Pflichten und Rechte des Vaters

Rechte und Pflichten des Vaters

Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, d.h. leben sie im Konkubinat oder voneinander unabhängig (z.B. als alleinerziehende Mutter), so entsteht die rechtliche Beziehung zum Vater nicht automatisch. Grundsätzlich hat jedoch das Kind ein Recht darauf seinen Vater zu kennen („Jedes Kind hat zwei Eltern“).

Dies bedeutet, dass sich die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde von Gesetzes wegen einschalten muss, falls die Mutter nicht verheiratet ist und der Vater das Kind bis zur Geburt nicht anerkannt hat. Da in der Schweiz jede Geburt dem Zivilstandsamt unter Nennung beider Eltern gemeldet wird, meldet sich bei fehlendem Vater die Kindes- oder Erwachsenenschutzbehörde – je nach Wohnort – sofort nach der Geburt oder spätestens nach 2-3 Monaten. Wenn nicht festgestellt werden kann, wer der Vater ist, erhält das Kind automatisch einen Beistand. Die Ernennung eines Beistandes ist dann nicht notwendig, wenn der Vater vor oder kurz nach der Geburt das Kind anerkennt.

BEACHTEN SIE

 INTERVIEWS

Durch die Anerkennung der Vaterschaft vor dem Zivilstandsbeamten wird das Verhältnis zwischen Vater und Kind unwiderruflich begründet. Dies hat zwei rechtliche Konsequenzen:

  • Unterhaltspflicht: Die Zahlungspflicht wird bestenfalls durch einen Unterhaltsvertrag geregelt, der von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde genehmigt wurde. Dadurch wird der Vater unterhaltspflichtig und zwar bis zur Volljährigkeit des Kindes oder bis zum Abschluss seiner ordentlichen Ausbildung. Zu den Geldzahlungen kann er gerichtlich verpflichtet werden, falls er sie nicht freiwillig leistet. Auch ohne Unterhaltsvertrag kann die ledige Mutter vom Vater des Kindes die Unterhaltskosten während 4 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt geltend machen (Art. 295 ZGB; Ansprüche der unverheirateten Mutter).
  • Erbrecht: Das Kind wird direkter Erbe des Vaters und somit dem Vater gegenüber erbberechtigt, auch wenn er noch weitere eheliche Kinder hat. Das Kind hat das gleiche Erbrecht wie seine Halbgeschwister. Voraussetzung ist allerdings, dass der Vater die Vaterschaft anerkannt hat oder diese durch ein Gerichtsurteil festgelegt worden ist.

Newsticker

Betreuungsunterhalt | 04.10.2018

Leben die Eltern eines Kindes nicht zusammen, galt bisher bei der Erwerbstätigkeit der hauptbetreuenden Person (meistens die Mutter) die 10/16-Regel. Der Mutter konnte nach Vollendung des 10. Lebensjahr des jüngstes Kindes eine 50%-Stelle zugemutet werden, nach dem 16. Lebensjahr sogar eine 100%-Stelle. Davon ist das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 28. September 2018 abgekommen: Die hauptbetreuende Person sollte bereits nach der obligatorischen Einschulung des jüngsten Kindes (je nach Kanton ab Kindergarten oder Primarschule) in der Lage sein, eine 50%-Stelle anzunehmen. Erreicht das jüngste Kind die Sekundarstufe, hat die Mutter bzw. der Vater einer 80%-Stelle und ab vollendetem 16. Lebensjahr einer 100%-Erwerbstätigkeit nachzugehen. Bei finanziell knappen Mitteln und angemessener Fremdbetreuungsmöglichkeit muss der oder die Hauptbetreuende evtl. sogar schon früher erwerbstätig sein. Ausnahmen gibt es bei einer erhöhten Betreuungslast, wie z.B. einer Behinderung eines Kindes oder mehreren kleinen Kindern.

Ab 2017: Neues Unterhaltsrecht | 28.12.2016

22,9 Prozent aller Geburten in der Schweiz erfolgten letztes Jahr nicht ehelich. Mit dem neuen Unterhaltsrecht ab 1. Januar 2017 erhält der- oder diejenige, welche unverheiratet (oder nach der Trennung) das Kind allein betreut, mehr Geld. Neu wird nämlich der sogenannte Betreuungsunterhalt eingeführt. Das heisst, dass bei der Bemessung des Unterhaltsanspruchs nicht mehr nur die direkten Kosten für die Betreuung eines Kindes berücksichtigt werden (etwa für Essen, Wohnen und Kleider), sondern auch die entstehenden finanziellen Auswirkungen für die betreuende Person. Der Elternteil, der sich mehr um das Kind (oder die Kinder) kümmert, soll dafür angemessen entschädigt werden – unabhängig vom Zivilstand. Doch wieviel ist das? In den nächsten zwei Jahren müssen die Richter nicht nur die Berechnungsmethodik definieren, sondern auch festlegen, bis zu welchem Kindesalter der Betreuungsunterhalt (vollständig) bezahlt werden muss. 

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