Glaskrug mit Getränk
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Getränke in der Stillzeit

Stillende Mütter brauchen reichlich Flüssigkeit, ca. 3 Liter pro Tag. Am besten gewöhnen Sie sich an, vor jeder Stillmahlzeit ein grosses Glas Wasser zu trinken. Mehr Flüssigkeitszufuhr steigert die Milchproduktion nicht, sondern scheint sie sogar zu hemmen.

Ganz wichtig ist, dass Sie bei so viel flüssiger nicht die feste Nahrung vergessen! Wenn der Magen immer flüssig gefüllt ist, geht oft das Hungergefühl verloren, und qualitativ hochwertige Nahrung ist für die Milchbildung und Ihr eigenes Wohlbefinden ebenfalls sehr wichtig.

Wasser und Tee

Mineralwasser und Kräuter- oder Früchtetees sind die besten Getränke für die Stillzeit. Wählen Sie ein möglichst kohlensäure-, kochsalz- und nitratarmes Mineralwasser aus. Früchtetees aller Art können Sie heiss und kalt geniessen, allerdings reagieren manche Stillkinder darauf mit Wundsein. Spezielle Kräuterteemischungen gibt es als „Milchbildungstee“ in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern. Solche Stilltees enthalten meist Anis, Fenchel und Kümmel und fördern die Milchproduktion. Weil auch Auswirkungen auf die Verdauung vorhanden sein können, führt Milchbildungstee in grösserer Menge gelegentlich zu Bauchweh bei empfindlichen Babys. Vermeiden Sie Salbeitee oder Pfefferminztee; er wirkt milchhemmend! Zur Abwechslung können Sie Tee auch einmal mit wenig bzw. verdünntem Fruchtsaft mischen.

Süssstoffe und Zuckerersatz

Süssen mit künstlichem Süssstoff (z.B. Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Neohesperidin DC, Saccharin und Thaumatin) ist in der Stillzeit kein Problem. Diät-Getränke mit Zuckeraustauschstoffen (z.B. Sorbit, Xylit, Mannit, Isomalt und Laktit) können aber leicht abführend wirken. Getreidekaffee aus Malz oder Zicchorie wirkt milchbildend und ist in der Stillzeit - im Gegensatz zu "echtem" Kaffee - generell zu empfehlen.

Fruchtsäfte verdünnen

Kaufen Sie möglichst Fruchtsaft und nicht Fruchtsaftgetränke oder Nektar ein, damit Sie den 100%igen Fruchtgehalt ohne Zuckerzusatz erhalten. Verdünnen können Sie den Fruchtsaft dann immer noch selbst, z.B. mit lauwarmem Leitungswasser, Mineralwasser oder ungesüsstem Tee. Sollte Ihr Baby mit einem wunden Po oder Ausschlag reagieren, warten Sie ab, bis der Ausschlag abgeklungen ist und probieren Sie es nach einiger Zeit erneut. Oft vergehen solche Unverträglichkeitsreaktionen während der Stillzeit. Ansonsten verzichten Sie besser auf die allergieauslösende Frucht.

Milch

Empfohlen wird 1/2 l Milch täglich, weil Sie jetzt einen stark erhöhten Bedarf an Eiweiss, Kalzium und Vitamin B2 haben. Vermeiden Sie gleichzeitig Getränke, die die Eisen- und Calcium-Aufnahme hemmen, wie Kaffee und schwarzer und grüner Tee. Die Qualität der Muttermilch für Ihr Kind wird nicht beeinflusst, wenn Sie selbst Milch trinken. Vorsichtig sollten Sie mit Kuhmilchprodukten sein, wenn Ihr Kind eine familiäre Allergiebelastung hat. Sauermilchprodukte (z.B. Buttermilch) sind dann günstiger als Vollmilch.

Koffein und mehr...

