lachendes Kind auf der Schaukel
Kind | Entwicklung, geistig | Entwicklung, körperlich

4 Jahre alt – Jetzt werden Kontakte geknüpft

Mit 4 Jahren wird Ihr Kind zunehmend selbständig und Sie können beobachten, wie es sich zu einer eigenen Persönlichkeit entwickelt. Dass es eigenständig wird, bemerken Sie auch daran, dass es sich selbst nicht mehr mit dem Namen bezeichnet, sondern mit "Ich".

Die Grobmotorik ...

Laufen, rennen und springen gehören zum Alltag, darin fühlt sich Ihr Kind sicher. Nun möchte es auch wissen, wie schnell es rennen, wie weit es springen und wie hoch es hüpfen kann. Viele Kinder nutzen auch jede Gelegenheit zu balancieren, sei es auf einem Randstein, einem Baumstamm oder einer Mauer. Ihr Kind kann mit beiden Händen einen Ball auffangen und beim Treppensteigen reicht es, wenn es jeweils nur einen Fuss auf die Stufe setzt.

Der Bewegungsdrang, die Experimentierfreude und die Energie von vierjährigen Kindern sind oft gross und wenn Sie die Möglichkeit haben, ein Eltern-Kind-Turnen zu besuchen, wird Ihr Kind sich dort austoben können.

... und Feinmotorik von Vierjährigen

Wenn Ihr Kind ein Bild malt, können Sie jetzt gut erkennen, was es darstellt und vielleicht versucht es bereits, Zahlen oder Buchstaben abzuschreiben. Wenn Sie ein bastelbegeistertes Kind haben, wird es schon bald mit der Schere umgehen können und einfache Dinge zusammenleimen. 

Die meisten Kinder in diesem Alter können sich selbständig an- und ausziehen und möchten sich dabei auch nicht helfen lassen. Drücken Sie ein Auge zu, wenn Ihr Kind den Pulli falsch herum anzieht oder zwei verschiedene Socken trägt; es kann zu Recht stolz darauf sein, wenn es sich ganz alleine richtet. Nur beim Zähneputzen sollten Sie darauf bestehen, mitzuhelfen. Die Feinmotorik reicht bis zum Schulalter noch nicht aus, dass Ihr Kind dies ganz ohne Hilfe gründlich genug tun könnte.

So sprechen vierjährige Kinder

Ihr Kind kann Ihnen nun alles sagen und berichten, was es möchte, sein Wortschatz ist dafür gross genug. Meist stimmt auch die Reihenfolge der Erzählungen. Es lernt aber nach wie vor täglich bis zu fünf neue Wörter.

Ihr Kind beginnt zu fragen. Daran können Sie erkennen, dass es nun auch Zusammenhänge erfasst. Vielleicht möchte es wissen, warum der Himmel blau und der Schnee kalt ist. Durch das Beobachten kann es sich aber gewisse Fragen auch selber beantworten. Zum Beispiel ist eine Schnecke darum so langsam, weil sie keine Beine hat.

Das soziale Verhalten

In der Kita, der Spielgruppe, auf dem Spielplatz oder im Umgang mit seinen Geschwistern lernt Ihr Kind nun, mit anderen zu spielen, aber auch zu teilen und zu warten, bis es an der Reihe ist. Für viele Kinder ist dies nicht einfach und dass es dabei auch zu Streit kommt, ist normal.

Dadurch, dass Ihr Kind solchen Situationen ausgesetzt ist, lernt es sie kennen und damit umgehen. Indem Sie ihm erklären, wie sich das Gegenüber fühlt, wenn Ihr Kind ihm zum Beispiel das Spielzeug wegnimmt, lernt es sowohl seine eigenen als auch die Gefühle anderer kennen. 

Nicht allen Kindern fällt der Kontakt zu Gleichaltrigen einfach, manche halten sich eher zurück und gehen Trubel aus dem Weg. Trotz dieser unterschiedlichen Persönlichkeiten lernen alle Kinder in diesem Alter aber gerade in der Kita oder der Spielgruppe gewisse soziale Regeln kennen, zum Beispiel beim gemeinsamen Znüni oder beim Bauprojekt im Sandkasten. Auch Regeln von Gesellschaftsspielen können Vierjährige befolgen.

In diesem Alter können Kinder bereits gewisse Dinge verschweigen, von denen sie wissen, dass Erwachsene damit nicht einverstanden wären.

Wie entwickelt sich ein vierjähriges Kind emotional?

Jetzt entstehen erste Freundschaften und einige Kinder trauen sich auch bereits, bei einem anderen Kind zu Hause zu spielen. Dieses Loslassen ist aber nicht für alle Kinder gleich einfach. Viele Vierjährige möchten zwar selbständig sein, die Sicherheit der Eltern fehlt ihnen dann doch. Wenn Ihr Kind Mühe hat, sich von Ihnen zu trennen, versuchen Sie sein Selbstvertrauen zu stärken, indem Sie ihm zeigen, wie selbständig es in vielen anderen Bereichen bereits ist.

Emotionen wie Freude oder Ärger können vierjährige Kinder schon ganz gut regulieren, aber es ist ganz normal, dass es ihnen auch häufig nicht gelingt.

Jungs und Mädchen

Kinder wissen jetzt genau, dass sie ein Junge oder ein Mädchen sind. Sie können dies daran erkennen, dass ein Junge zum Beispiel seine Mama heiraten möchte und ein Mädchen den Papa. Trotzdem ist es bei Vierjährigen noch nicht so, dass sie beispielsweise bei Rollenspielen nur denjenigen Part übernehmen, der zum eigenen Geschlecht passt.

Jedes Kind ist anders

Alle diese Fertigkeiten und Fähigkeiten, die wir beschreiben, sind Durchschnittswerte. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, die einen etwas schneller, die anderen lassen sich mehr Zeit. Seien sie nicht verunsichert, wenn Ihr Kind zum Beispiel den Ball jetzt noch nicht fangen kann. So einzigartig jedes Kind ist, so einzigartig ist auch seine Entwicklung.

Herausforderungen 

Jedes Alter birgt besondere Herausforderungen für die Eltern. Bei einem 4-jährigen Kind können dies folgende sein:

  • In diesem Alter können Kinder Gefahren noch nicht einschätzen, diejenigen im Strassenverkehr erst recht nicht. Es ist also wichtig, dass Sie Ihr Kind darauf hinweisen, immer und immer wieder.
  • Fernseher: Beim Rotkäppchen frisst der Wolf die Grossmutter und Heidi wird von ihrem Opa getrennt. Selbst solche "harmlosen" Geschichten können 4-jährigen Kindern Angst machen. Achten Sie generell auf den Umgang Ihres Kindes mit digitalen Medien und kontrollieren Sie, was es sich anschaut.
  • Greifen Sie bei Streitigkeiten unter Kindern nicht sofort ein, auch wenn es Ihnen schwer fällt und Sie meinen, Ihr Kind sei unschuldig. Lassen Sie die Kinder selber nach Lösungen suchen, nur so lernen sie, Konflikte zu bewältigen.
  • Seien Sie ein Vorbild, denn Ihr Kind beobachtet genau. Wenn Sie zum Beispiel selber kein Gemüse essen, ist es schwierig, Ihr Kind davon zu überzeugen. Dasselbe gilt für den Strassenverkehr oder die Tischmanieren.
  • Fragen über Fragen: Beantworten Sie die vielen Fragen Ihres Kindes, sonst wird es irgendwann nichts mehr wissen wollen. Allerdings dürfen Sie auch einmal zugeben, wenn Sie auf eine Frage keine Antwort wissen oder das Kind um eine Frage-Pause bitten.

Der nächste grosse Schritt für Ihr Kind

Vermutlich wird Ihr Kind bald den Kindergarten besuchen. Dort eröffnet sich ihm ein neuer Lebensraum, eine interessante Spielwelt und es bekommt die Möglichkeit, Neues auszuprobieren, zu experimentieren und zu gestalten. 

Häufige Fragen zum Thema

Nun, primär ist es Ihre Aufgabe, Ihre eigenen Kinder zu erziehen. Aber natürlich sollten sich kleine Besucherinnen und Besucher bei Ihnen daheim an Ihre Regeln halten. Damit sich die Gäste orientieren können, müssen Ihnen diese Regeln aber bekannt sein. Was immer für Regeln bei Ihnen zählen, lassen...

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Eltern mit Erfahrung und Erzieher plädieren in der Regel dafür, dass ein Kind, welches vom Alter her zwar noch knapp den Übertritt von der Spielgruppe in den (kleinen) Kindergarten schaffen würde, von der allgemeinen Entwicklung her aber noch sehr kindlich ist, lieber ein Jahr länger in der...

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Newsticker

Kleinkinder vergessen unterschiedlich: Der Erlebnisspeicher reicht bei Erstgeborenen weiter zurück als bei den Geschwistern. Und Frauen erinnern sich besser an die Zeit vor dem Kindergarten  als Männer. Ausserdem scheint das Umfeld einen wichtigen Einfluss auf die sogenannte „kindliche Amnesie“ zu haben. Während Europäer sich bis zum Alter von etwa dreieinhalb Jahren zurückerinnern, geht dies bei Ostasiaten nur bis bis ins sechste Lebensjahr. Die Ureinwohner Neuseelands können dagegen sogar Erlebnisse im Alter von 2,5 Jahren aus den Schubladen ihres Gedächtnisses holen. Vermutlich hängt das mit der Erzählkultur zwischen Mutter und Kind zusammen. Europäer und Nordamerikaner sprechen mehr mit ihren Kindern als Chinesen (swissmom Newsticker, 24.7.14).

Letzte Aktualisierung : 24-05-21, KM

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