Der Täufling

Die Taufe

Mit der Taufe wird das Baby in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Dies geschieht in allen drei Landeskirchen der Schweiz (Reformierte, Römisch-Katholische und Christkatholische Kirche) im Rahmen eines Gottesdienstes.Es würde zu weit führen, an dieser Stelle im Detail auf die theologische Bedeutung der Taufe einzugehen, darum beschränkt sich dieser Artikel darauf, die wichtigsten Fragen zum Thema zu beantworten. 

Wann wird ein Kind getauft?

Viele Familien lassen ihr Baby im ersten Lebensjahr taufen, es besteht aber auch die Möglichkeit, dies erst im Kindesalter zu tun, so dass sich das Kind später an das Ereignis erinnern kann. Auch eine Taufe im Teenager- oder Erwachsenenalter ist möglich. Katholiken müssen getauft sein, damit sie die Firmung empfangen dürfen, die reformierte Konfirmation ist aber auch ohne Taufe möglich. 

Müssen die Eltern Mitglied der Kirche sein, damit sie ihr Kind taufen lassen können?

Mindestens ein Elternteil muss Mitglied der Konfession sein, in der das Kind getauft wird. Ist zum  Beispiel die Mutter römisch-katholisch, der Vater reformiert, müssen sich die Eltern entscheiden, in welcher Konfession das Kind erzogen werden soll. Die Landeskirchen anerkennen die Taufe gegenseitig. Möchte eine im reformierten Glauben erzogene Person später zum Beispiel der Christkatholischen Kirche beitreten, muss sie also nicht erneut getauft werden. 

Welche Konfession sollen wir für unser Kind wählen?

Wenn die Eltern verschiedenen Konfessionen angehören, stellt sich die Frage, in welcher Konfession das Kind getauft werden und aufwachsen soll. Die Landeskirchen empfehlen, die Konfession des Elternteils zu wählen, der einen engeren Bezug zu Glauben und Kirche hat. Haben weder Mutter noch Vater einen engen Bezug zu einer Kirche, ist es sinnvoll, sich zu fragen, in welchem religiösen Umfeld das Kind hauptsächlich aufwachsen wird und diese Konfession zu wählen. 

Was ist bei allen Konfessionen gleich?

Alle drei Landeskirchen taufen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes durch dreimaliges Ausgiessen von Wasser auf das Köpfchen des Babys. Die symbolische Bedeutung des Wassers ist sehr vielfältig. So steht es zum Beispiel für Reinigung, das Stillen von Durst und für die Grundlage des Lebens. Die von den Berner Kirchen verfassten Broschüre "Die kirchliche Taufe - Ein Weg beginnt"  informiert ausführlich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Taufe in den drei Landeskirchen. 

An wen müssen wir uns wenden, wenn wir unser Kind taufen lassen wollen?

Wenn Sie sich entschieden haben, in welcher Konfession das Kind getauft werden soll, nehmen Sie Kontakt mit dem Pfarramt Ihres Wohnorts auf. 

Welche Aufgabe haben die Paten?

Gotte und Götti, die Paten, bezeugen die Taufe. Sie sollen das Kind in seinem Glaubens- und Lebensweg begleiten und die Eltern in der Erziehung unterstützen. Wird das Kind römisch-katholisch getauft, muss mindestens ein Taufpate gefirmtes Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche sein, die Christkatholische Kirche erwartet, dass die Paten getauft sind, in der Reformierten Kirche müssen die Taufpaten mindestens sechzehn Jahre alt sein, einer von ihnen sollte reformiert und konfirmiert sein. 

Können Eltern und Paten den Taufgottesdienst mitgestalten?

Je nachdem, ob an einem Taufgottesdienst mehrere Kinder getauft werden, oder ob die Taufe im Rahmen eines gewöhnlichen Gottesdienstes stattfindet, sind die Möglichkeiten der Mitgestaltung unterschiedlich. Der Ablauf des Taufgottesdienstes mit seinen verschiedenen Symbolhandlungen bietet Raum für Persönliches wie Gebete, musikalische Beiträge, das Vortragen von Segenswünschen oder Textlesungen. Im Taufgespräch mit dem oder der Geistlichen können die Eltern ihre Wünsche anbringen und deren Durchführung besprechen. Beim Taufgespräch werden auch weitere Details besprochen, zum Beispiel, wer den Taufspruch aussucht, ob die Kirche eine Taufkerze zur Verfügung stellt, oder ob die Eltern selber eine besorgen.

Welche Bedeutung hat die Taufkerze?

Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet und erinnert somit an das Licht der Auferstehung. Die Kerze soll das Kind später an seine Taufe erinnern. In den beiden katholischen Landeskirchen ist das Gedenken an die Taufe und deren Bestätigung fester Bestandteil der Osternachtfeier. 

Braucht unser Baby ein Taufkleid?

Das Weiss des Taufkleides steht für Reinheit, Unschuld und ungetrübte Freude, seine Länge soll die Grösse Gottes symbolisieren und darauf hinweisen, dass das Baby erst in den Glauben hineinwachsen muss. Das Taufkleid wird erst nach der Taufhandlung angezogen oder aufgelegt. Während im katholischen Glauben das Taufkleid fester Bestandteil des Taufgottesdienstes ist, wird es in reformierten Familien vor allem aus Tradition getragen. Oft wird das Taufkleid in der Familie weitergegeben. Wer keines hat und auch nicht kaufen möchte, kann das Kleid mieten. 

Letzte Aktualisierung: 05.2016, TV