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Urin­un­ter­su­chun­gen in der Schwan­ger­schaft

Um mög­li­che Kom­pli­ka­tio­nen früh­zei­tig zu er­ken­nen, sind re­gel­mäs­si­ge Kon­trol­len des Urins in der Schwan­ger­schaft wich­tig

Urinprobe in der Schwangerschaft
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GettyImages

Die Auf­ga­be von Urin, der in den Nie­ren pro­du­zier wird, ist das Aus­schei­den von Stoff­wech­sel­pro­duk­ten, Gif­ten, Fremd­sub­stan­zen und über­schüs­si­gem Was­ser. Dar­um las­sen sich im Urin be­stimm­te Stof­fe wie Ei­weiss, Glu­ko­se oder Bak­te­ri­en nach­wei­sen. 

Der Urin kann also be­stimm­te Ri­si­ken für dem Ver­lauf der Schwan­ger­schaft er­ken­nen. Aus die­sen Grund wird Ihr Urin bei je­der Schwan­ger­schafts­kon­trol­le auf fol­gen­de Be­stand­tei­le un­ter­sucht:

Ei­weiss (Pro­te­in) im Urin


Ge­rin­ge Men­gen Ei­weiss im Urin sind nor­mal und nicht be­sorg­nis­er­re­gend. Bei ei­nem zu ho­hen Wert ist eine Er­kran­kung je­doch wahr­schein­lich, zum Bei­spiel eine Harn­wegs­in­fek­ti­on. Auch weis­se Blut­kör­per­chen (Leu­ko­zy­ten), Ni­trit und Se­di­ment im Urin kön­nen – wie Ei­weiss – auf ei­nen Harn­wegs­in­fekt hin­wei­sen.

Be­son­ders wich­tig wird die Ana­ly­se des Ei­weiss­wer­tes im Urin in der spä­te­ren Schwan­ger­schaft. Dann kann ein zu ho­her Ei­weiss­wert näm­lich ein An­zei­chen für eine ein­ge­schränk­te Nie­ren­tä­tig­keit bei Prä­eklamp­sie (Schwan­ger­schafts­ver­gif­tung, Ge­sto­se) sein. Zu den Sym­pto­men der Prä­eklamp­sie ge­hö­ren Was­ser­ein­la­ge­run­gen vor al­lem in den Bei­nen und Hän­den, eine star­ke Ge­wichts­zu­nah­me, Kopf­schmer­zen, Seh­stö­run­gen und Blut­hoch­druck. Durch die re­gel­mäs­si­ge Un­ter­su­chung des Urins auf Ei­weiss und die Kon­trol­le des Blut­drucks kann eine be­gin­nen­de Prä­eklamp­sie in den meis­ten Fäl­len recht­zei­tig er­kannt wer­den.

Zu­cker (Glu­co­se) im Urin


Wenn im Urin wie­der­holt hohe Zu­cker­wer­te ge­fun­den wer­den, kann dies auf ei­nen Dia­be­tes mel­li­tus, also eine Zu­cker­krank­heit, hin­wei­sen. In der zwei­­ten Häl­f­­te der Schwan­ger­­schaft kann es auch bei Nicht-Dia­be­­ti­ke­­rin­­nen zu ei­­ner meist leich­­te­­ren, we­­ni­ger gra­­vie­­ren­­den Form der Zu­­­cker­kran­k­heit kom­­men, die als Ge­sta­­ti­on­s­­dia­be­­tes (GDM) be­zeich­­net wird. Die­­ser Schwan­ger­­schafts­­­dia­be­­tes tritt wahr­­schein­­lich bei 5-10% al­­ler Schwan­ger­­schaf­­ten auf und ge­­hört da­­mit zu den häu­­figs­­­ten Kom­­pli­­ka­­ti­o­­nen.

Der Schwan­ger­­schafts­­­dia­be­­tes ver­­­schwin­­det nor­­ma­­ler­wei­­se schon kurz nach­­­dem die Pla­zen­­ta aus­­ge­stos­­sen wird. Bei man­chen Frau­en bleibt die Stof­f­wech­­sel­­stö­­rung je­doch auch noch nach der Ge­burt be­­ste­hen, und bei 30-50% al­­ler Müt­­ter kommt es in­­­ner­halb von fünf bis zehn Jah­­ren nach der Ge­burt zu ei­­nem ech­­ten Dia­be­­tes mel­­li­­tus vom Typ I oder II.   

Bak­te­ri­en im Urin


Selbst wenn bei der Schwan­ger­schafts­kon­trol­le Bak­te­ri­en im Urin fest­ge­stellt wur­den, ohne dass Sie Be­schwer­den ha­ben, ist eine Be­hand­lung mit An­ti­bio­ti­ka er­for­der­lich. Da wäh­rend der Schwan­ger­schaft die Harn­we­ge er­wei­tert sind, kön­nen Bak­te­ri­en leich­ter ein­drin­gen und sich in der Bla­se ver­meh­ren. Harn­wegs­in­fek­te in der Schwan­ger­schaft soll­ten im­mer be­han­delt wer­den, da sie nicht nur das Ri­si­ko ei­ner Früh­ge­burt er­hö­hen, son­dern auch zu ei­ner Nie­ren­be­cken­ent­zün­dung füh­ren kön­nen, was für Mut­ter und Kind ge­fähr­lich wäre.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Nein, zu­nächst noch nicht. In der Schwan­ger­schaft funk­tio­nie­ren die Nie­ren et­was an­ders und hal­ten Zu­cker (Glu­ko­se) nicht mehr so gut zu­rück. Die so­ge­nann­te Schwan­ger­schafts-Glu­ko­surie fin­det man bei etwa ei­ner von sie­ben Schwan­ge­ren, ohne dass ein Schwan­ger­schafts­dia­be­tes vor­liegt. An­de­rer­seits …
In den meis­ten Fäl­len liegt nur eine harm­lo­se Schwan­ger­schafts-Pro­te­in­urie vor. Die Nie­ren funk­tio­nie­ren in der Schwan­ger­schaft et­was an­ders, fil­tern nicht mehr so ein­wand­frei und hal­ten die Ei­weiss­mo­le­kü­le nicht mehr so gut zu­rück. Eine Pro­te­in­men­ge von bis zu 150 mi­kro­gramm/l im 24-Stun­den-Urin …
Letzte Aktualisierung: 16.06.2022, BH

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