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Znüni in der Kita
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Fra­gen und Ant­wor­ten rund ums ge­sun­de Znü­ni


"Znü­ni ässe" - ein all­täg­li­ches Ri­tu­al im Kin­der­all­tag, das nicht sel­ten für Dis­kus­sio­nen sorgt. Mal ge­rät eine Schul­lei­tung in die Schlag­zei­len, weil sie Ba­na­nen und Dörr­obst vom Pau­sen­hof ver­ban­nen will, mal fürch­ten El­tern um ih­ren gu­ten Ruf bei der Kin­der­gärt­ne­rin, weil sie dem Kind manch­mal in der Eile ei­nen zu­cker­süs­sen Ge­trei­de­rie­gel mit­ge­ben. Als wäre es nicht schon an­stren­gend ge­nug, all die ge­schrie­be­nen und un­ge­schrie­be­nen Znü­ni-Re­geln ein­zu­hal­ten, ran­ken sich um die ers­te Zwi­schen­mahl­zeit des Ta­ges auch noch ei­ni­ge My­then, die sich par­tout nicht aus­rot­ten las­sen.

Er­setzt ein Ap­fel wirk­lich die Zahn­bürs­te?


Es stimmt ja schon: Nach dem kräf­ti­gen Biss in den Ap­fel füh­len sich die Zäh­ne an­ge­nehm glatt und sau­ber an. Dann hat die Gross­ma­ma be­stimmt recht, wenn sie sagt, man müs­se sich die Zäh­ne nicht put­zen, wenn man ei­nen Ap­fel ge­ges­sen habe? Lei­der stimmt das nicht. Zwar wird durch das Kau­en des har­ten Frucht­flei­sches das Zahn­fleisch mas­siert und auch der Spei­chel­fluss wird an­ge­regt, was sich po­si­tiv auf die Zahn­ge­sund­heit aus­wirkt. Doch aus dem in Äp­feln ent­hal­te­nen Frucht­zu­cker bil­den sich Säu­ren, wel­che die Ent­ste­hung von Ka­ri­es be­güns­ti­gen. Zu­dem grei­fen Frucht­säu­ren den Zahn­schmelz an. So ge­sund Äp­fel auch sein mö­gen - Zahn­bürs­te und Zahn­pas­ta er­set­zen sie nicht.

Ba­na­nen zum Znü­ni- kei­ne gute Idee?


Ba­na­nen ha­ben in vie­len Ki­tas, Kin­der­gär­ten und Pri­mar­schu­len ei­nen schwe­ren Stand. We­gen ih­res ho­hen Frucht­zu­cker­an­teils wer­den sie an man­chen Or­ten gar ganz vom Znü­ni­zet­tel ge­stri­chen. Ei­ner­seits ver­ständ­lich, denn der Zu­cker bleibt ja tat­säch­lich an den Zäh­nen haf­ten, was sich un­güns­tig auf die Zahn­ge­sund­heit aus­wirkt, wenn man sich nach der Zwi­schen­mahl­zeit die Zäh­ne nicht put­zen kann. An­de­rer­seits aber auch scha­de, denn die Ba­na­ne lie­fert nicht nur viel En­er­gie für zwi­schen­durch, sie ent­hält auch vie­le Mi­ne­ral­stof­fe, un­ter an­de­rem Ka­li­um und Ma­gne­si­um, die für die Funk­ti­on von Ner­ven und Mus­keln wich­tig sind. Und auch wenn die Ba­na­ne im All­ge­mei­nen nicht ge­ra­de zu den vit­amin­reichs­ten Obst­sor­ten ge­hört: Ihr Ge­halt an Vit­amin B6 liegt deut­lich hö­her als der von an­de­ren Früch­ten. Es spricht also ei­ni­ges da­für, dass Sie Ih­rem Kind ab und zu eine Ba­na­ne mit­ge­ben. Zum Schutz der Zäh­ne soll­te es nach dem Es­sen je­doch den Mund gut mit Was­ser spü­len.

"Voll­korn", "fett­re­du­ziert", "ohne Zu­cker­zu­satz" - aber ist es auch ge­sund?


Vie­le fer­tig ge­kauf­te Snacks ha­ben ei­nen schlech­ten Ruf. Zu Recht, denn oft ent­hal­ten sie viel Fett, Zu­cker, Salz und Zu­satz­stof­fe. Da­mit auch ge­sund­heits­be­wuss­te Kun­den zu­grei­fen, wird oft da­mit ge­wor­ben, wie viel ge­sün­der das ei­ge­ne Pro­dukt im Ver­gleich zu an­de­ren sei. Doch nur weil die Chips "50 Pro­zent we­ni­ger Fett" ent­hal­ten, sind sie nicht plötz­lich eine voll­wer­ti­ge Zwi­schen­mahl­zeit. Der Mües­li­rie­gel mit "Voll­korn-Ha­fer­flo­cken und ex­tra vie­len Nüs­sen" ent­hält meist gleich viel Zu­cker wie das an­geb­lich we­ni­ger ge­sun­de Kon­kur­renz­pro­dukt. Und wenn es auf der Pa­ckung heisst: "ohne Zu­ga­be von Kris­tall­zu­cker" be­deu­tet dies noch lan­ge nicht, dass das Pro­dukt auch wirk­lich zu­cker­frei ist. Nicht die Wer­be­bot­schaft ist ent­schei­dend, son­dern die Zu­ta­ten­lis­te - und dort zeigt sich oft, dass es mit der "ge­sun­den Al­ter­na­ti­ve" nicht weit her ist. 

Gel­ten für Pro­duk­te, die spe­zi­ell für Kin­der her­ge­stellt sind, nicht stren­ge­re Wer­be­vor­schrif­ten?


Für Säug­lings­an­fangs­nah­rung, Fol­ge­nah­rung und Bei­kost gibt es be­züg­lich Wer­bung, Auf­ma­chung der Pro­duk­te, Zu­sam­men­set­zung und Kenn­zeich­nung tat­säch­lich ganz kla­re Vor­ga­ben. Für all die knall­bun­ten Pro­duk­te, die zwi­schen Kin­der­sen­dun­gen be­wor­ben wer­den und die in den Lä­den oft so plat­ziert sind, dass die Klei­nen sie pro­blem­los aus dem Re­gal neh­men kön­nen, gel­ten die­se Vor­ga­ben je­doch nicht. Auf die Ge­sund­heits­ver­spre­chen aus den Wer­be­spots kön­nen Sie sich da­her nicht ver­las­sen.

Muss das Kind früh­stü­cken, wenn es aus­rei­chend Znü­ni isst?


Man­che Kin­der brin­gen früh­mor­gens kei­nen Bis­sen run­ter und mö­gen erst in der gros­sen Pau­se et­was es­sen. Grund­sätz­lich ist es si­cher nicht falsch, wenn Kin­der ler­nen, auf den Kör­per zu hö­ren und nicht ein­fach zu es­sen, weil "man das halt so macht". Den­noch ist es wich­tig, am Mor­gen schon En­er­gie zu tan­ken und nicht zu war­ten, bis sich Heiss­hun­ger ent­wi­ckelt. Bes­ser als mit lee­rem Ma­gen star­ten Früh­stücks­muf­fel mit ei­nem Glas Milch in den Tag. Man­che las­sen sich viel­leicht auch für ei­nen frisch ge­mix­ten Smoot­hie aus Sai­son­früch­ten be­geis­tern.

Kann man Obst und Ge­mü­se durch Frucht­saft er­set­zen?


Frucht­säf­te ent­hal­ten vie­le Vit­ami­ne - da kann man dem Kind doch auch mal ei­nen Saft mit­ge­ben, wenn kei­ne Zeit bleibt, um Ap­fel­schnit­ze zu schnei­den, nicht wahr? Dies trifft nur sehr ein­ge­schränkt zu. Pro Tag soll­te ma­xi­mal eine Por­ti­on Obst auf die­se Wei­se er­setzt wer­den, denn auch Säf­te, die zu 100% aus Früch­ten be­stehen, ha­ben von Na­tur aus ei­nen ho­hen Zu­cker­ge­halt. Zu­dem feh­len die für die Ver­dau­ung wich­ti­gen Nah­rungs­fa­sern. Frucht­nek­tare und Ta­fel­ge­trän­ke mit Frucht­saft sind gar nicht ge­eig­net als Er­satz für Obst, denn sie ha­ben ei­nen ge­rin­ge­ren Frucht­an­teil, sind mit Zu­cker ge­süsst und da­her ver­gleich­bar mit Süss­ge­trän­ken. Es gibt noch ei­nen wei­te­ren Grund, war­um pure Frucht­säf­te zum Znü­ni kei­ne gute Idee sind: Vie­le Kin­der ge­wöh­nen sich schnell an den süs­sen Ge­schmack und ha­ben bald ein­mal kei­ne Lust mehr, den Durst mit "fa­dem" Lei­tungs­was­ser, un­ge­süss­tem Tee oder ver­dünn­tem Saft zu stil­len.

Darf es auch mal eine un­ge­sun­de Zwi­schen­mahl­zeit sein?


Na­tür­lich ist ein Rüeb­li zum Znü­ni bes­ser als ein Cup­ca­ke mit di­cker Zu­cker­gla­sur. An be­son­de­ren Ta­gen - zum Bei­spiel, wenn ein Kind im Kin­der­gar­ten Ge­burts­tag fei­ert - soll­ten Aus­nah­men aber er­laubt sein. Was strik­te ver­bo­ten ist, reizt erst recht und wer wünscht sich schon, dass das Kind bald heim­lich sein gan­zes Ta­schen­geld für Schleck­zeug und Chips aus­gibt? Ist das Znü­ni mal zu süss oder zu fet­tig aus­ge­fal­len, gibt es halt mit­tags fri­sches Obst als Des­sert.

Letzte Aktualisierung: 25.03.2020, TV
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