Ungünstige Sportarten für Schwangere

Ungünstige Sportarten für Schwangere

Bergwandern: Gegen gemässigtes Wandern in nicht allzugrosser Höhe ist in einer unkomplizierten Schwangerschaft nichts einzuwenden. Bei Bergwanderungen sollten Sie extreme Höhenunterschiede auf jeden Fall vermeiden, d.h. Aufstiege zu Fuss über 2000 m Höhe sind tabu. Auch Fahrten mit der Gondel oder Seilbahn, die in kurzer Zeit grosse Höhenunterschiede überwindet, können Ihrem Kreislauf Probleme machen. Bedenken Sie auch, dass Ihr Gleichgewichtssinn verändert ist, was bei schmalen Wegen mitunter gefährlich sein kann. Schützen Sie Ihre Haut: Ein sehr hoher Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert, weil die Haut in der Schwangerschaft extrem lichtempfindlich ist. Ein weiterer Nachteil bei einer Bergwanderung in unzugänglichem Gelände ist noch, dass ärztliche Hilfe im Notfall nur sehr schwer erreichbar ist. Bergsteigen (Klettern) dagegen sollten Sie für eine Zeitlang aufschieben.

Bodenturnen: Übungen mit hohen Sprüngen und Überdehnungsgefahr sollten vermieden werden, bei Bodenübungen ist der Bauch ständig im Weg – insgesamt also in der Schwangerschaft als Sportart eher nicht zu empfehlen. Dasselbe gilt auch für andere Formen des Kunstturnens wie Sprung und Schwebebalken. Beim Stufenbarren ist zudem ein erhebliches Sturzrisiko gegeben.

Bodybuilding und Hanteltraining: Anstatt Bodybuilding sollten Sie auf das gemässigtere Bodytoning während der Schwangerschaft übergehen, die Gewichte an den Geräten deutlich zurücksetzen und mit leichteren Hanteln trainieren. Dafür können Sie ja ein paar Wiederholungen mehr machen! Nehmen Sie Schmerzen ernst und legen Sie mehr Pausen ein.

Inline-Skating: Grundsätzlich ist Inline-Skating ein sehr gutes Ausdauer- und Kreislauftraining. Ungeübte Läuferinnen können aber leicht stürzen. Aber auch langjährige geübte Läuferinnen haben in der Schwangerschaft mitunter Schwierigkeiten mit ihrem veränderten Körpergefühl und Schwerpunkt. Also Vorsicht!

Joggen: Joggen ist als Sportart in der Schwangerschaft umstritten. Manche Fachleute halten Joggen für nicht empfehlenswert, da es Ihre Brust, Ihren Rücken und Ihren Beckenbereich (Beckenboden) belastet, ausserdem auch Ihre Hüft- und Kniegelenke. Immerhin schleppen Sie einige Kilo Gewicht mehr mit sich herum, das durch die weichen Gelenke und Bänder kaum gehalten wird. Vielen Frauen fällt das Joggen während der Schwangerschaft schwer, weil sie sehr leicht kurzatmig werden und Seitenstechen bekommen. Wenn Sie allerdings eine gut trainierte Joggerin sind, ausreichend Stützmuskulatur aufgebaut haben und gut gefederte Laufschuhe tragen, können Sie Ihren Lieblingssport in Massen weiter betreiben. Das Ausdauertraining kurbelt die Blutzirkulation besonders an und beugt Thrombosen, Krampfadern und Hämorrhoiden vor. Und Ihrem Baby schadet das nicht: Untersuchungen haben gezeigt, dass es nach 30 Minuten auf dem Laufband keine Blutflussveränderungen in der Nabelschnur gab, zumindest bei einer Leistung unter 60% des maximalen Pulsschlags. Achten Sie aber auf einen besonders gut stützenden Büstenhalter!

Eine Alternative zum Joggen ist Walking, Nordic Walking und Power-Walking mit Arm- und Fussgewichten und - wenn Sie Wasser mögen - Aquajogging.

