Am Meer mit Buggy

Ferien mit dem Baby - aber wo?

Kurzzeitige, touristisch orientierte Reisen in tropische Länder können bei Kleinkindern schnell zu gesundheitlichen Problemen führen. Extreme Hitze, ungewohnte Nahrung, fehlende Immunität auf Krankheitserreger sind nicht zu vernachlässigen.

Die Auswahl des Urlaubsziels ist deshalb für junge Eltern oft ein Problem. Aber eines, das sich lösen lässt! Ideal ist ein Ort, der einen nicht zu langen Anreiseweg hat und an dem die gleichen klimatischen Bedingungen herrschen wie zu Hause. Auch die hygienischen Bedingungen und die medizinische Versorgung sollten recht ähnlich sein.

Beachten Sie!

Interview

Daniela Bär: Ferien mit Kindern in der Schweiz

Geeignet sind Mittelgebirge, jedoch  möglichst nicht über 1500 Meter. Ab etwa 3.000 Meter Höhe nimmt wegen des sinkenden Luftdrucks die Sauerstoffverfügbarkeit ab. Bei kleinen Kindern kann das leichter als bei Erwachsenen zu Beschwerden führen. Schnell mit der Seilbahn rauf auf den höchsten Gipfel - das kann einem Baby oder Kleinkind sehr schlecht bekommen. Fahren Sie auf alle Fälle möglichst schnell zurück ins Tal, wenn Ihr Kind plötzlich benommen oder teilnahmslos wirkt, sehr blass wird, über Kopfweh klagt, anhaltend weint und jammert oder sonst ein auffälliges Verhalten zeigt. Es könnte sich um Anzeichen der Höhenkrankheit handeln. Zur Sicherheit sollten Sie einen Arzt aufsuchen. 

Falls Sie Ihr Kleinkind bei Wanderungen gerne in einer Rückentrage transportieren, müssen Sie darauf achten, dass seine Beine nicht eingeklemmt werden und sein Rücken gut gestützt ist. 

Auch gegen einen Badeurlaub am Meer ist nichts einzuwenden, wenn er nicht gerade in der heissesten Jahreszeit stattfindet. Nicht nur Sonnenbrand droht, sondern vor allem auch Erschöpfung und Kreislaufkollaps durch die Hitze, gekoppelt mit Salz- und Flüssigkeitsmangel. Reichlich trinken ist ein Muss, denn der Körper verliert selbst im Schatten viel Flüssigkeit durchs Schwitzen. An den Strand am besten nur früh morgens oder spät am Nachmittag gehen, wenn die Sonne schwächer wird. Passen Sie sich dem lokalen Lebensrhythmus an: Sie werden sehen, dass die Menschen in heissen Regionen den Schatten oder das Haus aufsuchen, wenn die Sonne hoch steht. 

Ob Berge oder Meer, ob pralle Sonne oder verhangener Himmel: Das Baby darf auf keinen Fall der Sonne ausgesetzt sein. Luftige Kleidung, die den ganzen Körper bedeckt, ist obligatorisch, damit die zarte Babyhaut nicht schon in den ersten Wochen Schaden nimmt. Achten Sie auf guten Sonnenschutz und kaufen Sie Sonnencreme mit dem höchsten Lichtschutzfaktor. Und lassen Sie sich eine kleine Reiseapotheke incl. Insektenschutz für Notfälle zusammenstellen. 

Häufige Fragen

Kann man ein vier Monate altes Kind schon mitnehmen in die Karibik-Ferien?

Wir haben gehört, dass man mit einem Baby in den Bergen nicht über eine bestimmte Höhe gehen darf. Stimmt das?

Newsticker

Fernreisen mit Kleinkindern? | 05.05.2017

Kinderärzte raten Eltern, vor einer Reise in die Tropen eine reisemedizinische Beratung beim Kinderarzt wahrzunehmen. Vielen Eltern sei nicht bewusst, welchen Gefahren sie ihre Kinder in bestimmten Regionen aussetzen. Vor allem für Babys und kleine Kinder wird von Reisen in Malariagebiete grundsätzlich abgeraten, weil Malaria bei Kleinkindern oft schwer und untypisch verläuft. Hochrisiko-Malariagebiete sind auf den indonesischen Sunda-Inseln östlich von Lombok bis Papua-Neuguinea und in Ost-, West- und Zentralafrika. Ist die Reise mit kleinen Kindern aus beruflichen oder familiären Gründen unvermeidbar, sollten auch Säuglinge und Kleinkinder in Gebieten mit entsprechendem Risiko eine Malaria-Prophylaxe einnehmen. Das ist bereits ab einem Körpergewicht von 3 kg oder Alter von drei Monaten möglich.

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH