Anzeige
  • Kinderwunsch
    • Schwangerschaft
      • Geburt
        • Wochenbett
          • Baby
            • Kind

              • Stillen
                • Krankheiten
                  • Familie
                    • Frauengesundheit
                      • Erziehung
                        • Vater werden
                          • Gesund Leben
                            • Arbeit, Recht und Finanzen

                              Myo­me in der Ge­bär­mut­ter

                              Frau sitzt auf der Kochinsel mit einer Tasse in der Hand

                              Jede vier­te bis fünf­te Frau über 30 Jah­re hat Myo­me an oder in der Ge­bär­mut­ter (Ute­rus­myo­me). Man­che Schät­zun­gen ver­mu­ten so­gar, dass mehr als die Hälf­te al­ler Frau­en im Lauf ih­res Le­bens Mus­kel­kno­ten in der Ge­bär­mut­ter ent­wi­ckelt. Ein Drit­tel die­ser Myo­me ver­ur­sacht im Lauf der Zeit Sym­pto­me wie Blu­tun­gen und Be­schwer­den wie Druck­ge­fühl oder ver­stärk­te Re­gel­schmer­zen.

                              Was sind Myo­me?


                              Myo­me sind gut­ar­ti­ge Wu­che­run­gen von Ge­we­be aus Mus­kel­zel­len. Die Mus­kel­ge­schwuls­te kön­nen ein­zeln oder mehr­fach auf­tre­ten und wach­sen in der Re­gel lang­sam.

                              Sie ent­ste­hen, weil na­tür­li­che Hor­mo­ne auf die Mus­kel­zel­len in der Ge­bär­mut­ter ein­wir­ken und sie zu über­mäs­si­gem Wachs­tum an­re­gen. Sie kön­nen klein sein wie ein Kirsch­kern oder groß wie ein Ap­fel, ein­zeln oder ge­häuft auf­tre­ten. Weil sie an ver­schie­de­nen Stel­len in der Ge­bär­mut­ter ent­ste­hen, wer­den sie da­nach ein­ge­teilt: Das in­tra­mu­ra­le Myom wächst in der Mus­kel­schicht, das sub­s­erö­se an der Um­klei­dung der Ge­bär­mut­ter­mus­ku­la­tur, das sub­mu­kö­se un­ter der Ge­bär­mut­ter­schleim­haut. Man­che Myo­me sind nur über ei­nen Stiel mit der Ge­bär­mut­ter ver­bun­den, so­ge­nann­te ge­sti­el­te Myo­me.

                              In Ab­hän­gig­keit vom Al­ter des ers­ten Auf­tre­tens blei­ben man­che Myo­me klein; an­de­re wach­sen be­stän­dig wei­ter. Erst wenn in den Wech­sel­jah­ren die Rei­fung von Ei­zel­len und da­mit die Ös­tro­gen­pro­duk­ti­on in den Ei­er­stö­cken auf­hört, ver­lang­samt sich auch das Wachs­tum die­ser gut­ar­ti­gen Tu­mo­re, bis es schliess­lich in den meis­ten Fäl­len ganz ver­siegt. In den Jah­ren nach der Me­no­pau­se wird das Zell­ge­we­be all­mäh­lich ab­ge­baut.

                              Be­schwer­den durch Myo­me in der Ge­bär­mut­ter


                              Zwei von drei Myo­men blei­ben le­bens­lang un­auf­fäl­lig und ru­fen kei­ne Krank­heits­sym­pto­me her­vor. Oft ha­ben die be­trof­fe­nen Frau­en gar kei­ne Be­schwer­den, so dass ein Myom zu­fäl­lig bei ei­ner Ul­tra­schall­un­ter­su­chung ent­deckt wird.

