts­wo­che, wenn die ver­grös­ser­te Ge­bär­mut­ter über die Scham­bein­fu­ge hin­aus­wächst, sieht man Ih­nen mög­li­cher­wei­se be­reits an, dass Sie schwan­ger sind. Das hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab, bei­spiels­wei­se da­von, wie oft Sie schon schwan­ger wa­ren und wie gross Ihr Baby zu die­sem Zeit­punkt ist. Auch Kör­per­grös­se und Kör­per­bau spie­len eine Rol­le; wes­halb zier­li­che Frau­en frü­her schwan­ger aus­se­hen.

Im letz­ten Schwan­ger­schafts­drit­tel


Zum Ende des zwei­ten bzw. zu Be­ginn des drit­ten Tri­me­nons hat Ihr Kör­per­um­fang schon so­viel zu­ge­nom­men, dass Ih­nen das Schlaf­pro­ble­me be­rei­tet. Dann wölbt sich bei vie­len Frau­en durch den Druck der Ge­bär­mut­ter der Bauch­na­bel et­was her­vor, was sich je­doch nach der Ge­burt wie­der zu­rück­bil­det. Dar­über hin­aus sind in die­sem Sta­di­um zu­neh­mend kur­ze, schmerz­lo­se Kon­trak­tio­nen der Ge­bär­mut­ter zu spü­ren, so­ge­nann­te Vor­we­hen, die die Durch­blu­tung för­dern und den Kör­per auf die ech­ten We­hen vor­be­rei­ten.

Die Ge­bär­mut­ter­grös­se in den ver­schie­de­nen Pha­sen der Schwan­ger­schaft


4. SSW: Ge­bär­mut­ter ist nor­mal gross
8. SSW: Ge­bär­mut­ter ist so gross wie ein Gän­se­ei
12. SSW: Ge­bär­mut­ter ist so gross wie eine Faust
16. SSW: Ge­bär­mut­ter reicht bis zwei Quer­fin­ger über das Scham­bein
20. SSW: obe­rer Ge­bär­mut­ter­rand steht drei Quer­fin­ger un­ter­halb des Na­bels
24. SSW: obe­rer Ge­bär­mut­ter­rand steht in Höhe des Na­bels
28. SSW: obe­rer Ge­bär­mut­ter­rand steht drei Quer­fin­ger ober­halb des Na­bels
32. SSW: obe­rer Ge­bär­mut­ter­rand steht zwi­schen Na­bel und Brust­bein
36. SSW: obe­rer Ge­bär­mut­ter­rand steht am Rip­pen­bo­gen
40. SSW: obe­rer Ge­bär­mut­ter­rand steht zwei Quer­fin­ger un­ter dem Rip­pen­bo­gen.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Nor­ma­ler­wei­se neigt sich die Ge­bär­mut­ter nach vor­ne zum Scham­bein hin, sie kann aber auch et­was nach hin­ten „ab­ge­knickt“ sein. Im Ver­lauf der Schwan­ger­schaft streckt sich die Ge­bär­mut­ter. Ein vor­her nach hin­ten ge­rich­te­ter (re­tro­ver­tier­ter) Ute­rus sieht dann ge­nau­so aus wie ein nach vor­ne …
Eine ab­ge­knick­te (re­tro­ver­tier­te) Ge­bär­mut­ter kann eine Ur­sa­che sein. Wenn die Ge­bär­mut­ter nach hin­ten, also in Rich­tung Kreuz­bein, zeigt, ent­steht dort vor al­lem zu Be­ginn der Schwan­ger­schaft ein star­ker Druck. Schla­fen Sie so­lan­ge es noch geht in der Bauch­la­ge, even­tu­ell mit Kis­sen ab­ge­stützt. Sc…
Letzte Aktualisierung: 07.12.2020, BH
Anzeige
Anzeige