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Lupe Recht

Ba­by­sit­ter: AHV, Un­fall­ver­si­che­rung, Steu­er­erklä­rung


Seit dem 1. Ja­nu­ar 2015 schreibt das Ge­setz vor, dass Per­so­nen, die bei Ih­nen Haus­dien­st­ar­beit ver­rich­ten, bei­trags­pflich­tig sind. Das heisst Sie müs­sen So­zi­al­ver­si­che­rungs­be­trä­ge ab­re­che­nen, wenn auch der Lohn tie­fer als CHF 2300.-- im Jahr ist. Als Haus­dien­st­ar­beit sind fol­gen­de Tä­tig­kei­ten zu ver­ste­hen:

  • Raum­pfle­ger/-in

  • Au-Pair-Mäd­chen/-Jun­ge

  • Kin­der­be­treu­er/-in 

  • Ba­by­sit­ter

  • Haus­halts­hil­fe

  • Auf­ga­ben­hil­fe

  • Haus­wart/-in

  • Be­rufs­leu­te, wel­che Tä­tig­kei­ten im Haus bzw. Woh­nung und rund her­um er­le­di­gen.

Aus­nah­me: Jun­ge Er­wach­se­ne mit ge­ring­fü­gi­gem Ein­kom­men


Seit 2015 ist die Be­schäf­ti­gung im Pri­vat­haus­halt von der Bei­trags­pflicht be­freit, wenn die fol­gen­den drei Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

  • Ar­beit­neh­me­rin oder Ar­beit­neh­mer wird im be­tref­fen­den Ka­len­der­jahr 25-jäh­rig oder ist jün­ger.

  • Ar­beit­neh­me­rin oder Ar­beit­neh­mer ver­langt nicht, dass So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ab­ge­rech­net wer­den.

  • Lohn pro Ar­beit­ge­ber und Ka­len­der­jahr nicht hö­her als CHF 750.00

Die Lohn­ober­gren­ze ist nicht als Frei­be­trag zu ver­ste­hen. Wird die Li­mi­te von CHF 750.00 über­schrit­ten, ist der ge­sam­te Jah­res­lohn bei­trags­pflich­tig.

Ab­ge­se­hen von obi­ger Aus­nah­me gilt:


Im Pri­vat­haus­halt ist jede ent­löhn­te Tä­tig­keit bei­trags­pflich­tig. Wer im Jahr 2015 Haus­an­ge­stell­te mit Jahr­gang 1997 oder äl­ter be­schäf­tigt, mel­det sich bei der kan­to­na­len Aus­gleichs­kas­se an, um die So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ab­zu­rech­nen.

Ver­ein­fach­tes Ab­rech­nungs­ver­fah­ren mit Steu­er­ab­zug


Haus­dien­st­ar­beit­ge­ben­de kön­nen das ver­ein­fach­te Ab­rech­nungs­ver­fah­ren wäh­len. Es ist ide­al für kurz­fris­ti­ge oder im Um­fang ge­rin­ge Ar­beits­ver­hält­nis­se: Der Ar­beit­ge­ber zieht die Bei­trä­ge an AHV, IV, EO, Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung und Steu­er vom mass­ge­ben­den Lohn ab und rech­net mit sei­ner Aus­gleichs­kas­se je­weils per Ende Jahr ab. Die Aus­gleichs­kas­se schickt den Ar­beit­neh­men­den für die Steu­er­erklä­rung eine Be­schei­ni­gung über die ab­ge­lie­fer­te Steu­er. Des­halb braucht der Ar­beit­ge­ber kei­nen Lohn­aus­weis aus­zu­fül­len.

Un­fall­ver­si­che­rung:

Seit dem 1. Ja­nu­ar 2015 muss der Ar­beit­ger­ber kei­ne ob­li­ga­to­ri­sche Un­fall­ver­si­che­rung für ei­nen Ba­by­sit­ter ab­schlies­sen. Grund­sätz­lich müs­sen sich Ba­by­sit­ter zwi­schen 13 und 25 Jah­ren selbst um den Un­fall­schutz küm­mern. Es ist je­doch rat­sam sich über die Fol­ge­kos­ten be­ra­ten zu las­sen.

Haft­pflicht­ver­si­che­rung:

Klä­ren Sie auch ab, ob die Kin­der­hü­te­rin haft­pflicht­ver­si­chert ist, ent­we­der über die Fa­mi­li­en­haft­pflicht ih­rer El­tern oder über Ihre ei­ge­ne. Das hängt da­von ab, ob bei Ih­rer Ver­si­che­rung un­ter "pri­va­tes Dienst­per­so­nal" Ba­by­sit­ter in­be­grif­fen sind.

Der Stun­den­lohn für Ju­gend­li­che be­ginnt bei rund zehn Fran­ken, ist je­doch Ver­hand­lungs­sa­che und hängt auch von der Zahl der zu hü­ten­den Kin­der und den Auf­ga­ben ab. Aus­kunft über die üb­li­chen Ta­ri­fe in Ih­rer Re­gi­on er­teilt Ih­nen Ihr Rot­kreuz-Kan­to­nal­ver­band (www.red­cross.ch).

Wer Kin­der hü­tet, soll­te min­des­tens 13 Jah­re alt sein. Als El­tern müs­sen Sie ge­währ­leis­ten, dass Sie im Not­fall er­reich­bar sind, und eine No­tiz hin­ter­le­gen, an wel­che an­de­ren Stel­len sich die Ba­by­sit­te­rin in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen wen­den kann (Nach­barn, Kin­der­arzt, Not­arzt).

Quel­le: SVA Zü­rich, Schwei­ze­ri­sches Ro­tes Kreuz

Letzte Aktualisierung: 23.03.2020, CF
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