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Babys auf dem Bett

Ab wann kann man Zwil­lin­ge er­ken­nen?


Be­vor die So­no­gra­phie in der Schwan­ger­schafts­vor­sor­ge ein­ge­führt wur­de, er­fuh­ren die Frau­en meist erst wäh­rend der Ge­burt, dass sie Mehr­lin­ge be­ka­men. Sol­che Über­ra­schun­gen in letz­ter Mi­nu­te sind heut­zu­ta­ge sehr sel­ten. Nor­ma­ler­wei­se kann man schon bei der ers­ten Ul­tra­schall­un­ter­su­chung, auf je­den Fall im Ver­lauf des ers­ten Schwan­ger­schafts­drit­tels, se­hen, ob Zwil­lin­ge un­ter­wegs sind.

Frü­hes­ter Nach­weis nach er­folg­rei­cher Kin­der­wunsch­be­hand­lung


Wenn Sie durch as­sis­tier­te Re­pro­duk­ti­on, z.B. durch künst­li­che Be­fruch­tung, schwan­ger wur­den, wird die ers­te Ul­tra­schall­un­ter­su­chung zur Kon­trol­le des Be­hand­lungs­er­fol­ges sehr früh durch­ge­führt und dann kann eine Zwil­lings­schwan­ger­schaft - mit ent­spre­chend hoch­auf­lö­sen­den Ge­rä­ten - schon in der vier­ten bis fünf­ten Wo­che (in der zwei­ten bis drit­ten Wo­che nach der Be­fruch­tung) sicht­bar sein.

Ein­ei­ige oder zwei­ei­ige Zwil­lin­ge?


Im Ul­tra­schall kann man meist auch sehr gut er­ken­nen, ob es sich um ein­ei­ige (mo­no­zy­go­te) oder zwei­ei­ige (di­zy­go­te) Zwil­lin­ge han­delt. Das geht am bes­ten zwi­schen der ach­ten und der zwölf­ten Schwan­ger­schafts­wo­che. In die­sem Zeit­fens­ter kann man er­ken­nen, ob sich die Ba­bys in zwei ge­trenn­ten oder in ei­ner Em­bryo­nal­hül­le (Cho­ri­on) ent­wi­ckeln.

Wenn sich die Kin­der ein Am­ni­on (die spä­te­re Frucht­bla­se) tei­len, nennt man das mo­no­am­ni­al oder mo­no­am­nio­tisch. Wenn je­des in ei­ner ei­ge­nen Frucht­höh­le liegt, dann heißt das diam­ni­al oder diam­nio­tisch. Aus­ser­dem wird dar­auf ge­ach­tet, ob sich die Em­bry­os ein Cho­ri­on (die spä­te­re Pla­zen­ta) tei­len (mo­no­cho­ri­al) oder je­der ei­nen ei­ge­nen Mut­ter­ku­chen hat (di­cho­ri­al). Wenn die Ba­bys über eine ge­mein­sa­me Pla­zen­ta ver­sorgt wer­den, dann sind sie ein­deu­tig ein­ei­ig. Wer­den zwei Frucht­bla­sen fest­ge­stellt, dann kön­nen die Kin­der so­wohl ein­ei­ig als auch zwei­ei­ig sein, denn ein­ei­ige Zwil­lin­ge kön­nen sel­ten auch in zwei Frucht­bla­sen her­an­wach­sen.

Nach der 16. Schwan­ger­schafts­wo­che wird es prak­tisch un­mög­lich, die Ei­ig­keit der Zwil­lin­ge zu be­ur­tei­len, denn ab die­sem Zeit­punkt liegt die Em­bryo­nal­hül­le zu nahe an der in­ne­ren Ge­bär­mut­ter­wand und ist dann nicht mehr hin­rei­chend ein­seh­bar.

