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Mädchen schminkt Erwachsene
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Den rich­ti­gen Ba­by­sit­ter fin­den


In den ers­ten Mo­na­ten kön­nen sich die meis­ten El­tern kaum vor­stel­len, ihr Baby für ein paar Stun­den je­mand an­de­rem an­zu­ver­trau­en, doch frü­her oder spä­ter kommt der Wunsch auf, wie­der mehr Zeit für den Part­ner oder für ein Hob­by zu ha­ben. Am bes­ten macht man sich schon vor­her ein paar Ge­dan­ken dazu, wer das Kind in die­ser Zeit be­treu­en soll und wel­che Er­war­tun­gen man an die Be­treu­ungs­per­son hat. Da­mit der Ba­by­sit­ter-Ein­satz ge­lingt, braucht es näm­lich von al­len Sei­ten viel Ver­trau­en und die­ses wächst meis­tens nicht von heu­te auf mor­gen. 

Am An­fang steht die Über­le­gung, ob Sie wirk­lich be­reit sind, Ihr Kind für ein paar Stun­den in der Ob­hut ei­ner ver­trau­ten Per­son zu las­sen. Die­se in­ne­re Be­reit­schaft ist wich­tig, da­mit Sie und der Ba­by­sit­ter ein gu­tes Team wer­den. Aber auch Ihr Baby muss be­reit sein. So­lan­ge es noch kei­nen mehr oder we­ni­ger re­gel­mäs­si­gen Ess- und Schlafrhyth­mus hat, ist es schwie­rig, dem Ba­by­sit­ter ver­läss­li­che In­struk­tio­nen zu ge­ben. Falls Sie vor­ha­ben, et­was län­ger weg­zu­blei­ben und Sie noch stil­len, ist es auch wich­tig, dass das Füt­tern mit ab­ge­pump­ter Mut­ter­milch klappt, sonst wird das Gan­ze so­wohl für das Baby als auch für die Be­treu­ungs­per­son eine un­er­freu­li­che An­ge­le­gen­heit. Doch wie fin­den Sie über­haupt eine ver­läss­li­che Per­son, die sich wäh­rend Ih­rer Ab­we­sen­heit um Ihr Baby küm­mert?

  • Am ein­fachs­ten geht es mit Gross­el­tern, Freun­den und Ver­wand­ten in Ih­rer Nähe, die Ihr Baby be­reits ken­nen und es bei sich zu Hau­se oder in Ih­rer Woh­nung be­treu­en kön­nen. Für das Baby ist es na­tür­lich ein gros­ser Vor­teil, wenn es von ei­ner Per­son be­treut wird, die ihm be­reits sehr ver­traut ist und mit dem es schon viel Zeit ver­bracht hat. 

  • Kon­stanz in der Be­treu­ung ist wich­tig für das Kind, da­mit es eine si­che­re Bin­dung zu ei­ner Be­zugs­per­son auf­bau­en kann. Da aber die meis­ten Ba­by­sit­ter nicht stän­dig ver­füg­bar sind, ist es wich­tig, sich ei­nen Pool von meh­re­ren mög­li­chen Be­treu­ungs­per­so­nen auf­zu­bau­en, die für ge­le­gent­li­che oder re­gel­mäs­si­ge Ba­by­sit­ter­ein­sät­ze in Fra­ge kom­men. 

  • Falls Sie in der Ver­wandt­schaft und im Be­kann­ten­kreis kei­nen Ba­by­sit­ter fin­den, fra­gen Sie an­de­re Müt­ter, wie sie ei­nen Ba­by­sit­ter ge­fun­den ha­ben und wel­che Er­fah­run­gen sie ge­macht ha­ben. Viel­leicht ar­bei­ten sie be­reits mit ei­nem Ba­by­sit­ter zu­sam­men, der noch freie Ka­pa­zi­tä­ten hat, um auch Ihr Kind ge­le­gent­lich zu be­treu­en. Oder ho­len Sie sich im swiss­mom-Fo­rum Rat von an­de­ren Müt­tern. 

  • Auf der Ba­by­sit­ting-Platt­form des Schwei­ze­ri­schen Ro­ten Kreu­zes fin­den Sie Ba­by­sit­ter, die den Ba­by­sit­ter-Kurs ab­sol­viert ha­ben. Dort gibt es auch wich­ti­ge In­fos zu Ta­ri­fen und Ver­si­che­run­gen.

