Hochzeit mit Baby 648315974

Heiraten - Mit oder ohne Babybauch?

Verliebt, verlobt, verheiratet, 1. Kind, 2. Kind, 3. Kind - Was früher noch die Norm war, ist heute eher die Ausnahme, denn viele Paare denken erst ans Heiraten, wenn ein Baby unterwegs ist. Damit stellt sich die grosse Frage: Vor der Geburt heiraten, oder warten, bis das Baby da ist und sich alles ein wenig eingespielt hat? Wie immer im Leben gibt es auch auf diese Frage keine allgemein gültige Antwort. 

Mit Babybauch heiraten, weil...

  • die Eltern sich dadurch den administrativen Aufwand und die Gebühren der Vaterschaftsanerkennung sparen können, denn der Ehemann der Mutter gilt von Gesetzes wegen als Vater des Kindes. 
  • Mutter und Vater automatisch das gemeinsame Sorgerecht für das Kind haben. Unverheiratete Eltern müssen dafür beim Zivilstandesamt eine gemeinsame Erklärung abgeben. 
  • es einfacher ist, eine Hochzeit zu planen, wenn der Lebensrhythmus noch nicht durch ein Baby bestimmt wird.
  • feiern entspannter ist, wenn da noch kein Baby ist, das seine Bedürfnisse gestillt haben möchte.
  • Hochzeitsnacht und Honeymoon ohne Baby romantischer sind. 
  • man dann schon von Anfang an eine "richtige" Familie ist, was je nach Verwandtschaft trotz gesellschaftlichem Wandel noch immer ein Thema sein kann. 

Doch nicht mit Babybauch heiraten, weil...

  • Schwangerschaftsbeschwerden die Festfreude dämpfen können.
  • das Risiko besteht, dass das Fest ins Wasser fällt, wenn es in der Schwangerschaft zu Komplikationen kommt.
  • man je nach Verlauf der Schwangerschaft nicht die Energie hat, ein Fest zu planen.
  • die meisten Menschen keine Lust haben, im Dezember zu heiraten, bloss weil sich der Nachwuchs auf Januar angekündigt hat. 
  • die Braut mit Saft oder Wasser auf das Eheglück anstossen muss.
  • auch bei gewissen Delikatessen Vorsicht geboten ist, was die Menüwahl einschränkt.
  • manche Honeymoon-Destinationen in der Schwangerschaft nicht in Frage kommen. 
  • das Paar sich je nach Bekanntenkreis blöde Sprüche wie "Ach so, ihr müsst also heiraten" anhören muss.

Nach der Geburt heiraten, weil...

  • ein wunderschönes Fest den Start ins Familienleben besiegelt. 
  • das Hochzeitsdatum nicht vom Entbindungstermin abhängt und somit genügend Planungszeit einberechnet werden kann. 
  • man auch gleich noch die Taufe feiern kann, wo schon mal die ganze Verwandtschaft in der Kirche versammelt ist.
  • die Braut wieder die ganze Palette an schönen Brautkleidern zur Auswahl hat und nicht auf Umstands-Brautmode beschränkt ist.
  • jetzt wieder alle Lebensmittel erlaubt sind und die Braut auch wieder Alkohol trinken darf - sofern sie nicht stillt. 

Der Haken nach der Geburt ist aber, dass...

  • die Herausforderung, sich an das Leben zu dritt zu gewöhnen und zugleich eine Hochzeit zu planen, nicht unterschätzt werden sollte. 
  • ein rauschendes Hochzeitsfest für ein Baby oder Kleinkind anstrengend ist, was sich durchaus mitten in der feierlichen Trauungszeremonie bemerkbar machen kann.
  • eine romantische Hochzeitsnacht und ein traumhafter Honeymoon nur möglich sind, wenn das Paar einen guten Babysitter hat. 
  • sich der Freundeskreis durch die Geburt eines Kindes in vielen Fällen verändert, was die Aufgabe, eine Gästeliste zu erstellen, nicht unbedingt erleichtert. 
  • stillende Mütter auch wieder eingeschränkt sind bei der Wahl des Brautkleides.

Wie auch immer man es dreht und wendet, jede Version bringt ihre Vor- und Nachteile mit sich. Am besten bewährt sich deshalb vielleicht wie immer der Kompromiss: Vor der Geburt standesamtlich heiraten, damit die Fragen rund um Vaterschaft, Sorgerecht und Familiennamen geklärt sind und nach der Geburt, wenn sich das Familienleben ein wenig eingespielt hat, ein rauschendes Hochzeitsfest mit allem Drum und Dran feiern. 

Letzte Aktualisierung: 04.2017, TV