Mädchen gibt ihrem Teddybär eine Spritze
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Impfungen

Bei der Geburt haben Babys einen gewissen natürlichen "Nestschutz". Abwehrstoffe gegen viele Krankheiten werden von der Mutter durch die Plazenta übertragen, sogenanntem Immunglobuline oder Antikörper. Danach versorgt die Muttermilch, besonders die Vormilch, das Kind mit diesen wertvollen Schutzstoffen.

Spätestens nach wenigen Monaten muss sich der kleine Organismus ein eigenes Abwehrsystem aufbauen. Dies kann man ihm erleichtern, indem man ihn durch eine Impfung zur Abwehrreaktion stimuliert.

Weitere Informationen

Bundesamt für Gesundheit: www.sichimpfen.ch und www.impfengegengrippe.ch

Individuelle Beratung erhalten Sie über die Impf-Infoline des BAG: Tel. 0844 448 448 (Beratung gratis, Telefongebühren Fernbereich Schweiz)


Aktive und passive Impfung

Eine aktive Schutzimpfung bringt den Körper bewusst mit einem bestimmten abgetöteten (Totimpfstoff) oder abgeschwächten (Lebendimpfstoff) Krankheitserreger in Kontakt. Die Erreger können in diesem Zustand selbst keine ernsthaften Erkrankungen mehr verursachen. Der Körper wird nun selber aktiv und wappnet sich  gegen eine echte Infektion mit dem betreffenden Erreger, indem er Antikörper dagegen produziert. Wird der Mensch zukünftig mit Erregern dieser Krankheit angesteckt, können diese Antikörper schnell aktiv werden und die Krankheit abwehren.

Impfungen mit Lebendimpfstoffen halten meist lebenslänglich an und müssen nicht aufgefrischt werden. Immunisierungen mit Totimpfstoffen dagegen verlieren mit der Zeit Ihre Wirksamkeit und müssen regelmässig aufgefrischt werden (z.Bsp. FSME, Tetanus).

Bei einer passiven Immunisierung werden die Antikörper gegen bestimmte Erreger direkt verabreicht. Der Schutz wird dadurch sehr schnell aufgebaut. Diese Art der Impfung ist notwendig, wenn der Körper schon angesteckt ist und zu wenig Zeit hatte, sich den Schutz selbst aufzubauen.

Häufige Fragen zum Thema

Für den Aufbau des Impfschutzes stehen unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung. Man unterscheidet dabei zwischen Totimpfstoffen (inaktivierte Impfstoffe) und abgeschwächten Lebendimpfstoffen.

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Oft hört man die Aussage, dass Frauen, die eine Erkrankung selbst durchgemacht haben, ihren neugeborenen Kindern mehr Abwehrstoffe gegen Infektionen (Nestschutz) mitgeben als geimpfte Mütter.

Für Masern, Mumps und Röteln trifft das nachgewiesenermassen zu. Eine Impfung gegen diese Erkrankungen...

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Der Begriff Kinderkrankheit beschreibt den häufigsten Zeitraum ihres Auftretens – nicht ihren möglichen Schweregrad oder ihre Harmlosigkeit. Vor allem die Komplikationen einer Kinderkrankheit können sehr schwerwiegend sein und zu bleibenden Behinderungen führen - oder sogar zum Tod des Kindes. In...

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Dass Impfstoffe Erkrankungen wirksam verhindern können, zeigt das Beispiel Kinderlähmung (Poliomyelitis): 1961 erkrankten in Deutschland fast 4.700 Kinder an Polio. 1965, nach Einführung der Polio-Impfung Anfang der 1960er Jahre, waren es nur noch 50 erkrankte Kinder. Seit 2002 gilt Europa als...

