Anzeige
Schwangere liegt auf der Seite mit einem Kissen zwischen den Oberschenkeln,Schwangere liegt seitlich mit Kissen zwischen den Beinen
©
iStock

Zu­viel Frucht­was­ser


Ein Po­ly­hy­dram­ni­on oder Hy­dram­ni­on be­zeich­net die über­mäs­si­ge An­samm­lung von Frucht­was­ser um den Fe­tus her­um und ist eine Kom­pli­ka­ti­on, die für ge­wöhn­lich erst in der mitt­le­ren oder spä­ten Schwan­ger­schafts­pha­se auf­tritt. Ein Po­ly­hy­dram­ni­on wird bei we­ni­ger als 0,5 % al­ler Schwan­ge­ren dia­gnos­ti­ziert.

In den meis­ten Fäl­len ist die Ur­sa­che die­ser Stö­rung zwar un­be­kannt, je­doch be­trifft sie Frau­en mit Dia­be­tes mel­li­tus oder Mehr­lings­schwan­ger­schaf­ten häu­fi­ger als an­de­re. Sie tritt auch dann auf, wenn das Baby auf­grund ei­ner kind­li­chen Fehl­bil­dung nicht rich­tig schlu­cken kann. Sol­che Fehl­bil­dun­gen gibt es bei­spiels­wei­se als Ver­en­gun­gen oder Ver­schlüs­se im Ver­dau­ungs­sys­tem, an der Wir­bel­säu­le, dem Kopf, dem Ge­hirn oder den Mus­keln. In neun von zehn Fäl­len wird sich auch über­haupt kei­ne Ur­sa­che fin­den las­sen. Je schwe­rer das Po­ly­hy­dram­ni­on, umso wahr­schein­li­cher ist eine Fehl­bil­dung.

Die Sym­pto­me um­fas­sen Be­schwer­den im Un­ter­leib, an­ge­spann­te Un­ter­leibs­mus­keln, glän­zen­de und ge­spann­te Haut am Un­ter­leib so­wie eine für das je­wei­li­ge Schwan­ger­schafts­sta­di­um un­ge­wöhn­lich gros­se Ge­bär­mut­ter, ver­stärk­te Was­ser­ein­la­ge­run­gen vor al­lem in den Bei­nen, Kurz­at­mig­keit und Ver­dau­ungs­stö­run­gen. Ein Po­ly­hy­dram­ni­on kann durch die er­höh­te Span­nung der Ge­bär­mut­ter zu vor­zei­ti­gen We­hen, we­gen des ver­grös­ser­ten Raum­an­ge­bots aber auch zu ei­ner Steiss­la­ge oder an­de­ren La­ge­ano­ma­lie des Kin­des füh­ren.

Zur Ab­klä­rung wird man zu­nächst eine Ul­tra­schall­un­ter­su­chung durch­füh­ren. Aus­ser­dem wird man Sie auf Dia­be­tes un­ter­su­chen, um die Ur­sa­che für die Stö­rung zu fin­den. Wenn es sich in Ih­rem Fall um ein leich­tes Po­ly­hy­dram­ni­on ohne An­zei­chen ei­ner Fehl­bil­dung des Fe­tus han­delt, wer­den Ih­nen even­tu­ell Me­di­ka­men­te zur Ent­span­nung der Ge­bär­mut­ter ver­ab­reicht. Da­mit soll das Ri­si­ko vor­zei­ti­ger We­hen ver­rin­gert wer­den. In schwe­ren Fäl­len wird je­doch mög­li­cher­wei­se so­gar Frucht­was­ser ent­nom­men, um eine vor­über­ge­hen­de Er­leich­te­rung zu ver­schaf­fen und das Ri­si­ko vor­zei­ti­ger We­hen zu sen­ken. Be­fin­det sich die Schwan­ger­schaft be­reits in ei­nem fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­um, kann die Ge­burt auch künst­lich ein­ge­lei­tet wer­den.

Zu­we­nig Frucht­was­ser (Oligo­hy­dram­ni­on)

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Wenn eine Schwan­ge­re zu­viel Frucht­was­ser hat, be­zeich­net man das auch als Po­ly­hy­dram­nie oder Po­ly­hy­dram­ni­on. Das ist noch kei­ne Krank­heit an sich, son­dern zu­nächst ein­mal nur ein Sym­ptom. Das heisst, man soll­te ge­nau­er nach­se­hen, ob et­was Ernst­haf­tes da­hin­ter­steckt. Bei 90% al­ler Schwan­ge­ren mit …
Letzte Aktualisierung: 02.01.2019, BH

Mehr zum The­ma

Ak­tu­el­les

kurz&bündigkurz&bündig
12/4/2021
Arzt mit Baby auf dem Arm betrachtet Röntgenbild

Frü­he­re Dia­gno­se, bes­se­re The­ra­pie

Vor 50 Jah­ren hat kaum ein Kind mit Mu­ko­vis­zi­do­se (Cys­ti­sche Fi­bro­se, CF) das Er­wach­se­nen­al­ter er­reicht – heu­te hat es …

Auch in­ter­es­sant

Neu­es­te Ar­ti­kel

Unsere Partner

Anzeige
Anzeige