Arbeitslosenversicherung (ALV)

Arbeitslose Mütter: Arbeitslosenversicherung und Mutterschaftsversicherung

Selbstverständlich gibt es auch für arbeitslose Schwangere und Mütter ein Auffangsystem. So erhalten diese Taggelder von der Arbeitlosenversicherung (ALV), sofern diverse Voraussetzungen erfüllt sind. Eine davon ist die "Vermittlungsfähigkeit": Als vermittlungsfähig gilt dabei, wer bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen.

Bei schwangeren Frauen, welche arbeitslos sind, stellt sich somit die Frage, ob sie trotz der Schwangerschaft vermittlungsfähig bleiben. Dies wird in der Regel bejaht. Falls sich also eine arbeitslose Schwangere um eine Arbeitsstelle bemüht, hat sie einen Anspruch auf Taggelder. In der Praxis heisst dies, dass sie in der Lage und bereit sein muss, mindestens eine 20%-Stelle anzunehmen, und dies bis zwei Monate vor der Geburt.

Verläuft eine Schwangerschaft jedoch mit Komplikationen, verbunden mit längerer Krankheit, liegt eine Vermittlungsunfähigkeit vor (ohne Recht auf Taggelder). Ein früher Kontakt mit dem RAV (Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum) ist daher sehr empfehlenswert.

Nach der Geburt erhalten auch arbeitslose Mütter grundsätzlich während 14 Wochen (oder 98 Kalendertagen) Mutterschaftsgeld von der EO, falls alle Voraussetzungen dazu erfüllt sind (siehe "Mutterschaftsversicherung", nicht zu verwechseln mit der "Mutterschaftsbeihilfe"). Sie sind zudem verpflichtet, ab der 5. Woche nach der Niederkunft sich um eine Arbeit zu bemühen und aktiv eine Stelle zu suchen. Sobald Mutterschaftsgeld bezogen wird, gibt es kein Arbeitslosengeld mehr (d.h. dass sich die Ansprüche nicht kumulieren lassen).

Während der maximal zwei Jahre, in welchen man Arbeitslosengeld beziehen kann (man spricht hier von einer "Rahmenfrist") stehen total 44 Taggelder für Krankheit und Schwangerschaft zur Verfügung, wobei die Arbeitstage (und nicht die Kalendertage) zählen.

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