Myome und Schwangerschaft

Gebärmuttermyome

Jede vierte bis fünfte Frau über 30 Jahre hat Myome an oder in der Gebärmutter (Uterusmyome). Deshalb ist es kein Wunder, das Myome häufig auch bei Schwangeren entdeckt werden. Myome sind gutartige, hormonabhängige Muskelgeschwulste, die einzeln oder mehrfach auftreten und in der Regel langsam wachsen. Uterusmyome können unregelmässige Blutungen, Blähungen oder Schmerzen (auch beim Geschlechtsverkehr) verursachen, abhängig von ihrer Grösse, Lage und der Hormonsituation. Oft nehmen die Beschwerden an den Tagen vor und während der Monatsblutung zu. Auch kleine Myome können schon die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, wenn sie im Bereich des Eileiters liegen oder die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut bei der Einnistung der befruchteten Eizelle stören. Oft haben die betroffenen Frauen aber gar keine Beschwerden, so dass ein Myom zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt wird.

Früher wurde behauptet, dass es durch den Östrogeneinfluss in der Schwangerschaft zu einem verstärkten Myomwachstum komme. Dies konnte durch wissenschaftliche Untersuchungen aber nicht bestätigt werden. Ein starkes Wachstum wird nur in Einzelfällen festgestellt, und dann auch meist nur im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Bei kleinen, den Uterus nicht zu stark verformenden Myomen ist eigentlich damit zu rechnen, dass die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft. In einer Studie an 20 Frauen mit Myomen unter 3 cm wurde keine erhöhte Komplikationsrate im Vergleich zur Kontrollgruppe gefunden. Eine Kaiserschnittentbindung ist deshalb meistens nicht notwendig.

Anders ist das, wenn eine Schwangere grosse oder viele Myome an der Gebärmutter hat. Dann ist die Rate von Fehlgeburten, vorzeitigem Blasensprung, vorzeitiger Ablösung des Mutterkuchens und Frühgeburten leicht (um etwa 15%) erhöht. Offensichtlich erhöhen Myome die Wehenbereitschaft. Je nach Lage und Grösse des Myoms kommt es auch etwas häufiger vor, dass das Kind sich zur Geburt in einer ungünstigen Lage, z.B. der Steisslage, befindet oder durch das Myom in seiner normalen Entwicklung behindert wird.

Nach der Geburt verursachen Myome oft Komplikationen im Wochenbett mit verstärkten Blutungen bei der Gebärmutter-Rückbildung und Infektionen, wenn der Wochenfluss, die Lochien, nicht gut abfliessen kann.

Es ist nicht ungefährlich, ein Myom in der Schwangerschaft zu entfernen, vor allem, weil die Gefahr einer Blutung besteht. Eine Operation (Myom-Enukleation oder Myom-Embolisation, bei kleinen Myomen auch MRT-gelenkter fokussierter Ultraschall) will also gut überlegt sein. Eine Hormontherapie ist in der Schwangerschaft sowieso nicht angebracht. Wenn das Myom Schmerzen verursacht, wird Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin Ihnen wahrscheinlich Bettruhe und Medikamente verordnen. Auch kalte Umschläge können die Schmerzen lindern.

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH