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Mutter mit Baby schmusen am Boden

Al­lein­er­zie­hen­de Müt­ter


Die Schwan­ger­schaft und die Ge­burt des Ba­bys wird Ihr Le­ben als le­di­ge Mut­ter voll­stän­dig auf den Kopf stel­len. Nicht im­mer ist die­ser Zu­stand ge­wollt und als al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter wer­den Sie im­mer wie­der vor Si­tua­tio­nen ste­hen, in de­nen ein zwei­tes Paar Hän­de von Nut­zen sein könn­te. Es ist da­her wich­tig, dass Sie früh­zei­tig ihre Rech­te am Ar­beits­platz so­wie ge­wis­se Son­der­re­ge­lun­gen wie Schutz­be­stim­mun­gen, Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung und Leis­tun­gen der Kran­ken­kas­se ken­nen.

Auch wenn Sie als al­lein­ste­hen­de Mut­ter (im Un­ter­schied zum Kon­ku­bi­nat) die gan­ze Ver­ant­wor­tung al­lei­ne tra­gen, ist die recht­li­che Be­zie­hung des Kin­des zu sei­nem Va­ter die ers­te Vor­aus­set­zung für das sog. Kinds­ver­hält­nis. Kon­se­quen­zen aus die­ser Rechts­be­zie­hung sind die fol­gen­den:

  • Die mün­di­ge le­di­ge Mut­ter ist al­lei­ni­ge In­ha­be­rin der el­ter­li­chen Sor­ge. Es sei, Sie ver­ein­ba­ren zu­sam­men mit dem Kin­des­va­ter das ge­mein­sa­me Sor­ge­recht.

  • Der Va­ter hat An­spruch auf an­ge­mes­se­nen Kon­takt mit dem Kind, so­fern das Kin­des­in­ter­es­se da­durch nicht ge­fähr­det wird. Er hat aber kei­ne recht­li­che Er­zie­hungs­ver­ant­wor­tung.

  • Das Kind er­hält den Na­men, den die Mut­ter bei der Ge­burt führt, auch wenn dies ein Name aus ei­ner ge­schie­de­nen Ehe ist.

  • Das Kind er­hält das Bür­ger­recht der le­di­gen Mut­ter.

  • Durch die An­er­ken­nung der Va­ter­schaft vor dem Zi­vil­stands­be­am­ten wird der Va­ter un­ter­halts­pflich­tig und zwar bis zur Voll­jäh­rig­keit des Kin­des oder bis zum Ab­schluss sei­ner Aus­bil­dung. Zu den Geld­zah­lun­gen kann er ge­richt­lich ver­pflich­tet wer­den, wenn er sie nicht frei­wil­lig leis­tet.

  • Kommt der Va­ter der Un­ter­halts­pflicht nicht nach, so kann eine Ali­men­ten­be­vor­schus­sung ver­langt wer­den. Ihre Wohn­ge­mein­de wird dann die vom Va­ter ge­schul­de­ten Be­trä­ge "vor­schies­sen". Schuld­ner bleibt je­doch wei­ter­hin der Kin­des­va­ter. 

  • Will der Va­ter das Kind nicht an­er­ken­nen, kön­nen Mut­ter und Kind mit Un­ter­stüt­zung der Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de eine Va­ter­schafts­kla­ge ein­rei­chen, die oft mit ei­ner Kla­ge auf Un­ter­halts­zah­lung ver­bun­den wird.

  • Die le­di­ge Mut­ter kann für sich selbst vom Va­ter des Kin­des die Un­ter­halts­kos­ten wäh­rend 4 Wo­chen vor und 8 Wo­chen nach der Ge­burt gel­tend ma­chen (Art. 295 ZGB; An­sprü­che der un­ver­hei­ra­te­ten Mut­ter).

  • Ein all­fäl­li­ger Un­ter­halts­ver­trag muss von der Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de ge­neh­migt wer­den, da­mit er ver­bind­lich wird und als Un­ter­halts­ti­tel für eine all­fäl­li­ge Be­vor­schus­sung gilt. Die Kin­der­zu­la­ge, die in der Re­gel der Va­ter er­hält, muss zu­sam­men mit den Kin­dera­li­men­ten an die Mut­ter wei­ter­ge­lei­tet wer­den.

  • Eine Bei­stand­schaft ist eine zeit­lich und auf­ga­ben­mäs­sig ein­ge­schränk­te recht­li­che Ver­tre­tung des Kin­des. Sie wird von der Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de an­ge­ord­net, wenn sich die El­tern über die An­er­ken­nung der Va­ter­schaft und/oder die Re­ge­lung der Un­ter­halts­pflicht nicht ei­ni­gen kön­nen und muss auf­ge­ho­ben wer­den, wenn bei­des ge­re­gelt ist. Zahlt der Va­ter z.B. die Ali­men­te nicht zu­frie­den­stel­lend, so ist die Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de oder eine an­de­re vom Kan­ton be­zeich­ne­te Stel­le ver­pflich­tet, der Mut­ter bei der Ein­trei­bung zu hel­fen.

  • Das Kind ist mit sei­nem Va­ter auch nach dem Ge­setz ver­wandt und nach sei­nem Tod erb­be­rech­tigt, auch wenn er noch wei­te­re ehe­li­che Kin­der hat. Vor­aus­set­zung ist al­ler­dings, dass der Va­ter die Va­ter­schaft an­er­kannt hat, oder die­se durch ein Ge­richts­ur­teil fest­ge­legt wor­den ist.

  • Für Al­lein­er­zie­hen­de in knap­pen fi­nan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen gibt es Bei­trä­ge an die Kran­ken­ver­si­che­rungs­prä­mi­en. Es kann auch eine un­ent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge be­an­tragt wer­den, die bei der Durch­füh­rung des Va­ter­schafts­pro­zes­ses hilft. Eine al­lein­ste­hen­de, ar­beits­lo­se Frau, die schwan­ger wird, muss die Ar­beits­be­mü­hun­gen wei­ter­füh­ren. Die Schwan­ger­schaft und die ers­ten 16 Wo­chen nach der Nie­der­kunft gel­ten als Bei­trags­zeit an die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.Wich­ti­ge Hil­fe­stel­lung gibt der Schwei­ze­ri­sche Ver­band al­lein­er­zie­hen­der Müt­ter und Vä­ter (SVAMV), Post­fach, 3006 Bern., Tel.: 031-351 7771, svam­v@blu­e­win.ch, www.svamv-fsfm.ch. Gra­tis be­zie­hen kön­nen Sie das Büch­lein „Das neue Kinds­recht“ beim Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment, 3000 Bern.News, Tipps und Adres­sen für Al­lein­er­zie­hen­de fin­den Sie auch un­ter www.al­lein­er­zie­hend.ch.

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