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Mutter spielt mit lachendem Baby
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Au Pair - Kin­der­be­treu­ung und Kul­tur­aus­tausch


Eine Al­ter­na­ti­ve zur Be­treu­ung in der Krip­pe oder durch eine Ta­ges­mut­ter ist es, ein Au-Pair ein­zu­stel­len. Die­se Art der Be­treu­ung hat den Vor­teil, dass Ihre Kin­der eine fes­te Be­zugs­per­son ha­ben, die mit ih­nen den All­tag teilt. Die Kin­der wer­den in ih­rem ge­wohn­ten Um­feld be­treut, die El­tern sind nicht an die Öff­nungs­zei­ten ei­ner Krip­pe ge­bun­den und ein jun­ger Mensch be­kommt die Mög­lich­keit, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und wich­ti­ge Le­bens­er­fah­rung zu sam­meln.

Auch wenn dies nicht ganz bil­lig ist, kann Sie die­se Lö­sung güns­ti­ger zu ste­hen kom­men als die Be­treu­ung in der Krip­pe, vor al­lem, wenn Sie meh­re­re Kin­der ha­ben. Nicht nur, wenn Mut­ter und Va­ter be­rufs­tä­tig sind, leis­tet ein Au-Pair gute Diens­te. Auch wenn Sie ein wei­te­res Kind er­war­ten, kann es sehr ent­las­tend sein, ein wei­te­res Paar Hän­de zu Hil­fe zu ha­ben. Da Au-Pairs meis­tens aus ei­ner an­de­ren Sprach­re­gi­on oder aus dem Aus­land stam­men, kommt ein Kul­tur­aus­tausch zu­stan­de, von dem bei­de Sei­ten pro­fi­tie­ren.

Was es braucht, da­mit Sie ein Au-Pair in Ih­rer Fa­mi­lie auf­neh­men kön­nen


Die äus­se­ren Be­din­gun­gen lie­gen auf der Hand: Ihr Haus oder Ihre Woh­nung muss gross ge­nug sein, um ei­nem wei­te­ren Men­schen Raum zu bie­ten. Da die Fa­mi­lie und das Au-Pair rund um die Uhr un­ter dem glei­chen Dach le­ben, ist es wich­tig, dass bei­de Sei­ten ge­nü­gend Pri­vat­sphä­re ha­ben. Ein ei­ge­nes Zim­mer für das Au-Pair ist also un­ab­ding­bar, ein ei­ge­nes Bad ist von Vor­teil. Ist dies nicht mög­lich, müs­sen kla­re Ab­ma­chun­gen ge­trof­fen wer­den, wer zu wel­chen Zei­ten das Bad zu sei­ner Ver­fü­gung hat, da­mit es nicht zu Un­stim­mig­kei­ten kommt. Ei­ni­ge Agen­tu­ren ver­lan­gen auch, dass die Fa­mi­lie nicht zu ab­ge­le­gen wohnt.

Ne­ben die­sen Rah­men­be­din­gun­gen sind je­doch auch noch wei­te­re As­pek­te wich­tig:

Of­fen­heit und Ver­ständ­nis

Da­mit das Zu­sam­men­le­ben mit ei­nem frem­den Men­schen ge­lingt, braucht es viel Of­fen­heit und To­le­ranz. Sie bie­ten ei­nem jun­gen Men­schen, der aus ei­ner an­de­ren Kul­tur stammt, ein Zu­hau­se auf Zeit. Ihr Au-Pair hat noch we­nig Ar­beits- und Le­bens­er­fah­rung, viel­leicht kommt auch mal Heim­weh ins Spiel. Wenn Sie sich nicht vor­stel­len kön­nen, den All­tag mit sei­nen Hö­hen und Tie­fen mit ei­nem Au-Pair zu tei­len, soll­ten Sie nach ei­ner an­de­ren Lö­sung für die Kin­der­be­treu­ung su­chen.

Gast­freund­schaft

Ihr Au-Pair ist nicht nur Ar­beits­kraft, son­dern auch Gast. Wenn mög­lich, un­ter­neh­men Sie Fa­mi­li­en­aus­flü­ge zu Se­hens­wür­dig­kei­ten in Ih­rer Re­gi­on, an­sons­ten soll­ten Sie dem Au-Pair zu­min­dest die Mög­lich­keit ein­räu­men, sel­ber Aus­flü­ge zu un­ter­neh­men. Wenn Sie ab­ge­le­gen woh­nen und schlech­te Ver­bin­dun­gen mit den öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln be­stehen, müs­sen Sie viel­leicht ab und zu Chauf­feur­diens­te leis­ten.

Klar­heit

Sie kön­nen nicht vor­aus­set­zen, dass ih­rem Au-Pair das, was für Sie selbst­ver­ständ­lich ist, be­reits be­kannt ist, dar­um sind kla­re An­wei­sun­gen wich­tig. Vor al­lem jun­ge Au-Pairs, die ihre ers­ten Ar­beits­er­fah­run­gen sam­meln, wer­den auch An­lei­tun­gen brau­chen, um sich ein­zu­ar­bei­ten. Eine Zu­sam­men­stel­lung mit wich­ti­gen Te­le­fon­num­mern, Adres­sen, An­lei­tun­gen und Ta­ges­plä­nen ist wich­tig, dass die jun­ge Frau oder der jun­ge Mann auch wäh­rend Ih­rer Ab­we­sen­heit den Über­blick be­hal­ten kann.

Kom­mu­ni­ka­ti­on und Spra­che

Die meis­ten Au-Pairs su­chen sich ih­ren Auf­ent­halts­ort nach der Spra­che aus, die sie er­ler­nen oder ver­tie­fen möch­ten. Ge­nü­gend Zeit für den Be­such ei­nes Sprach­kur­ses und zum Ler­nen ist da­her wich­tig. Da­mit sich Miss­ver­ständ­nis­se klä­ren las­sen, ist es von Vor­teil, wenn Sie Sprach­kennt­nis­se in der Mut­ter­spra­che des Au-Pairs ha­ben.

Ver­trau­en

Ihr Au-Pair be­kommt Ein­blick in alle Ihre Le­bens­be­rei­che und ver­bringt wäh­rend Ih­rer Ab­we­sen­heit viel Zeit mit Ih­ren Kin­dern. Ohne Ver­trau­en und kla­re Ab­ma­chun­gen geht es also nicht. Pau­sen­lo­se Kon­trol­le und Über­wa­chung sind ein Zei­chen von Miss­trau­en und tra­gen nicht zu ei­nem ge­lin­gen­den Ver­hält­nis bei.

Wie fin­den wir ein Au-Pair?


Wenn Sie sich da­für ent­schie­den ha­ben, dass Sie Au Pair-Fa­mi­lie wer­den möch­ten, be­ginnt die Su­che nach der pas­sen­den Per­son. Dazu gibt es ver­schie­de­ne Wege:

Ver­mitt­lungs­stel­len in der Schweiz

Or­ga­ni­sa­tio­nen wie Di­dac oder Pro Fi­lia ver­mit­teln Au-Pairs in den ver­schie­de­nen Sprach­re­gio­nen der Schweiz. Zu­meist han­delt es sich um Ju­gend­li­che, die ein Zwi­schen­jahr in ei­ner Fa­mi­lie ab­sol­vie­ren und eine Sprach­schu­le be­su­chen. Der Vor­teil ist, dass die Ver­mitt­lung über eine Agen­tur ge­schieht, so dass Sie bei Fra­gen und Pro­ble­men ei­nen An­sprech­part­ner ha­ben. Für Fa­mi­li­en, die in der Deutsch­schweiz le­ben, ist es al­ler­dings nicht ganz ein­fach, auf die­sem Weg ein Au-Pair aus der Schweiz zu fin­den, da die Nach­fra­ge nach Plat­zie­run­gen in der Deutsch­schweiz ge­ring ist. Ein­fa­cher ist es für Fa­mi­li­en, die im Tes­sin oder in der Ro­man­die le­ben. Es gibt auch die Mög­lich­keit, ei­nen Prak­ti­kums­platz für ein Fa­mi­li­en­prak­ti­kum an­zu­bie­ten, in der Re­gel wird hier aber er­war­tet, dass ein El­tern­teil voll­zeit­lich zu Hau­se ist, um die Prak­ti­kan­tin zu be­glei­ten.

Ver­mitt­lungs­platt­for­men

Im In­ter­net fin­den Sie di­ver­se Agen­tu­ren, die Au-Pair-Ver­mitt­lung an­bie­ten. Ob eine Ver­mitt­lungs­agen­tur se­ri­ös ist, er­ken­nen Sie dar­an, dass die Dienst­leis­tun­gen, Ta­ri­fe und Ge­schäfts­be­din­gun­gen trans­pa­rent auf­ge­führt sind und dass ein gut er­reich­ba­rer Sup­port (Te­le­fon und E-Mail) ver­füg­bar ist.

Auf sol­chen Platt­for­men fin­den Sie Pro­fi­le von Stel­len­su­chen­den aus al­ler Welt. Am bes­ten be­schrän­ken Sie die Su­che je­doch auf Stel­len­su­chen­de aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on. Je nach Her­kunfts­land ist es sehr schwie­rig, eine Ar­beits­be­wil­li­gung für ein Au-Pair aus ei­nem Dritt­staat zu be­kom­men. Wich­tig ist auch das Al­ter der Stel­len­su­chen­den: Au-Pairs aus EU- / EFTA- Staa­ten dür­fen zwi­schen 17 und 30 Jah­re alt sein, Au-Pairs aus Dritt­staa­ten 18 bis 25 Jah­re alt.

Su­che im per­sön­li­chen Um­feld

Ma­tu­ran­den und Ma­tu­ran­din­nen oder Ju­gend­li­che, die eine Leh­re ab­ge­schlos­sen, aber noch kei­ne Stel­le ge­fun­den ha­ben, sind oft auf der Su­che nach ei­ner Zwi­schen­lö­sung. Fra­gen Sie Be­kann­te und Ver­wand­te im In- und Aus­land, ob sie je­man­den ken­nen. Der Vor­teil ist, dass die Per­son, die Ih­nen das Au-Pair ver­mit­telt bei­de Par­tei­en kennt und ab­schät­zen kann, ob es passt. Dies kann aber auch ein Nach­teil sein, falls es wi­der Er­war­ten nicht klappt und da­durch die Be­zie­hung zur ver­mit­teln­den Per­son be­las­tet wird.

Vor­stel­lungs­ge­spräch und ers­tes Ken­nen­ler­nen


Das vor­he­ri­ge Ken­nen­ler­nen ist ent­schei­dend, da­mit die Zu­sam­men­ar­beit funk­tio­niert. Sie wer­den meh­re­re Mo­na­te mit ei­ner noch frem­den Per­son un­ter ei­nem Dach le­ben und Sie wer­den die­ser Per­son Ihre Kin­der an­ver­trau­en, dar­um ist es wich­tig, die fol­gen­den Punk­te zu be­ach­ten:

  • Be­rei­ten Sie sich gut auf das Vor­stel­lungs­ge­spräch vor, ob die­ses nun im di­rek­ten Ge­spräch, te­le­fo­nisch oder on­line statt­fin­det. Über­le­gen Sie sich, wel­che Er­war­tun­gen Sie ha­ben und was Sie zu bie­ten ha­ben. Wie lan­ge soll der jun­ge Mann oder die jun­ge Frau bei Ih­nen le­ben, wie sieht der Ar­beits­plan aus, wie viel Lohn wer­den Sie be­zah­len, wie sol­len Frei­zeit und Sprach­kurs ge­re­gelt wer­den? Zeich­nen Sie ein mög­lichst ge­nau­es, ehr­li­ches Bild von Ih­rer Fa­mi­lie und Ih­rem All­tag. Wenn Sie Haus­tie­re ha­ben, den­ken Sie dar­an, nach All­er­gi­en zu fra­gen.