                              Bei etwa je­der drit­ten Myom-Er­kran­kung kön­nen ver­län­ger­te und ver­stärk­te Mo­nats­blu­tun­gen oder Zwi­schen­blu­tun­gen auf­tre­ten, sel­ten auch Schmer­zen in der Ge­bär­mut­ter (auch beim Ge­schlechts­ver­kehr). Gros­se Myo­me ver­ur­sa­chen Be­schwer­den durch er­höh­ten Druck auf be­nach­bar­te Or­ga­ne wie Harn­bla­se, Harn­lei­ter oder Darm und Darm­aus­gang. Oft neh­men die Be­schwer­den an den Ta­gen vor und wäh­rend der Mens­trua­ti­on zu.

                              Auch klei­ne Myo­me kön­nen schon die Frucht­bar­keit be­ein­träch­ti­gen, wenn sie im Be­reich des Ei­lei­ters lie­gen oder die Durch­blu­tung der Ge­bär­mut­ter­schleim­haut bei der Ein­nis­tung der be­fruch­te­ten Ei­zel­le stö­ren.

                              Ge­bär­mut­ter­myo­me und Schwan­ger­schaft


                              Frü­her wur­de be­haup­tet, dass es durch den Ös­tro­gen­ein­fluss in der Schwan­ger­schaft zu ei­nem ver­stärk­ten Myomwachs­tum kom­me. Dies konn­te durch wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen aber nicht be­stä­tigt wer­den. Ein star­kes Wachs­tum wird nur in Ein­zel­fäl­len fest­ge­stellt, und dann auch meist nur im ers­ten und zwei­ten Schwan­ger­schafts­drit­tel.

                              Nach der Ge­burt ver­ur­sa­chen Ge­bär­mut­ter­myo­me oft Kom­pli­ka­tio­nen im Wo­chen­bett mit ver­stärk­ten Blu­tun­gen bei der Ge­bär­mut­ter-Rück­bil­dung und In­fek­tio­nen, wenn der Wo­chen­fluss, die Lochi­en, nicht gut ab­flies­sen kann.

                              Wel­che Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten gibt es bei Ge­bär­mut­ter­myo­men?


                              Ver­ur­sa­chen die Myo­me kei­ne Sym­pto­me, drü­cken nicht auf die Nach­bar­or­ga­ne und sind nicht für ei­nen un­er­füll­ten Kin­der­wunsch mit­ver­ant­wort­lich, ist meist kei­ne The­ra­pie not­wen­dig. Sind be­reits Sym­pto­me vor­han­den, soll­te eine Be­hand­lung er­wo­gen wer­den, weil nicht zu er­war­ten ist, dass die Be­schwer­den von al­lei­ne ver­schwin­den. Vor al­lem der stän­di­ge star­ke Blut­ver­lust ver­ur­sacht eine Blut­ar­mut mit Leis­tungs­schwä­che, Kopf­schmer­zen, Mü­dig­keit und Kreis­lauf­pro­ble­men.

                              Liegt kei­ne Schwan­ger­schaft vor, gibt es meh­re­re Mög­lich­kei­ten zur Ent­fer­nung oder Ver­klei­ne­rung der Myo­me.

                              • Myom-Enu­klea­ti­on: Die Ge­bär­mut­ter­myo­me wer­den je nach Lage und Grös­se ope­ra­tiv ent­fernt, "her­aus­ge­schält". Das ge­schieht ent­we­der durch die Schei­de, per La­pa­ras­ko­pie (mi­ni­mal-in­va­si­ve Bauch­spie­ge­lung) oder durch ei­nen Bauch­schnitt

                              • Myom-Em­bo­li­sa­ti­on: Die das Myom ver­sor­gen­den Blut­ge­fäs­se wer­den ge­zielt ver­schlos­sen (ver­ödet). Hier­zu führt man ei­nen Ka­the­ter durch die Leis­ten­ar­te­rie bis in die Ute­rus­ar­te­rie ein. Da­nach schrump­fen die Myo­me in­ner­halb ei­nes Jah­res auf etwa 10% der ur­sprüng­li­chen Grös­se.

                              • Ther­mo­a­b­la­ti­on: Bei klei­nen bis mitt­le­ren Myo­men in der Ge­bär­mut­ter er­zeugt MRT-ge­lenk­ter fo­kus­sier­ter Ul­tra­schall (Ra­dio­fre­quenz-Ab­la­ti­on, FUS oder HIFU) eine ge­ziel­te Hit­ze­ein­wir­kung, wo­durch das Myom "ein­ge­schmol­zen" wird und ab­stirbt. Da­bei wird in Nar­ko­se eine Son­de in die Ge­bär­mut­ter­höh­le ein­ge­führt, das Myom lo­ka­li­siert und dann wer­den hoch­fre­quen­te Schall­wel­len auf das Myom ge­lenkt. Die Me­tho­de ist un­blu­tig und ver­ur­sacht kaum Kom­pli­ka­tio­nen, ist aber stark ab­hän­gig von der Er­reich­bar­keit des Tu­mors und kann so nur bei ei­nem Teil der be­trof­fe­nen Frau­en ein­ge­setzt wer­den.

                              • Hor­mon­the­ra­pie: So­ge­nann­te GnRH-Ana­lo­ga blo­ckie­ren die na­tür­li­che Pro­duk­ti­on von Ös­tro­gen und Ges­ta­gen, ver­set­zen den Kör­per vor­zei­tig in die Wech­sel­jah­re und sol­len die Ge­bär­mut­ter­myo­me ver­klei­nern. Ent­spre­chen­de Ne­ben­wir­kun­gen wie Hit­ze­wal­lun­gen und star­ke Stim­mungs­schwan­kun­gen sind da­bei nicht zu ver­mei­den, des­halb ist die Ein­nah­me auf sechs Mo­na­te be­grenzt und wird oft nur als Vor­be­rei­tung zu ei­ner Ope­ra­ti­on emp­foh­len.

                              • Med­ka­men­tös: Uli­pris­tala­ce­tat (Es­mya®) für drei Mo­na­te soll die Myo­me vor ei­nem ope­ra­ti­ven Ein­griff ver­klei­nern. Eine län­ge­re Be­hand­lungs­dau­er ist mög­lich bei Frau­en, die noch schwan­ger wer­den wol­len und eine Ope­ra­ti­on ver­mei­den wol­len. Frau­en mit auf­fäl­li­gen Le­ber­blut­wer­ten sind hier­von aus­ge­schlos­sen; die­se soll­ten re­gel­mäs­sig kon­trol­liert wer­den.

                              Alle Ver­fah­ren kön­nen er­mög­li­chen, dass die Ge­bär­mut­ter selbst er­hal­ten bleibt. Man­che die­ser Ver­fah­ren sind al­ler­dings nicht ge­eig­net, wenn noch Kin­der­wunsch be­steht, wenn die Myo­me zu gross sind, un­güns­tig sit­zen oder es zu vie­le sind.

                              Wenn es kei­nen an­de­ren Aus­weg gibt, kann auch die Schleim­haut ver­ödet bzw. ein Teil der Ge­bär­mut­ter oder das gan­ze Or­gan ent­fernt wer­den (Hys­te­rek­to­mie). Mehr als die Hälf­te al­ler Ge­bär­mut­ter­ent­fer­nun­gen wer­den we­gen Myo­men durch­ge­führt. Wächst der Kno­ten schnell, ist er mög­li­cher­wei­se bös­ar­tig und muss ope­ra­tiv ab­ge­klärt und evtl. ent­fernt wer­den.

                              Letzte Aktualisierung: 09.09.2021, BH

                              Mehr zum The­ma

                              Ak­tu­el­les

                              kurz&bündigkurz&bündig
                              8/27/2022
                              Tochter und Mutter, beide fassen sich in die Haare

                              Angst­stö­run­gen wer­den über­tra­gen

                              Kin­der, de­ren El­tern an Angst­stö­run­gen lei­den, er­kran­ken selbst häu­fi­ger an Angst­stö­run­gen. Da­bei fin­det die „Über­tra­gu…

                              Auch in­ter­es­sant

                              Neu­es­te Ar­ti­kel

                              Unsere Partner

                              Anzeige
                              Anzeige