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Der Schweizerische Impfplan

Im Bezug auf Kinder umfasst der Schweizerische Impfplan

  • empfohlene Basisimpfungen, die für die individuelle und öffentliche Gesundheit unerlässlich sind. Ausserdem bieten Sie einen Schutz für das Wohlbefinden der Bevölkerung.
  • empfohlene ergänzende Impfungen, die einen optimalen individuellen Schutz bieten und für Personen bestimmt sind, die sich gegen klar definierte Risiken schützen wollen. 
AlterBasis-ImpfungErgänzungs-Impfung
2 MonateSechsfachimpfung, Pneumokokken
4 MonateSechsfachimpfung, Pneumokokken
9 MonateMMR
12 MonateSechsfachimpfung, Pneumokokken, MMR
2 JahreMeningokokken
4-7 JahreDTP ,PolioMeningokokken, FSME
11-14/15 JahreVarizellen, Diphterie, Tetanus, HBV*, HPVMeningokokken*
15-26 JahreHPV*

*wenn nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt geimpft

Die neue Sechsfachimpfung (DPTHPH)

Dieser Impfstoff gegen Diphterie, Pertussins (Keuchhusten), Tetanus (Wundstarrkrampf), Haemophilus influenzae (Hirnhaut- und Kehlkopfentzündung), Poliomyelitis (Kimderlähmumg) und Hepatitis B in einer einzigen Spritze verabreicht. Diese Schutzimpfung bekommen Babys laut Impfplan im Alter von 2 Monaten und wird im 4. und 12. Monat wiederholt.

Mit 4 bis 7 Jahren (in der Regel bei der Einschulungsuntersuchung) wird eine Diphtherie-, Tetanus-, Pertussis-Impfung zusammen mit einer Polio-Impfung wiederholt.

Mit 11 bis 15 Jahren wird eine Diphtherie- (reduzierte Dosis) und Tetanus-Impfung wiederholt empfohlen.

Allen Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren eine Auffrischimpfung gegen Pertussis empfohlen.

Pneumokokken-Impfung (PCV13)

Auch die Pneumokokken-Impfung wird mit 2 Monaten erstmals verabreicht und im 4. und 12. Lebensmonat wiederholt. Diese Impfung wird als Spritze verabreicht und kann gleichzeitig mit der Sechsfachimpfung durchgeführt werden.

Impfung gegen Masern Mumps und Röteln (MMR)

Mit 9 und 12 Monaten erfolgt die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Auch diese Impfung wird als Injektion verabreicht. Ziel des Schweizerischen Impfplans ist, dass alle Kinder unter zwei Jahren gegen Masern geimpft sind.

Varizellen-Impfung (Windpocken)

Die Basisimpfung gegen Varizellen ist für alle 11- bis 15-jährigen Jugendlichen empfohlen, welche nicht an Varizellen erkrankt sind. Sie erfordert in jedem Alter zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen. Diese Impfung kann gleichzeitig mit den anderen für Jugendliche vorgesehenen Impfungen verabreicht werden.

Der Grund für diese Impfempfehlung ist, dass eine Varizelleninfektion bei Erwachsenen wesentlich schwerer verlaufen kann als bei Kindern. 

Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV)

Allen Mädchen und auch Jungen zwischen 11 und 14 Jahren wird die HPV-Impfung als Vorsorge gegen Genitalwarzen und durch humane Papillomaviren verursachte Krebserkrankungen empfohlen. Am sinnvollsten ist eine Impfung vor Beginn der sexuellen Aktivität und somit vor einer möglichen Infektion mit HPV-Viren. Für einen optimalen Schutz sind vor dem 15. Geburtstag zwei Injektionen im Abstand von sechs Monaten notwendig.

Auch für 15- bis 26-Jährige, welche noch nicht HPV-geimpft sind, kann diese Impfung Sinn machen, weshalb sie als Nachhol- bzw. ergänzende Impfung in drei  Dosen innerhalb eines halben Jahres empfohlen wird.

Für Mädchen und Frauen ist die Impfung krankenkassenpflichtig. Bei Knaben und Männern wird die Impfung ebenfalls von der Krankenkasse übernommen, sofern sie im Rahmen eines kantonalen Impfprogramms verabreicht wird.

Meningokokken-Impfung (MCV-C)

Ab 2 Jahren wird eine Impfung gegen Meningokokken, die gefährlichen Erreger der Hirnhautentzündung, mit einer Nachholimpfung bis zum 5. Geburtstag empfohlen. Diese Impfung wird als Spritze verabreicht.

Wurde diese Impfung als Kind nicht durchgeführt, kann Sie mit 11 bis 15 Jahren verabreicht werden. Eine Nachholimpfung bis zum 20. Geburtstag vervollständigt den Impfschutz.

Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch den Speichel von Zecken übertragen. Seit 2019 gilt die ganze Schweiz mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin als FSME-Risikogebiet. Die Impfung wird allen Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten, empfohlen.

Bei Kindern unter 6 Jahren sind schwere Erkrankungen selten. Daher muss die Situation von Kindern im Alter von ein bis fünf Jahren individuell geprüft werden. 

Die FSME-Impfung ist eine Spritze und wird in drei Dosen verabreicht. Die zweite Dosis erfolgt nach 3 und die dritte je nach Impfstoff nach 6 bzw. 10 Monaten.  Auch ein Kurzimpfschema ist für die FSME-Impfung möglich. Dieses verabreicht die 2. Dosis bereits nach 14 Tagen und die dritte nach einem Jahr. 

Weitere empfohlene Impfungen 

  • Hepatitis B bei Kindern und Jugendlichen von 11 bis 15 Jahren, welche noch nicht mittels Sechsfachimpfung dagegen geimpft sind.
  • Eine Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) wird allen Schwangeren empfohlen. Ausserdem auch allen Kontaktpersonen von Säuglingen unter 6 Monaten, deren letzte Pertussis-Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt.

Was Sie ausserdem bei Impfungen beachten sollten

  • Sollten Sie mit Ihrem Kind in andere Länder verreisen, besprechen Sie die dort bestehenden Empfehlungen für Reiseimpfungen mit Ihrem Kinderarzt, Ihrer Kinderärztin. Dazu könnte je nach Alter des Kindes auch eine BCG-Impfung gegen Tuberkulose gehören.
  • Es gibt nur wenige Gründe, eine Schutzimpfung zu verschieben. Vor sogenannten Impf-Lücken brauchen Sie keine Angst zu haben. Es gibt keine zu grossen Abstände zwischen den Impfungen. Jede Impfung gilt! Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung braucht nicht wieder neu begonnen zu werden.
  • Lassen Sie sich den Impftermin am Anfang der Woche geben. So können Sie die Praxis gut erreichen, falls Ihr Kind unter unerwarteten Nebenwirkungen leiden sollte. 
  • Gegen einige Krankheiten kann man den Körper lebenslang immunisieren. Bei anderen Infektionskrankheiten muss der Schutz von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden. 
  • In der Schweiz gibt es keine generelle Impfpflicht. Nur einzelne Kantone verlangen die Impfungen gegen Diphtherie (FR, GE, NE, TI) oder Tetanus (FR). 

Häufige Fragen zum Thema

In vielen wissenschaftlichen Studien hat man die Immunantwort auf Impfungen bei Kindern gemessen. Dabei zeigte sich kein Zusammenhang damit, ob gute Impfantikörper vorhanden waren und das Kind Fieber hatte. Insofern ist Fieber zur Entwicklung eines guten Impfschutzes weder erforderlich noch...

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Es gibt keine Hinweise, dass moderne, hochgereinigte Mehrfachimpfstoffe das kindliche Immunsystem überfordern. Sie enthalten sogar weniger Antigene als frühere Einfachimpfstoffe. Zum Vergleich: Die heutigen Impfstoffe für alle empfohlenen Schutzimpfungen enthalten in Summe 150 Antigene. Der frühere...

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Nein, das ist ein Ammenmärchen. Es besteht kein Grund, warum ein geimpftes Kind nicht baden sollte. Nach der Injektion gibt es nur eine winzige Hautöffnung, die sich schnell schliesst.

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Auch wenn Ihnen Ihr Baby noch klein und schmächtig vorkommt, ist die Impfung für seinen Schutz besonders wichtig, denn zu früh geborene Kinder haben von der Mutter weniger Abwehrstoffe mitbekommen (Nestschutz) und ihr Immunsystem ist noch nicht im selben Masse ausgeprägt wie das zeitgerecht...