  • Ho­len Sie Re­fe­ren­zen ein.

  • Ver­ein­ba­ren Sie nach Mög­lich­keit zwei bis drei Schnup­per­ta­ge, da­mit alle Be­tei­lig­ten ein­an­der ken­nen ler­nen kön­nen.

  • Be­rei­ten Sie Ihre Kin­der auf das neue Fa­mi­li­en­mit­glied auf Zeit vor.

  • Sei­en Sie wäh­rend der Schnup­per­ta­ge nicht über­kri­tisch, vor al­lem, wenn Ihr zu­künf­ti­ges Au-Pair noch we­nig Ar­beits- und Le­bens­er­fah­rung hat. Ha­ken Sie aber nach, wenn Sie ein un­gu­tes Ge­fühl ha­ben.

  • Wenn der gros­se Tag ge­kom­men ist und Ihr Au-Pair bei Ih­nen ein­zieht, ge­ben Sie al­len ge­nü­gend Raum und Zeit zum ge­gen­sei­ti­gen Ken­nen­ler­nen. Neh­men Sie sich Zeit, al­les zu zei­gen, Ar­beits­ab­läu­fe und das Be­die­nen von Ge­rä­ten zu er­klä­ren und sor­gen Sie da­für, dass Sie wäh­rend der ers­ten Ar­beits­ta­ge zu Hau­se sind, da­mit sich al­les ein­spie­len kann, ehe es ernst gilt. Wenn das Au-Pair ins kal­te Was­ser ge­wor­fen wird, er­wei­sen Sie we­der Ih­rem Gast noch Ih­rer Fa­mi­lie ei­nen Dienst.

Ihre Pflich­ten als Ar­beit­ge­ber


Für die Ein­stel­lung ei­nes Au-Pairs gibt es kan­to­nal un­ter­schied­li­che Re­ge­lun­gen. Da­mit al­les kor­rekt läuft, in­for­mie­ren Sie sich vor­gän­gig un­be­dingt bei den Mi­gra­ti­ons- und Ar­beits­markt­be­hör­den Ih­res Wohn­kan­tons. Im Fol­gen­den eine gro­be Über­sicht, wel­che Pflich­ten Sie als Ar­beit­ge­be­rin ha­ben:

Ar­beits­plan

Ein wö­chent­li­cher Ar­beits­plan re­gelt Ar­beits- und Frei­zeit und be­inhal­tet die wich­tigs­ten Auf­ga­ben der Wo­che. Au-Pairs ar­bei­ten ge­wöhn­lich ma­xi­mal 30 Stun­den pro Wo­che, ver­teilt auf fünf oder sechs Tage, der Sonn­tag ist in der Re­gel ar­beits­frei. Ein El­tern­teil muss wäh­rend der Hälf­te die­ser Ar­beits­zeit an­we­send sein.

Na­tür­lich kann es im Fa­mi­li­en­le­ben schnell ein­mal zu ei­ner Plan­än­de­run­gen kom­men, ver­su­chen Sie aber den­noch, sich so­weit als mög­lich an den Ar­beits­plan zu hal­ten. Lei­der gibt es im­mer wie­der Au-Pair-Fa­mi­li­en, die das Ge­fühl ha­ben, es ma­che nichts aus, wenn das Au-Pair mal zwei oder drei Stun­den län­ger ar­bei­te, ohne dass man dar­auf ei­gens hin­wei­sen müs­se. Wenn es zu un­vor­her­seh­ba­ren Plan­än­de­run­gen kommt, sor­gen Sie da­für, dass die zu­sätz­lich ge­leis­te­te Ar­beits­zeit in den kom­men­den Ta­gen kom­pen­siert wird.

Frei­zeit

Re­geln Sie im Ar­beits­plan auch die Frei­zeit und hal­ten Sie sich an die Zei­ten. Las­sen Sie Ihr Au-Pair am Fa­mi­li­en­le­ben teil­ha­ben und un­ter­neh­men Sie ge­mein­sam et­was, vor al­lem, so­lan­ge die jun­ge Frau oder der jun­ge Mann noch kei­ne Freund­schaf­ten ge­schlos­sen hat.

Fe­ri­en

Bis zum 20. Al­ters­jahr hat Ihr Au-Pair An­recht auf 5 Wo­chen Fe­ri­en pro Jahr, da­nach auf 4 Wo­chen. Ver­bringt Ihr Au-Pair die Fe­ri­en mit Ih­nen gilt dies nicht als Fe­ri­en­zeit, da sie oder er in die­ser Zeit ge­wöhn­lich bei der Kin­der­be­treu­ung hilft. Wäh­rend der Fe­ri­en und an frei­en Ta­gen be­zah­len Sie wei­ter­hin das üb­li­che Ta­schen­geld, hin­zu kommt eine Ent­schä­di­gung für die nicht in An­spruch ge­nom­me­ne Mahl­zei­ten und Un­ter­kunft, da die­se Be­stand­teil des Lohns sind.

Lohn und So­zi­al­ab­zü­ge

Der Lohn setzt sich zu­sam­men aus Na­tu­ral­lohn (Kost und Lo­gis) so­wie dem Ta­schen­geld, das mo­nat­lich aus­be­zahlt wird. Der Na­tu­ral­lohn be­trägt pau­schal Fr. 990. Das mo­nat­li­che Ta­schen­geld liegt zwi­schen 500 und 800 Fran­ken. Die ge­naue Höhe des Ta­schen­gel­des hängt ei­ner­seits von den kan­to­na­len Be­stim­mun­gen ab, an­de­rer­seits vom Al­ter des Au-Pairs. In dem Jahr, in dem Ihr Au-Pair 18 Jah­re alt wird, müs­sen Sie ihn oder sie bei der Aus­gleichs­kas­se an­mel­den. Bei­trä­ge für AHV, IV, EO und ALV wer­den dem Brut­to­lohn ab­ge­zo­gen und je zur Hälf­te von Ih­nen und dem Au-Pair ge­tra­gen. Je nach Al­ter des Au-Pairs sind auch Bei­trä­ge an die Pen­si­ons­kas­se (BVG) fäl­lig.

Rei­se­kos­ten

Ob die Gast­fa­mi­lie die Kos­ten für Hin- und Rück­rei­se überhe­men muss, ist kan­to­al ge­re­gelt.

Sprach­kurs

Ihr Au-Pair muss ei­nen Sprach­kurs in der Lan­des­spra­che Ih­rer Re­gi­on be­su­chen. Pro Jahr sind da­für min­des­tens 120 Stun­den vor­ge­se­hen, aus­ser­dem muss Zeit und Raum zum Ler­nen blei­ben. Ob die Gast­el­tern sich an den Kurs­kos­ten be­tei­li­gen müs­sen, ist kan­to­nal ge­re­gelt.

An- und Ab­mel­dung bei der Ge­mein­de

Sie müs­sen Ihr Au-Pair auf der Ein­woh­ner­kon­trol­le Ih­rer Wohn­ge­mein­de an- und wie­der ab­mel­den.

Quel­len­steu­er

Für Au-Pairs, die aus dem Aus­land stam­men, müs­sen Sie eine Quel­len­steu­er ent­rich­ten. In­for­ma­tio­nen hier­zu er­hal­ten Sie beim Steu­er­amt Ih­rer Ge­mein­de.

Ver­si­che­rung

Sie sind dazu ver­pflich­tet, für Ihr Au-Pair eine Ver­si­che­rung für Be­rufs­un­fäl­le, Be­rufs­krank­hei­ten und Nicht­be­rufs­un­fäl­le ab­zu­schlies­sen. Für Kran­ken­kas­se und wei­te­re Ver­si­che­run­gen sind die El­tern des Au-Pairs zu­stän­dig. Bei der An­mel­dung auf der Ein­woh­ner­kon­trol­le muss das Au-Pair ei­nen Be­leg der Kran­ken­ver­si­che­rung vor­wei­sen.

Ar­beits­ver­trag

Der Ar­beits­ver­trag re­gelt Ar­beits- und Frei­zeit, Teil­nah­me an Sprach­kur­sen, etc. Schlies­sen Sie un­be­dingt ei­nen schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag ab.

Kün­di­gungs­frist

Der ers­te Mo­nat gilt als Pro­be­zeit. Wäh­rend die­ser Zeit kön­nen bei­de Sei­ten das Ar­beits­ver­hält­nis mit ei­ner Kün­di­gungs­frist von sie­ben Ta­gen kün­di­gen. Nach Ab­lauf der Pro­be­zeit be­trägt die Kün­di­gungs­frist ei­nen Mo­nat. Eine all­fäl­li­ge frist­lo­se Kün­di­gung muss schrift­lich be­grün­det wer­den.

Auf­ent­halts­dau­er

In der Re­gel blei­ben Au-Pairs ein Jahr lang bei ih­rer Gast­fa­mi­lie. Au-Pairs aus dem EU- / EFTA-Raum kön­nen den Auf­ent­halt in be­grün­de­ten Fäl­len auf ma­xi­mal 2 Jah­re ver­län­gern. Für jun­ge Men­schen, die aus ei­nem Dritt­staat stam­men, be­steht die­se Mög­lich­keit nicht.

Was Sie von Ih­rem Au-Pair er­war­ten dür­fen - und was nicht


Ein Au-Pair ist kei­ne bil­li­ge Putz­hil­fe, die Ih­nen rund um die Uhr zur Ver­fü­gung ste­hen muss. Er oder sie ist aber auch kein wei­te­res Kind, um das Sie sich Tag und Nacht küm­mern müs­sen. Da­mit die Zu­sam­men­ar­beit funk­tio­niert, soll­ten Sie die fol­gen­den Din­ge be­ach­ten:

  • Ihr Au-Pair hat die Auf­ga­be, Sie bei der Be­treu­ung der Kin­der und in der Er­le­di­gung von leich­ten Haus­ar­bei­ten wie ko­chen, ein­kau­fen und auf­räu­men zu un­ter­stüt­zen. Sie kön­nen aber nicht er­war­ten, dass sie oder er im Al­lein­gang den Früh­lings­putz über­nimmt oder zehn Stun­den am Tag al­lei­ne für die Kin­der sorgt.

  • Sie dür­fen zu Recht er­war­ten, dass sie oder er sich an Ihre An­wei­sun­gen hält und auf­ge­tra­ge­ne Ar­bei­ten ge­wis­sen­haft er­le­digt. Sie kön­nen aber nicht er­war­ten, dass al­les ge­nau Ih­ren An­sprü­chen ent­spricht, denn Au-Pairs sind meist noch jung und ar­beits­un­er­fah­ren.

  • Sie als El­tern sind die er­zie­hungs­be­rech­tig­ten Per­so­nen und das Au-Pair muss sich an Ihre Vor­ga­ben hal­ten. So­lan­ge er oder sie nicht deut­lich von Ih­ren Richt­li­ni­en ab­weicht, soll­ten Sie aber auch ak­zep­tie­ren, dass im All­tag mit den Kin­dern nicht al­les ex­akt gleich läuft wie bei Ih­nen.

  • Vor al­lem für El­tern, die un­re­gel­mäs­si­ge Ar­beits­zei­ten ha­ben, ist es sehr prak­tisch, mit ei­nem Au-Pair zu­sam­men­zu­ar­bei­ten, da man sich nicht an Krip­pen­öff­nungs­zei­ten hal­ten muss. Ihr Au-Pair ist je­doch nicht auf Ab­ruf ver­füg­bar und hat ein Recht auf Frei­zeit. Hal­ten Sie sich also an den Ar­beits­plan und ge­ben Sie so früh als mög­lich be­kannt, wenn Sie die­sen aus­nahms­wei­se nicht ein­hal­ten kön­nen.

  • So­wohl Gast­el­tern als auch Au-Pairs wün­schen sich, dass die Kin­der den Gast als gros­se Schwes­ter oder gros­sen Bru­der an­neh­men und häu­fig ent­wi­ckelt sich tat­säch­lich ein en­ges Ver­hält­nis, das über Jah­re an­dau­ert. Brin­gen Sie Ih­ren Kin­dern aber bei, die Gren­zen der Pri­vat­sphä­re zu re­spek­tie­ren, zum Bei­spiel, in­dem sie das Gäs­te­zim­mer nur mit Er­laub­nis des Au-Pairs be­su­chen.

  • Wenn man un­ter ei­nem Dach lebt, be­kommt man tie­fe Ein­bli­cke in die Pri­vat­sphä­re ei­ner Fa­mi­lie. Sie dür­fen er­war­ten, dass Ihr Au-Pair die­se Pri­vat­sphä­re re­spek­tiert und zum Bei­spiel kei­ne Bil­der Ih­rer Kin­der auf so­zia­len Netz­wer­ken ver­öf­fent­licht, wenn Sie dies nicht aus­drück­lich er­lau­ben. Ha­ben Sie aber Ver­ständ­nis, wenn er oder sie mit Freun­den mal eine Run­de über Sie läs­tert, weil man sich im All­tag halt auch mal auf die Ner­ven fällt.

  • Es dürf­te schwie­rig sein, ei­nem Ju­gend­li­chen wäh­rend der Ar­beits­zeit das Smart­pho­ne gänz­lich zu ver­bie­ten. Sie dür­fen aber dar­auf be­stehen, dass Te­le­fo­nie­ren und Sur­fen bei der Ar­beit auf das Al­ler­nö­tigs­te be­schränkt wer­den.

  • Grund­sätz­lich gilt: Zu­ver­läs­sig­keit, Pünkt­lich­keit, Freund­lich­keit und Ein­satz­be­reit­schaft kön­nen Sie er­war­ten, Per­fek­ti­on je­doch nicht.

Wenn es zu Pro­ble­men kommt


Trotz sorg­fäl­ti­ger Aus­wahl und gu­ter Vor­be­rei­tung kann es zu Pro­ble­men kom­men. Die Grün­de da­für kön­nen viel­fäl­tig sein, an­ge­fan­gen bei un­ter­schied­li­chen Vor­stel­lun­gen von Ord­nung über Span­nun­gen zwi­schen Au-Pair und Kin­dern bis hin zum grund­le­gen­den Miss­trau­en, weil Ab­ma­chun­gen von ei­ner Sei­te nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Wenn man rund um die Uhr zu­sam­men lebt, fehlt die nö­ti­ge Di­stanz, um zu er­ken­nen, wo das Pro­blem liegt, so dass es oft eine Wei­le dau­ert, bis man den Grund für das an­ge­spann­te Ver­hält­nis er­kennt. Igno­rie­ren Sie die Pro­ble­me nicht, auch wenn Sie noch nicht ge­nau er­ken­nen, wo der Grund liegt.

Su­chen Sie das Ge­spräch

Wenn Sie mer­ken, dass et­was nicht stimmt, soll­ten Sie mög­lichst früh das Ge­spräch su­chen. Fal­len Sie aber nicht mit der Tür ins Haus son­dern le­gen Sie eine Zeit fest, wäh­rend der Sie sich in Ruhe un­ter­hal­ten kön­nen. Ver­su­chen Sie, ge­mein­sam zu er­grün­den, wo das Pro­blem liegt und wie man die­ses lö­sen könn­te. Blei­ben Sie nicht bei ei­nem schwam­mi­gen "Wir pa­cken das schon ir­gend­wie" ste­hen, son­dern set­zen Sie kon­kre­te Zie­le, an de­nen Sie ge­mein­sam ar­bei­ten und de­ren Wirk­sam­keit Sie nach ei­ni­ger Zeit über­prü­fen kön­nen.