Ri­si­ko bei Zwil­lin­gen mit ei­nem ge­mein­sa­men Mut­ter­ku­chen


Im Rah­men der ers­ten Ul­tra­schall­un­ter­su­chung wird bei Zwil­lin­gen oh­ne­hin sehr ge­nau auf die Frucht­bla­se und Pla­zen­ta ge­schaut, denn bei mo­no­cho­ria­len Zwil­lin­gen (sie tei­len sich die Pla­zen­ta) be­steht die Ge­fahr des fet­ofe­ta­len Trans­fu­si­ons­syn­droms (FFTS oder  twin-twin-trans­fu­si­on syn­dro­me TTTS). Ur­sa­che ist die un­glei­che Auf­tei­lung der Pla­zen­ta, ein Kind hat oft ei­nen grös­se­ren An­teil als das an­de­re. Aus­ser­dem sind die bei­den Blut­kreis­läu­fe der Kin­der in­di­rekt über Ge­fäss­ver­bin­dun­gen (Ana­s­to­mo­sen) auf der Pla­zen­ta ver­bun­den, über die es - wie bei ei­nem Kurz­schluss - zum Blut­fluss von dem ei­nen zum an­de­ren Kind kom­men kann.

Beim die­sem so­ge­nann­ten „Zwil­lings­trans­fu­si­ons­syn­drom“ gibt das Kind mit der stär­ke­ren Herz­leis­tung Blut an sei­nen Zwil­ling ab, wird an­ämisch und wächst lang­sa­mer, sei­ne Urin­pro­duk­ti­on fällt aus, was an dem ge­rin­gen Frucht­was­ser ab­zu­le­sen ist. Das Kind mit dem schwä­che­ren Her­zen be­kommt zu­viel Blut, was sein ei­ge­nes Herz je­doch nicht ver­kraf­ten kann; über­all im Kör­per la­gert sich Was­ser ein. Die Ge­wichts­un­ter­schie­de kön­nen ex­trem wer­den:. Das gros­se Kind ist manch­mal dop­pelt so schwer wie das klei­ne und pro­du­ziert aus­ser­or­dent­lich viel Frucht­was­ser. Dies führt zu vor­zei­ti­gen We­hen, der Mut­ter­mund öff­net sich, es kommt zur Früh­ge­burt.

Die aus­ge­präg­tes­ten For­men ent­ste­hen zwi­schen der 16. und  25. Schwan­ger­schafts­wo­che. Wird das FFTS nicht be­han­delt, ist das Le­ben bei­der Zwil­lin­ge ge­fähr­det. Das ge­schieht heu­te mit ei­ner La­ser­be­hand­lung, ei­ner Un­ter­bin­dung der ge­fähr­li­chen Blut­ge­fäs­se.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Die Wahr­schein­lich­keit, dass im Rah­men ei­ner In-Vi­tro-Fer­ti­li­sa­ti­on Zwil­lin­ge ent­ste­hen, liegt bei der Über­tra­gung von zwei Em­bryo­nen bei ca. 22–25 %. Wenn ein Trans­fer von zwei Em­bryo­nen höchs­ter Qua­li­tät (Blas­to­zys­ten) durch­ge­führt wur­de, kommt es in 35 % der Fäl­le zu Zwil­lin­gen. Man kann eine Zw…
Etwa zwei Drit­tel al­ler Zwil­lin­ge sind zwei­ei­ig. Wenn im Ul­tra­schall nur eine Em­bryo­nal­hül­le (äus­se­re Ei­haut) nach­weis­bar ist, han­delt es sich um ein­ei­ige Zwil­lin­ge. Die­ses si­che­re Zei­chen der Ein­ei­ig­keit lässt sich am bes­ten im ers­ten Schwan­ger­schafts-Tri­me­non be­ur­tei­len. Nach der 16. SSW ist das …
Un­gleich­mäs­si­ges Wachs­tum ist bei Zwil­lin­gen re­la­tiv häu­fig. Da­bei be­zeich­net man Un­ter­schie­de von ca. 15-25 % im ge­schätz­ten Ge­burts­ge­wicht als noch nicht be­un­ru­hi­gend. Trotz­dem soll­ten nun si­cher­heits­hal­ber häu­fig ge­ziel­te Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen durch­ge­führt wer­den. Wenn sich ein grös­se­rer …
Letzte Aktualisierung: 27.12.2020, BH
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