Viel trinken!
Infektionen | Behandlung | Schwangerschaft

Vorbeugung und erste Behandlung einer Blasenentzündung

Schon bevor das Ergebnis der Urinuntersuchung beim Arzt definitiv ist, können Sie die vom Arzt verordnete Therapie einer Blasenentzündung unterstützen, indem Sie sehr viel (mindestens drei Liter pro Tag, das entspricht ca. einer Tasse pro Stunde) und heiss trinken – eventuell spezielle Blasentees mit harntreibender Wirkung, Kräutertees aus Brennesseln, Goldrute, Löwenzahn, Hauhechelwurz, Kamille und Birkenblättern, sowie Cranberry-Saft. Damit werden die Harnwege ständig gespült und der Erreger ausgeschwemmt. Sehr gut ist auch lauwarmes bis warmes Wasser ohne Kohlensäure. Vermeiden Sie aber alle säuernden und reizenden Getränke wie Kaffee, Schwarztee, Orangen- und andere Citrusfruchtsäfte, Tomaten und Sauerampfer. 

Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung können pflanzliche Wirkstoffe schnell Linderung bringen. Entzündungshemmend, antibakteriell, harntreibend und schmerzlindernd wirken entwässernde Blasentees in Kombinationen aus Goldrute, Orthosiphon (Katzenbart) und Hauhechel. Die Heilpflanzen regen nicht nur die Nierentätigkeit an, sondern wirken auch desinfizierend gegen die Bakterien. Da die Heilpflanzenextrakte sogar in Tablettenform verfügbar sind, ist die Einnahme besonders leicht und schnell möglich und können auch auf Reisen schnell eingenommen werden. Tees und Tabletten sind im Gegensatz zu Antibiotika in der Apotheke frei verkäuflich.

Unterkühlung ist zwar nicht direkte Ursache für eine Blasenentzündung (das sind die Bakterien), aber Kälte reduziert die Durchblutung im Beckenbereich, es kommt zu einer örtlichen Abwehrschwäche und das fördert eine Harnwegsinfektion. Ziehen Sie sich deshalb warm genug an und vermeiden Sie kalte Füsse. Bettwärme, aufsteigende Fussbäder, Rotlicht und Fangopackungen lindern die Beschwerden. Die Bettflasche sollte aber nicht mit kochendem sondern nur mit heissem Leistungswasser gefüllt werden.

Die meisten Harnwegsinfektionen werden durch Bakterien aus dem Dickdarm hervorgerufen. Deshalb sind diese vorbeugenden Massnahmen besonders wichtig:

  • Den Toilettengang nicht zu lange hinauszögern. Je länger Bakterien und andere Keime in den Harnwegen verbleiben, desto höher das Risiko, dass sie sich vermehren und eine Infektion hervorrufen.
  • Nach jedem Toilettengang mit dem Papier vorsichtig von vorn nach hinten wischen oder besser sogar nur zu tupfen. Sie vermeiden so, dass Darmbakterien in die Scheide oder in die Harnröhre gelangen können.
  • Benutzen Sie beim Sex ein Gleitmittel: Tragen Sie das Gel vor dem Koitus im Bereich der Harnröhrenöffnung auf. Keime können dann nicht mehr so leicht bis zur Blase wandern.
  • Nach dem Intimverkehr sollten Sie immer rasch die Blase entleeren. So werden Keime ausgeschwemmt, die allenfalls in die Harnwege eingedrungen sind.
  • Waschen Sie Ihren Intimbereich vor und nach dem Geschlechtsverkehr mit warmem Wasser. 
  • Zum Waschen benutzen Sie am besten nicht normale alkalische Seife, sondern ein alkalifreies Syndet bzw. speziell für diesen Bereich entwickelte Waschlotionen.
  • Slipeinlagen verwenden und zwei- bis dreimal am Tag wechseln.
  • Auf Intimsprays sollten Sie sowieso in der Schwangerschaft verzichten.

Häufige Frage zum Thema

Im Gegenteil. Die Behandlung ist sehr wichtig, denn ein unbehandelter Harnwegsinfekt kann zu einer Fehlgeburt und später einer Frühgeburt führen.

Allerdings sollten die in der Schwangerschaft bewährten Antibiotika (Penizillin, Cephalosporine und Erythromycin) eingesetzt werden. Auf Trimethoprim...

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Newsticker

Nichts geht über Wasser | 17.03.2019

Viel Wasser oder Tee zu trinken, gehört zu den Standardempfehlungen bei einer Blasenentzündung. Dies wurde nun wissenschaftlich in einer Studie an 140 jungen Frauen bestätigt, zudem zeigte sich auch die vorbeugende Wirkung bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Pro Tag sollte die eine Hälfte der Frauen zusätzlich zu ihrem üblichen Verbrauch weitere 1,5 Liter Wasser trinken, die andere so viel Flüssigkeit wie immer zu sich nehmen. Das Ergebnis: Die Vieltrinkerinnen bekamen 50% weniger Blasenentzündungen. Die Keimkonzentration im Harn ist umso niedriger, je grösser das Volumen ist, und die Anheftung von Bakterien an die Blasenschleimhaut wird so erschwert. Durch die erhöhte Trinkmenge wurden auch Antibiotika eingespart: Bei den Vieltrinkerinnen waren im gesamten Jahr pro Person 1,9 Antibiotikakuren notwendig, während es in der Kontrollgruppe 3,6 Behandlungen waren.

Letzte Aktualisierung : 05-10-16, BH

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