Zei­gen Sie sich ge­sprächs­be­reit

Viel­leicht fällt Ih­nen noch gar nicht auf, dass et­was nicht stimmt, aber Ihr Au-Pair äus­sert den Wunsch, mit Ih­nen zu re­den. Zei­gen Sie sich ge­sprächs­be­reit, las­sen Sie sich aber nicht auf ein Ge­spräch zwi­schen Tür und An­gel ein. Hö­ren Sie zu­erst ein­mal zu, auch wenn der oder die Ju­gend­li­che viel­leicht Din­ge äus­sert, die für Sie un­ver­ständ­lich sind. Wich­tig ist, dass Sie nicht in eine Ver­tei­di­gungs­hal­tung kom­men, son­dern ak­tiv nach Lö­sun­gen für das Pro­blem su­chen.

Wer­den Sie nicht klein­lich

Wenn et­was stört, sieht man plötz­lich über­all nur noch Feh­ler und man fängt an, sich über jede Klei­nig­keit zu är­gern - und auf ein­mal re­agie­ren Gast­el­tern pin­ge­li­ger und kri­ti­scher, als ih­nen selbst lieb ist. Ver­su­chen Sie, auch das Gute zu se­hen und die­sem gleich viel Ge­wicht zu ge­ben wie den ne­ga­ti­ven Vor­komm­nis­sen. Spre­chen Sie nicht nur Ta­del, son­dern auch Lob aus. Dies kann schon sehr viel dazu bei­tra­gen, ein an­ge­spann­tes Ver­hält­nis zu ent­span­nen.

Zie­hen Sie die Kin­der nicht mit hin­ein

Wi­der­ste­hen Sie der Ver­su­chung, vor Ih­ren Kin­dern schlecht über das Au-Pair zu re­den. Das ist manch­mal gar nicht so ein­fach, vor al­lem, wenn die Kin­der be­geis­tert sind von ihr oder ihm, Sie aber ge­ra­de Ihre Zwei­fel ha­ben, ob Sie die rich­ti­ge Per­son ge­wählt ha­ben. Wenn Ihre Kin­der ne­ga­tiv über das Au-Pair re­den, soll­ten Sie nicht ein­fach al­les für bare Mün­ze neh­men, son­dern in ei­nem ru­hi­gen Ge­spräch klä­ren, ob das, was Ihre Kin­der er­zählt ha­ben, auch wahr ist. Wenn sich her­aus­stellt, dass sich sie oder er tat­säch­lich falsch ver­hal­ten hat ge­gen­über den Kin­dern, muss dies selbst­ver­ständ­lich auf fai­re Art und Wei­se zur Spra­che kom­men, denn das Wohl­erge­hen Ih­rer Kin­der hat ers­te Prio­ri­tät.

Und wenn al­les Re­den nichts hilft?

  • Wenn Ih­nen das Au-Pair durch eine Agen­tur ver­mit­telt wur­de, wen­den Sie sich an Ihre Be­zugs­per­son, da­mit man Sie bei der Lö­sung des Kon­flikts un­ter­stüt­zen kann.

  • Wenn sich trotz al­ler Be­mü­hun­gen kei­ne Lö­sung ab­zeich­net, ist es bes­ser, den Ver­trag früh­zei­tig auf­zu­lö­sen. Ein über Mo­na­te dau­ern­der Klein­krieg im ei­ge­nen Haus dient nie­man­dem und es gibt kei­nen Sie­ger, son­dern nur Ver­lie­rer.

  • Falls es zu ei­nem früh­zei­ti­gen Ab­bruch kommt, zie­hen Sie ei­nen kor­rek­ten Schluss­strich, in­dem Sie Ihre ver­ein­bar­ten Ver­pflich­tun­gen ein­hal­ten.

Letzte Aktualisierung: 24.03.2020, TV

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