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Wissen

6 Argumente gegen Impfbedenken

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Newsticker

Grippewelle plus zweite Coronawelle? | 25.08.2020

Dieses Jahr könnte die saisonale Grippe (Influenza) ab Oktober mit einer zweiten Corona-Welle zusammenfallen. Um das Gesundheitswesen im Winter zu entlasten, hat das BAG eine neue Impfkampagne lanciert. Der Bund will 1,8 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen – das sind doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Auch Säuglinge ab sechs Monaten sollen nun vermehrt gegen die Grippe geimpft werden – vor allem Kinder mit chronischen Krankheiten, ehemalige Frühgeborene (< 32 SSW bzw. < 1500 g) und Kinder, die mit Risikogruppen im Haushalt in Kontakt stehen (Schwangere, gefährdete Haushaltmitglieder). Auf Wunsch der Eltern können auch Kinder geimpft werden, die engen Kontakt mit weiteren Risikopersonen haben (z.B. Grosseltern > 64 Jahre). Kinder sind zwar nicht die wesentlichen Überträger des Coronavirus, spielen aber als Überträger von Influenza-Viren bei der Grippeverbreitung eine wichtige Rolle. Während Kinder in der Regel nur leicht an Covid-19 erkranken, könne sie eine Grippe schwer treffen. Ausserdem spricht für eine Impfung, dass sie besonders bei kleinen Kindern guten Schutz biete. 90 Prozent der Kinder und jungen Erwachsenen sind nach einer Impfung vor einer Infektion geschützt und übertragen sie so auch nicht an Erwachsene. Pro Jahr sterben schweizweit bis zu 2500 Menschen an der Grippe. Letzten Winter mussten die Ärzte des Kinderspitals Zürich 1400 Kinder mit Grippesymptomen behandeln, 97 davon stationär. Einige Eltern und Impfgegner fürchten bleibende Schäden und einen Schritt Richtung Impfzwang. Führende Kinderärzte halten dagegen, dass zwar keine Impfung ohne Risiko sei, die Gefahren aber viel geringer als bei einer natürlichen Erkrankung. Schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen wie kurzzeitiges Fieber treten bei weniger als einer von 100’000 Anwendungen auf und sind nur eine Reaktion des Immunsystems. www.impfengegengrippe.ch

Babys Immunsystem | 04.09.2018

Viele Antibiotika können im ersten Lebensjahr beeinflussen, wie gut Impfungen angehen. In einer australischen Studie mit neugeborenen Mäusen kommen die Forscher zum Schluss, dass Antibiotika die Wirksamkeit von Schutzimpfungen bei Säuglingen beeinträchtigen können. Die antibiotischen Wirkstoffe veränderten zudem die Bakterienkulturen im Darm – die dann nicht mehr zur Entwicklung des körpereigenen Abwehrsystems beitragen. Vorsicht sei deshalb angebracht, wenn Säuglinge oder stillende Mütter Antibiotika erhalten sollen, denn auch über die Muttermilch können sie zum Kind gelangen. In Australien erhält etwa die Hälfte aller Säuglinge Antibiotika. Der Verbrauch ist dort einer der höchsten der Welt.

Impfungen | 24.06.2016

Das typische Dilemma in Allergiker-Familien: Eltern von Kindern, die zu Allergien neigen, haben oft Bedenken, wenn Impftermine näher rücken. Kinder mit erhöhtem Allergierisiko werden deshalb oft gar nicht, unvollständig oder mit Verzögerung geimpft. Doch damit steigt die Gefahr schwerer Infektionsfolgen. Kinderärzte geben deutlich Entwarnung: Anders als häufig befürchtet, fördern spezifische Standardimpfungen die allergische Sensibilisierung gegen Umweltallergene wie Pollen oder Nahrungsmittel nicht. Auch die Entwicklung allergischer Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen wird durch die Standardimpfungen nach derzeitigem Wissensstand nicht begünstigt.

Newsticker

Impfungen am besten in den Oberschenkel: In den ersten drei Lebensjahren kommt es nach einer intramuskulären Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis (DTP) doppelt so oft zu Lokalreaktionen, wenn die Injektion in den Oberarm statt in den Oberschenkel erfolgt. Das ergab die Analyse einer amerikanischen Datenbank mit 6 Mio. Impfungen. Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle sind in der Regel harmlos und verschwinden nach zwei Tagen. Mit der Wahl der richtigen Körperstelle kann dem Kind dies aber häufiger erspart werden. (swissmom-Newsticker, 30.1.2013)

Letzte Aktualisierung : 11-09-20, BH/KM

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