Milchtropfen an der Brust
Stillen | Neugeborenes

Kolostrum (Vormilch)

Schon während der Schwangerschaft, ab der 6. Woche werden Milchgänge und Milchbläschen in der Brust ausgebildet. Ab dem 4. bis 5. Monat sorgt ein erhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin dafür, dass die Brust auf die Vormilchproduktion eingestellt ist, damit auch bei einer Frühgeburt die Ernährung des Kindes gewährleistet ist. Das Prolaktin wird noch durch ein Plazentahormon in seiner Wirkung gebremst. Die Geburt gibt dann das Signal für den Milcheinschuss.

Unmittelbar nach der Geburt bis spätestens fünf Tage danach wird eine dünne, gelblich-klare bis orangerötliche Vormilch, das so genannte Kolostrum produziert. Es enthält einen höheren Anteil an Protein und zusätzliche Vitamine sowie Antikörper, die das Neugeborene vor Infektionen schützen und Magen-Darm-Erkrankungen vorbeugen. Auch für Kinder aus allergiebelasteten Familien ist das Kolostrum sehr wichtig, denn es wirkt vorbeugend gegen Allergien. Die Vormilch ist fett- und zuckerarm und sehr leicht verdaulich und regt den ersten Stuhlgang des Kindes, das grünschwarze Mekonium, an. Die Entwicklung der Neugeborenengelbsucht wird vermindert.

Ihr Baby trinkt davon meist nur wenig, aber dies in häufigen Abständen. Sein Magen ist ja nur so winzig klein wie seine geballte Faust. Machen Sie sich keine Sorgen, dass Ihr Baby nicht genug bekommt! Zwar nehmen die meisten Babys bis zu ca. 10% ihres Körpergewichts in den ersten Lebenstagen ab, aber es sind genügend Energiereserven vorhanden, dass dies nicht schadet. Normalgewichtige, gesunde, termingerecht geborene Babys brauchen in diesen ersten Tagen keinen zusätzlichen Tee und schon gar keine künstliche Flaschennahrung.

Je häufiger Ihr Kind jetzt angelegt wird, umso besser, schneller und schmerzloser kommt der Milcheinschuss in Gang. Rooming-in fördert erwiesenermassen ebenfalls die Milchbildung.

Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH

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