Rudern beansprucht zu stark die gerade Bauchmuskulatur und ist daher – zumindest in der sportlichen Variante - in der Schwangerschaft eher ungeeignet.

Skifahren, Skilanglauf, Snowboarden: Auch Skifahren ist für Schwangere nur bedingt geeignet, einerseits wegen des schlechteren Gleichgewichtsgefühls durch den veränderten Schwerpunkt, andererseits könnte es bei einem Sturz zu einer Verletzung oder vorzeitigen Ablösung der Plazenta und dadurch zu einer Fehl- oder Frühgeburt kommen. Denken Sie daran, dass Sie auf den Pisten meist nicht allein sind und Sie durchaus als sehr sichere Läuferin in einen Unfall verwickelt sein können, an dem Sie nicht Schuld sind. Auch die Höhe und die dadurch bedingte Kurzatmigkeit (spürbar schon ab 2000 m) kann einer werdenden Mutter sehr zu schaffen machen. Wenn überhaupt, ist das mittlere Trimenon noch am ehesten für Skiferien geeignet.

Skilanglauf dagegen kann eine sehr gute Sportart in der Schwangerschaft sein, vor allem wenn Sie gut trainiert sind und langsam laufen. Solange Sie sich beim Langlauf noch mit normaler Stimme unterhalten können, haben Sie sich sicher noch nicht überanstrengt.

Für Snowboarden gilt im Prinzip das gleiche wie für das Skifahren. Achten Sie dabei zusätzlich auf wasserdichte und warme Kleidung, denn Snöber sitzen doch recht häufig im Schnee und für Harnwegsinfekte sind Schwangere besonders anfällig.

Tennis und andere Ballsportarten: Tennis ist wegen der oft sehr abrupten Spurt- und Stoppbewegungen und der Verletzungsgefahr durch Stürze oder Bälle eher nicht für die Schwangerschaft geeignet. Durch die Drehbewegung beim Schlagen werden die Bandscheiben der unteren Wirbelsäule stark belastet. Die Bänder sind bei Schwangeren unter Östrogen- und Relaxin-Einfluss entspannter, was leichter zu Verletzungen führt. Auch besteht das Risiko, dass ein harter Ball auf den ungeschützten Bauch trifft. Dieselben Bedenken gelten auch für alle anderen Ballsportarten wie Squash und Tischtennis. Bei Mannschafts-Ballsportarten wie z.B. Handball, Basketball, Volleyball und Hockey besteht ausserdem die Gefahr, mit einem Mitspieler zusammen zu stossen.

Thai-Bo(xing) ist bei gutem Trainingszustand bis zum Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels erlaubt, sollte aber weniger Kick-Übungen enthalten. Im letzten Drittel ist der Bauch deutlich im Weg, und das veränderte Gleichgewichtsgefühl kann Sie leicht aus der Balance bringen. Wegen der Sturzgefahr kann man Thai-Bo deshalb Schwangeren nur mit Vorbehalt empfehlen.

Windsurfen: Wenn Sie gut trainiert und im Surfen erfahren sind, ist in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft zumindest bei geringerer Windstärke nichts gegen diese Sportart einzuwenden. Extreme Streckbewegungen sollten allerdings vermieden werden. Gegen Ende der Schwangerschaft wird es wahrscheinlich mühsam werden, die Balance zu halten, und die Bauchmuskulatur kann zu stark beansprucht werden – steigen Sie dann lieber auf Segeln um!


Häufige Fragen

Ich bin sportlich sehr aktiv, v.a. mit Leichtathletik, Weitsprung, Kugelstossen, Rennen. Muss ich wirklich zurückstecken, auch wenn ich bis jetzt (11. Woche) noch keine Beschwerden habe?

Darf ich beim Step-Training auch mal ausser Atem geraten oder ist das gefährlich für das Baby?

Lange hat’s gedauert, aber nun bin ich endlich schwanger! Darf ich denn jetzt noch Tennis spielen?


Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH