Stillen am Arbeitsplatz

Stillen und Berufstätigkeit

Ob Sie es schaffen, Berufsleben und ein Baby unter einen Hut zu bringen, müssen Sie persönlich für sich herausfinden. Das Beste für Ihr Kind ist auf jeden Fall nicht eine Mutter, die frustriert zu Hause bleibt, sondern eine, die sich im Einklang mit ihren Aufgaben und Interessen befindet. Die Rückkehr in das Berufsleben noch aufzuschieben, sollte kein Opfer sein, sondern eine bewusste Entscheidung.

Nach dem Mutterschaftsurlaub müssen Sie nicht zwingend abstillen. Das Arbeitsrecht sieht kein absolutes Beschäftigungsverbot für stillende Mütter vor, es enthält aber explizite Vorschriften für den Schutz stillender Mütter am Arbeitsplatz. Während der Arbeit können Sie sich Ihr Baby zum Stillen bringen lassen oder durch Abpumpen die Milchproduktion aufrechterhalten. Der Arbeitgeber hat die zum Stillen erforderlichen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und im ersten Jahr Zeit zum Stillen und Abpumpen. Mit der Revision zur Verordnung des Arbeitsgesetzes werden die rechtlichen Bestimmungen zur Entlöhnung von Stillpausen während der Arbeitszeit einheitlich geregelt. Neu ist die Entlöhnung nicht mehr davon abhängig, ob die Mutter den Betrieb zum Stillen verlässt oder nicht. Für die Dauer der zu entlöhnenden Pausen gelten neu einheitliche Mindestregeln in Abhängigkeit von der täglichen Arbeitszeit (bis 4 h Arbeitszeit 30 Min. bezahlte Stillpause, ab 4 h Arbeitszeit 60 Min, ab 7 h Arbeitszeit 90 Min.) Stillzeit darf also nicht im Überzeitkonto als Negativsaldo geführt oder als Ferien belastet werden.  

Versuchen Sie schon zwei Wochen vor Arbeitsbeginn Milch auf Vorrat abzupumpen und einzufrieren. Die Betreuungsperson kann die Milch dem Kind dann mit der Schoppenflasche verabreichen. Sie können während der Arbeit jeweils die Milch für die folgenden Tage abpumpen, sie muss allerdings gleich kühl aufbewahrt werden.

Zu Hause können Sie dann Ihr Baby ganz normal stillen. Manche Babys brauchen eine Gewöhnungszeit, wenn sie zwischendurch von einer anderen Person mit dem Fläschchen gefüttert werden. Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!

Die "Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens" hat neben vielen anderen Informationen auch ein Merkblatt herausgebracht, das (in mehreren Sprachen) als pdf heruntergeladen werden kann.

Newsticker

Stillen am Arbeitsplatz: Seit dem 1. Juni 2014 ist die bezahlte Stillzeit gesetzlich verankert. Frauen dürfen neu ein ganzes Jahr lang während der Arbeitszeit bezahlt stillen oder abpumpen. Die Entlöhnung ist nicht mehr davon abhängig, ob die Mutter den Betrieb zum Stillen verlässt oder nicht. Für die Dauer der zu entlöhnenden Pausen gelten neu einheitliche Mindestregeln in Abhängigkeit von der täglichen Arbeitszeit (bis 4 h Arbeitszeit 30 Min. bezahlte Stillpause, ab 4 h Arbeitszeit 60 Min, ab 7 h Arbeitszeit 90 Min.). Der Betrieb muss Ihnen einen geeigneten Ruheraum mit bequemem Stuhl zur Verfügung stellen und die benötigte Zeit darf weder vor- noch nachgeholt werden; sie darf auch nicht von anderen Ruhezeiten, wie zum Beispiel Ferientagen, abgezogen werden. (swissmom-Newsticker, 19.6.2014)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH / BF