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Krampf­adern in der Schwan­ger­schaft

Vie­le Schwan­ge­re lei­den un­ter ei­ner Ve­nen­schwä­che. Wie Sie vor­beu­gen kön­nen, da­mit es nicht zu Krampf­adern kommt.

Frau schaut auf ihre schmerzenden Beine
©
iStock

Frau­en mit ei­ner ent­spre­chen­den Ver­an­la­gung (Bin­de­ge­webs­schwä­che und/oder erb­li­che Be­las­tung) be­kom­men oft Be­sen­rei­ser und Krampf­adern (Va­ri­zen) an den Bei­nen, und das wird durch die Schwan­ger­schafts­hor­mo­ne noch be­güns­tigt.

Wie ent­ste­hen Krampf­adern?


Die hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen so­wie der stär­ke­re Druck auf die Blut­ge­fäs­se (un­ter an­de­rem durch das grös­se­re Kör­per­ge­wicht be­dingt) be­wir­ken näm­lich ein Er­schlaf­fen der Blut­ge­fäss­wän­de. Auch durch die ver­grös­ser­te Ge­bär­mut­ter und das Ge­wicht des Ba­bys wird im un­te­ren Teil des Kör­pers die Blut­zir­ku­la­ti­on be­ein­träch­tigt, der Druck auf die Bauch-und Be­cken­ve­nen nimmt zu und das ve­nö­se Blut wird zu­rück­ge­staut. Die Ve­nen­klap­pen er­schlaf­fen und das Baby wird im­mer schwe­rer und be­ein­träch­tigt die Blut­zir­ku­la­ti­on.

Am häu­figs­ten tre­ten Krampf­adern an den Bei­nen auf. Aber durch den er­höh­ten Druck im Be­cken kön­nen sich Krampf­adern auch im Va­gi­nal­be­reich oder am Af­ter bil­den (Hä­mor­rhoi­den). Wenn Sie un­ter Krampf­adern im Be­reich der Vul­va (Scham­be­reich) lei­den, ist es be­son­ders wich­tig, dass im Lie­gen die Füs­se und das Be­cken z.B. mit ei­nem Kis­sen leicht an­ge­ho­ben sind. Bei der Ge­burt stö­ren sol­che Krampf­adern aber in der Re­gel nicht. Nach der Ge­burt bil­den sie sich meist zu­rück.

Va­ri­zen kön­nen ge­fähr­lich sein


Krampf­adern sind je­doch nicht nur kos­me­tisch un­schön, sie kön­nen Ve­nen­ent­zün­dun­gen und Throm­bo­sen nach sich zie­hen und ein ge­sund­heit­li­ches Ri­si­ko sein. Des­halb soll­ten Sie der Ent­ste­hung von Krampf­adern so­weit es geht vor­beu­gen. Bei schon vor­han­de­nen Krampf­adern sind ent­spre­chen­de lin­dern­de Mass­nah­men  be­son­ders wich­tig.

Wie kann man Krampf­adern vor­beu­gen?


  • Brin­gen Sie die Mus­kel­pum­pe in Schwung durch in­ten­si­ve Be­we­gung wie Ge­hen, Wan­dern oder Nor­dic Wal­king, Rad­fah­ren, Tan­zen und Ski­lang­lauf. Ein zü­gi­ger Spa­zier­gang von min­des­tens 30 Mi­nu­ten täg­lich tut gut. Häu­fi­ges und schnel­les Stop­pen, wie zum Bei­spiel beim Ten­nis oder Squash, ist eher un­güns­tig.

  • Beim Schwim­men ent­las­tet aus­ser­dem der Druck des Was­sers die Bei­ne und Ve­nen, und das eher küh­le Was­ser wirkt sich po­si­tiv auf die Ve­nen aus - sie zie­hen sich bei Käl­te zu­sam­men.  

  • Aber auch lau­warm-kal­te Wech­sel­du­schen stär­ken die Ve­nen.

  • Häu­fi­ges und län­ge­res Ste­hen soll­ten Sie ver­mei­den. Be­we­gen Sie zwi­schen­durch die Füs­se oder ge­hen Sie auf Ze­hen­spit­zen, um die Blut­zir­ku­la­ti­on an­zu­re­gen.

  • Un­ter­stüt­zen Sie den ve­nö­sen Rück­strom des Blu­tes, in­dem Sie die Bei­ne mehr­mals täg­lich hoch­le­gen und nachts mit hoch­ge­la­ger­ten Bei­nen schla­fen. Stel­len Sie das Fus­sen­de des Bet­tes um 10 bis 15 cm hoch oder le­gen Sie ein Kis­sen dar­un­ter. Auch Bein­gym­nas­tik im Lie­gen, z.B. in der Luft ra­deln, ist sehr gut.

  • Be­nut­zen Sie ei­nen Fuss­sche­mel bei sit­zen­der Tä­tig­keit. Wenn Sie in Ih­rem Be­ruf län­ge­re Zeit sit­zen müs­sen, kön­nen Sie eben­falls im­mer wie­der klei­ne­re Fuss­übun­gen ein­schal­ten, so als müss­ten Sie eine alte Näh­ma­schi­ne in Gang hal­ten.

  • Schla­gen Sie beim Sit­zen die Bei­ne nicht über­ein­an­der, die Blut­zir­ku­la­ti­on wird da­durch be­hin­dert.

  • Beu­gen Sie Ver­stop­fung vor: Er­näh­ren Sie sich bal­last­stoff­reich mit we­ni­ger tie­ri­schem Ei­weiss.

  • Be­hal­ten Sie Ihr Ge­wicht im Auge. Ex­zes­si­ve Ge­wichts­zu­nah­me för­dert die Ent­ste­hung von Krampf­adern.

  • Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihre Klei­dung nir­gends ein­schnürt. Enge Ho­sen oder Stie­fel und Knie­strümp­fe sind tabu. Fla­che Ab­sät­ze trai­nie­ren die Wa­den­mus­ku­la­tur bes­ser als Stö­ckel­schu­he.

  • Tra­gen Sie eine leich­te Stütz­strumpf­ho­se, vor al­lem wenn Sie viel ste­hen oder län­ge­re Zeit sit­zen müs­sen, z.B. auf län­ge­ren Auto- und Flug­rei­senKom­pres­si­ons­strümp­fe am bes­ten mor­gens noch im Lie­gen an­zie­hen. 

  • Heis­se Voll­bä­der sind bei Krampf­adern un­güns­tig. Das­sel­be gilt für Sau­na und So­la­ri­um und die Haar­ent­fer­nung mit Heiss­wachs.

Lin­de­rung für schwe­re Bei­ne und Krampf­adern


  • Bei aus­ge­präg­ten Krampf­adern soll­ten Sie schon ganz früh in­di­vi­du­ell an­ge­pass­te Kom­pres­si­ons­strümp­fe tra­gen. Mög­li­cher­wei­se wer­den Ih­nen auch Me­di­ka­men­te ver­ord­net.

  • An heis­sen Ta­gen sind küh­le Du­schen von den Füs­sen auf­wärts emp­feh­lens­wert,  

  • Küh­len Sie die be­trof­fe­nen Ge­bie­te mit kal­ten Um­schlä­gen oder Obs­tes­sig­wa­schun­gen.

  • Auch sanf­te (!) Bürs­ten­mas­sa­gen tun Ih­ren Bei­nen gut.  

  • Pflanz­li­che Sal­ben, Gele oder Cremes, z.B. mit Ross­kas­ta­nie, Rin­gel­blu­me, Zy­pres­se, Wein­laub, Ar­ni­ka, Ca­len­du­la, Myr­te, Wa­chol­der, Ha­ma­me­lis oder Mäu­se­dorn, sind zwar in ih­rer Un­be­denk­lich­keit bei Schwan­ge­ren noch nicht aus­rei­chend ge­tes­tet wor­den, aber es scheint ex­trem un­wahr­schein­lich, dass durch die lo­ka­le An­wen­dung - zu­min­dest in den letz­ten zwei Drit­teln der Schwan­ger­schaft - eine Ge­fahr für die kind­li­che Ent­wick­lung aus­geht. Die Prä­pa­ra­te sind be­son­ders wohl­tu­end, wenn sie im Kühl­schrank auf­be­wahrt wer­den.

  • Ein an­de­res Haus­mit­tel: Quar­k­um­schlä­ge. Kal­ter Ma­ger­quark wird auf ein Baum­woll- oder Lei­nen­tuch ge­stri­chen und um das Bein ge­wi­ckelt. So­lan­ge wir­ken las­sen, bis der Quark von der Haut brö­ckelt.

  • Bei Va­ri­zen im Schei­den­be­reich hel­fen küh­len­de Kom­pres­sen, z.B. eine Bin­de mit Gel. La­gern Sie im Lie­gen das Be­cken und die Bei­ne mit ei­nem Kis­sen et­was hö­her.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

In den letz­ten Schwan­ger­schafts­wo­chen drückt der Kopf des Ba­bys auf die Be­cken­ve­nen. Das ve­nö­se Blut wird ge­staut, was wie­der­um zu Krampf­adern im Schei­den­be­reich (Vul­va­va­ri­zen) führt. Die Haut ist ge­reizt und juckt, ein dump­fer Schmerz oder Schwe­re­ge­fühl kann auf­tre­ten. Meist bil­den sich die­se …
Nein, nicht alle, aber im­mer­hin etwa die Hälf­te al­ler Schwan­ge­ren. Die Blut­ge­fäs­se sind durch die Schwan­ger­schafts­hor­mo­ne zu­sätz­lich weit ge­stellt, der ve­nö­se Rück­fluss zum Her­zen ist ge­stört. So staut sich das Blut in den Ve­nen der un­te­ren Kör­per­hälf­te, die auf der Haut die un­re­gel­mäs­si­gen, …
Hä­mor­rhoi­den bil­den sich nor­ma­ler­wei­se kurz nach der Ge­burt zu­rück. Sie kön­nen dies mit re­gel­mäs­si­ger Be­cken­bo­den­gym­nas­tik un­ter­stüt­zen. Hart­nä­cki­ge Ver­stop­fung führt ge­gen Ende der Schwan­ger­schaft häu­fig zu Hä­mor­rhoi­den. Der Druck der Ge­bär­mut­ter oder des kind­li­chen Köpf­chens auf die Blut­ge­fäs­se …
Letzte Aktualisierung: 07.07.2022, BH

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