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Mus­kel­krämp­fe in der Schwan­ger­schaft

Vor al­lem nachts und in den Wa­den kön­nen Mus­kel­krämp­fe Schwan­ge­ren sehr zu schaf­fen ma­chen. Was steckt da­hin­ter und was kann man da­ge­gen tun?

Schwangere hat einen Wadenkrampf
©
iStock

Mus­kel­krämp­fe in den Ober­schen­keln, Wa­den oder Füs­sen ge­hö­ren zu den häu­figs­ten Schwan­ger­schafts­be­schwer­den.

Was ver­steht man un­ter Mus­kel­krämp­fen?


Mus­kel­krämp­fe tre­ten mit Vor­lie­be nachts auf und vor al­lem in den Wa­den. Die schmerz­haf­ten Ver­kramp­fun­gen durch das Zu­sam­men­zie­hen der Mus­kel­fa­sern sind dann so stark, dass Sie da­von auf­wa­chen. Der aku­te Schmerz kann in ei­nen all­ge­mei­nen, meh­re­re Stun­den an­hal­ten­den Dau­er­schmerz über­ge­hen, und an Ein­schla­fen ist dann mit­un­ter nicht mehr zu den­ken.

Ur­sa­che von Mus­kel­krämp­fen


Nächt­li­che Wa­den­krämp­fe bei Schwan­ge­ren wer­den vor al­lem mit Ma­gne­si­um­man­gel in Ver­bin­dung ge­bracht. Ma­gne­si­um wird in der Schwan­ger­schaft für vie­le Stoff­wech­sel­vor­gän­ge in grös­se­rer Men­ge be­nö­tigt, aber lei­der durch stär­ke­res Schwit­zen und Harn­pro­duk­ti­on auch ver­mehrt wie­der aus­ge­schie­den. Eine aus­rei­chen­de Zu­fuhr über die Er­näh­rung ist kaum mög­lich. 

Weil Ma­gne­si­um­man­gel auch für Pro­ble­me wie vor­zei­ti­ge We­hen, Prä­eklamp­sie und Wachs­tums­ver­zö­ge­rung des Kin­des mit ver­ant­wort­lich zu sein scheint und aus­ser­dem Be­schwer­den wie Ver­stop­fung und Übel­keit lin­dern kann, emp­feh­len man­che Ex­per­ten in­zwi­schen, wäh­rend der ge­sam­ten Schwan­ger­schaft Ma­gne­si­um­ta­blet­ten ein­zu­neh­men. Eine Über­do­sie­rung ist bei nor­ma­ler Nie­ren­funk­ti­on nicht mög­lich und als Ne­ben­wir­kung gibt es höchs­tens et­was wei­che­ren Stuhl­gang – was vie­le wer­den­de Müt­ter als Vor­teil an­se­hen.

Be­güns­tigt wer­den Wa­den­krämp­fe, wenn Sie tags­über viel auf ho­hen Ab­sät­zen her­um­ge­lau­fen sind, aber auch durch heis­ses Wet­ter, Krampf­adern und Blut­ar­mut (An­ämie). Auch ein zu tie­fer Ka­li­um-, Kal­zi­um- oder Vit­amin B-Wert kann Wa­den­prämp­fe ver­ur­sa­chen.

Ach­tung

Sehr selten können einseitige Wadenkrämpfe auch ein Symptom für eine Venenentzündung sein. Achten Sie darauf, ob das Bein zusätzlich geschwollen und gerötet ist.

Schnel­le Lin­de­rung bei ei­nem aku­ten Wa­den­krampf


Wenn Sie ty­pi­scher­wei­se nachts mit ei­nem Wa­den­krampf er­wa­chen, muss es schnell ge­hen. Ein Krampf ent­steht durch das un­will­kür­li­che Zu­sam­men­zie­hen von Mus­kel­fa­sern, dar­um ist das ein­zi­ge Mit­tel da­ge­gen, dass der Mus­kel wie­der ge­dehnt wird:

  • Stem­men Sie die Füs­se ge­gen das Fus­sen­de Ih­res Bet­tes.

  • Stre­cken Sie das Bein aus, zie­hen Sie die Ze­hen nach oben und zum Kör­per hin, die Fer­se nach un­ten.

  • Ste­hen Sie auf und drü­cken Sie die Fuss­soh­len kräf­tig ge­gen den Bo­den, beu­gen Sie gleich­zei­tig die Knie. Am wir­kungs­volls­ten auf kal­tem Bo­den!

  • Le­gen Sie Ihre Wa­den auf eine Wärm­fla­sche, ein war­mes Kirsch­kern­kis­sen oder ein Heiz­kis­sen.

  • Mas­sie­ren Sie die Wa­den kräf­tig mit ei­nem äthe­ri­schen Öl: Ka­mil­le, La­ven­del, Ma­jo­ran oder Ro­sen­holz.

Wa­den­krämp­fen vor­beu­gen


  • Ach­ten Sie auf be­que­me und fla­che Schu­he. Die Ze­hen dür­fen nicht ge­krümmt oder ein­ge­engt wer­den.

  • Re­gel­mäs­si­ge Be­we­gung (Spa­zie­ren ge­hen, Schwim­men, Fahr­rad­fah­ren oder Tan­zen) för­dert die Durch­blu­tung.

  • Warm-kal­te Wech­sel­du­schen sind sehr zu emp­feh­len.

  • Durch­blu­tungs­för­dern­de Sal­ben kön­nen vor­beu­gend wir­ken.

  • Fuss­gym­nas­tik zwi­schen­durch: Die Fuss­spit­zen an­zie­hen und den Fuss krei­sen las­sen.

  • Le­gen Sie so oft wie mög­lich die Bei­ne hoch.

  • Deh­nen und mas­sie­ren Sie die Wa­den­mus­keln kräf­tig vor dem Schla­fen­ge­hen. Ver­su­chen Sie eine Fuss­mas­sa­ge mit ei­nem Ten­nis­ball.

  • Lie­gen Sie im Bett so, dass eine Spitz­fuss­stel­lung ver­hin­dert wird.

  • Er­näh­ren Sie sich ma­gne­si­um- und kal­zi­um­reich: Milch­pro­duk­te, Voll­korn- und So­ja­pro­duk­te, Apri­ko­sen, Wei­zen­kei­me, Wei­zen­kleie, Na­tur­reis, Nüs­se und Man­deln, grü­nes Ge­mü­se und Hül­sen­früch­te (Vor­sicht, wenn Sie zu Blä­hun­gen nei­gen!).

  • Ver­zich­ten Sie auf Ab­führ­mit­tel, sie kön­nen den Mi­ne­ral­haus­halt durch­ein­an­der­brin­gen.

  • Ba­na­nen und Ka­kao sind her­vor­ra­gen­de Ma­gne­si­um­quel­len, för­dern al­ler­dings Ver­stop­fung.

  • Wenn das al­les nicht hilft, ver­schreibt Ihr Arzt oder Ihre Ärz­tin Ih­nen ein Mi­ne­ral-Prä­pa­rat.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

In der Schwan­ger­schaft ist Ma­gne­si­um ei­ner der wich­tigs­ten Mi­ne­ral­stof­fe. Aber selbst eine aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung (Mi­ne­ral­was­ser mit Ma­gne­si­um an­ge­rei­chert, ge­schäl­te Man­deln und viel grü­nes Ge­mü­se) kann oft nicht ge­nü­gend Ma­gne­si­um zur Ver­fü­gung stel­len. Und ein Ma­gne­si­um­man­gel macht sich sehr …
Letzte Aktualisierung: 04.08.2022, BH

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