Meldepflicht
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Die Meldepflicht nach der Geburt

In der Schweiz herrscht Meldepflicht innerhalb von drei Tagen für jedes lebend geborene Kind wie auch für Totgeburten. Rechtliche Grundlage dazu bildet Art. 9 der Zivilstandsverordnung (ZStV) vom 1.7.2004.

Als Totgeburt wird gemäss Verordnung ein Kind bezeichnet, das ohne Lebenszeichen auf die Welt kommt und ein Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm aufweist oder ein Gestationsalter von mindestens 22 vollendeten Wochen aufweist. Bei tot geborenen Kindern können Familiennamen und Vornamen erfasst werden, wenn es die zur Vornamensgebung berechtigten Personen wünschen.

Die Geburtsmeldungen werden vom Bundesamt für Statistik gesammelt und zusammengestellt. Mit diesen werden auch die Vornamens-Hitlisten aller vier Sprachregionen der Schweiz publiziert.

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Häufige Frage zum Thema

Ich habe gehört, stillende Mütter haben Anrecht auf Stillgeld. Wo muss ich das beantragen?


Newsticker

Fehlgeburt registrieren | 03.03.2017

Im Personenstandsregister wurden gemäss geltendem Recht bis heute nur lebend geborene Kinder sowie Totgeborene (Gewicht von mindestens 500 Gramm oder nach der vollendeten 22. Schwangerschaftswoche) eingetragen. Bei einer Fehlgeburt (unter 500 Gramm oder 22 Wochen Schwangerschaftsdauer) sollen die Eltern nun auch die Möglichkeit haben, die Geburt beim Zivilstandsamt im Personenstandsregister eintragen zu lassen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem am 3. März 2017 verabschiedeten Bericht. Eine Eintragung im Register kann die Trauerarbeit der Eltern erleichtern und dazu beitragen, die kantonalen und kommunalen Formalitäten rund um eine allfällige Bestattung zu vereinfachen. In anderen europäischen Ländern hat sich diese Regelung schon seit längerem bewährt. Weitere Infos...

Newsticker

Intersexualität: Bislang waren Eltern in Deutschland verpflichtet, innerhalb einer Woche die Geburt ihres Kindes samt Namen und Geschlecht beim Standesamt zu melden. Seit dem 1. November 2013 hat sich das geändert: Ist nicht eindeutig zu bestimmen, ob es ein Junge oder Mädchen ist (verschiedene Formen der Intersexualität), kann das Kind ohne Angabe im Geburtenregister erfasst werden. Die Vorschrift soll vermeiden, dass vorschnell geschlechtsangleichende, z.T. verstümmelnde medizinische Eingriffe vorgenommen werden, denen die Betroffenen als Erwachsene nie zugestimmt hätten. In der Schweiz hat eine Nationale Ethikkommission 2012 eine Stellungnahme veröffentlicht, die in dieselbe Richtung geht. (swissmom-Newsticker, 8.11.2013)

Letzte Aktualisierung : 08.2016, PvE

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