  • Ach­ten Sie auf Aus­hän­ge beim Ein­kau­fen oder beim Kin­der­arzt­be­such. 

  • Wenn Sie schon et­was grös­se­re Kin­der ha­ben, kön­nen Sie sich auch mit an­de­ren Fa­mi­li­en in der Nach­bar­schaft zu­sam­men­tun, die Kin­der im ähn­li­chen Al­ter ha­ben. Mal hü­tet die eine Fa­mi­lie alle Kin­der, mal die an­de­re. So ha­ben bei­de die Mög­lich­keit, ein paar Stun­den oder viel­leicht so­gar ei­nen gan­zen Tag freie Zeit zu ge­nies­sen.

Be­vor Sie Ihr Kind ei­nem Ba­by­sit­ter an­ver­trau­en, ist es wich­tig, dass Sie sich ge­nü­gend Zeit neh­men, um die Per­son ken­nen zu ler­nen. Macht sie oder er ei­nen gu­ten Ein­druck auf Sie? Was ist ihre / sei­ne Mo­ti­va­ti­on für den Job? Wel­che Er­fah­run­gen hat sie / er im Um­gang mit Kin­dern? Könn­ten wir uns vor­stel­len, un­ser Kind die­ser Per­son an­zu­ver­trau­en? Ver­fügt sie / er über die nö­ti­ge Rei­fe, um die Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men? Hat sie / er ei­nen Ba­by­sit­ter­kurs ab­sol­viert? Hört sie / er ge­nau zu, wenn Sie An­wei­sun­gen ge­ben und weiss sie / er, was in Not­si­tua­tio­nen zu tun ist?

Wich­tig ist aber nicht nur, dass Sie als El­tern der Per­son ver­trau­en, wich­tig ist auch, dass das Kind ge­nü­gend Zeit hat, den Ba­by­sit­ter ken­nen zu ler­nen, be­vor es ernst gilt. La­den Sie den Ba­by­sit­ter - am bes­ten mehr­mals - zu sich ein, las­sen Sie ihn oder sie mit Ih­rem Baby spie­len. Dann be­kom­men Sie auch ei­nen Ein­druck, ob die bei­den zu­sam­men pas­sen und wie der Ba­by­sit­ter mit dem Kind und mit un­vor­her­ge­se­he­nen Si­tua­tio­nen um­geht. 

Wenn Sie sich si­cher sind, dass Sie die rich­ti­ge Per­son für ge­le­gent­li­che oder re­gel­mäs­si­ge Be­treu­ungs­ein­sät­ze ge­fun­den ha­ben, be­spre­chen Sie die Höhe der Be­zah­lung, die Re­gel­mäs­sig­keit und Dau­er der Ein­sät­ze und ob der Ba­by­sit­ter im An­schluss nach Hau­se ge­bracht wer­den muss. In­for­mie­ren Sie sich auch, was es be­züg­lich Steu­ern, AHV und Ver­si­che­run­gen zu be­ach­ten gilt. Pla­nen Sie bei je­dem Be­treu­ungs­ein­satz ge­nü­gend Zeit ein, um ge­naue In­for­ma­tio­nen zu Mahl­zei­ten, Ein­schlafri­tua­len, gel­ten­den Re­geln so­wie Vor­lie­ben Ih­res Kin­des wei­ter­zu­ge­ben, denn im Lau­fe von we­ni­gen Wo­chen kann sich bei klei­nen Kin­dern viel än­dern. Le­gen Sie eine Lis­te be­reit mit Not­fall­num­mern und tei­len Sie dem Ba­by­sit­ter mit, wo Sie sind und wie Sie er­reich­bar sind. Füh­ren Sie Buch über die ver­schie­de­nen Ba­by­sit­ter-Ein­sät­ze: Wel­che Fra­gen, wel­che Pro­ble­me tauch­ten auf? Wel­che In­for­ma­tio­nen sind für die Ba­by­sit­ter wich­tig? So läuft die Sa­che von Mal zu Mal bes­ser – und Sie ge­hen im­mer ru­hi­ger aus dem Haus. 

Letzte Aktualisierung: 23.03.2020, swissmom-Team
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