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzer Tee, Matetee und Cola und andere Energy-Drinks wirken belebend – aber leider nicht nur auf die stillende Mutter, die das in Anbetracht ihres Schlafdefizits gut gebrauchen könnte, sondern über die Muttermilch auch auf das Kind. Ausserdem kann Koffein beim Kind Bauchweh und Blähungen verursachen

Alkohol

Frauen, die in der Stillzeit Alkohol trinken, haben häufiger Stillprobleme, z.B. wunde Brustwarzen, Milchstau oder zu wenig Milch. Die für die Milchbildung verantwortlichen Hormone Prolaktin und Oxytozin reagieren empfindlich auf Alkohol. Dass Alkohol (v. a. Bier oder Sekt) angeblich die Milchbildung anregt, stimmt überhaupt nicht – im Gegenteil.

Wenn Sie trotz allem auf ein gelegentliches Glas nicht verzichten können, dann sollten Sie warten, bis sich der Stillrhythmus eingestellt hat, die Milchmenge angepasst ist und Sie schon gute Erfahrungen mit dem Abpumpen von Brustmilch haben. Lesen Sie dazu diese wichtigen Tipps....

Häufige Fragen zum Thema

Kleine Brüste geben nicht genug Milch - das ist ganz falsch. Es ist völlig egal, wie gross der Busen ist: Entscheidend ist die Menge an Drüsengewebe. Das kann bei einer Frau mit grossen Brüsten durchaus kleiner sein als bei einer mit kleinen oder mittleren Brüsten. Die Brust ist kein Milchreservoir...

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Das lässt sich pauschal nicht so einfach sagen, denn die Brust ist kein Reservoir für Milch, sondern eine Produktionsstätte. Schon kurze Zeit nach dem letzten Anlegen (z. B. schon nach 15 Minuten) könnten Sie erneut anlegen und es würde auch wieder recht viel produziert. Deshalb können...

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Wie lange es dauert, bis sich die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln in der Muttermilch zeigen, ist sehr unterschiedlich. Es hängt aber eng damit zusammen, wie lange Nahrungsmittel bei einem „normal" arbeitenden Darm im Verdauungstrakt verbleiben, und dies wiederum hängt vor allem vom Fettgehalt der...

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Die von Ihnen genannten Getränke gehören zu den so genannten "Eichelkaffees", Eicheln sind gerbstoffhaltig, die Rinde der Eiche noch viel mehr. Die Gerbstoffe werden als "Drogen" (so nennen Apotheker die Pflanzenheilstoffe) gegen Durchfall eingesetzt.

Eicheln in diesen "Kaffee-Extrakten" ohne...

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Viele Frauen nutzen die Stillzeit nach der Geburt dazu, das in der Schwangerschaft angelegte Gewicht wieder zu verlieren. Wenn zu wenig gegessen wird, kann die für die Milchproduktion notwendige Energie aus den Reserven gewonnen werden, und es kommt zu einer Gewichtsabnahme.

Stillende kommen...

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Sport und Stillen sind kein Entweder/Oder! Ein Rückgang der Milchproduktion kann eigentlich nur passieren bei Sportarten, die die Brustmuskulatur extrem stark beanspruchen. Sie wissen ja sicher, dass Druck auf die Brust, z.B. mit einem viel zu engen BH oder mit der flachen Hand, den Milchfluss...

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Newsticker

Milch für stillende Mütter | 08.02.2021

Trinkt die Mutter in der Stillzeit Kuhmilch, so sinkt das Risiko für das Baby, eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommen schwedische Forscher nach einer Untersuchung von mehr als 500 Mutter-Kind-Paaren. Nach dem ersten Lebensjahr hatten die Kinder seltener Nahrungsmittelallergien, wenn die Frauen während der Stillzeit mehr Milch tranken. Der Mechanismus ist noch unklar. Wahrscheinlich enthält Milch Substanze, welche die Reife des Immunsystems beeinflussen und beim Stillen von der Mutter an das Kind weitergegeben werden. Viele Frauen vermeiden heutzutage Milchprodukte. Die Forscher weisen darauf hin, dass eine Allergie gegen Milcheiweiss bei Erwachsenen eher selten ist, sodass die meisten Frauen Milch und Milchprodukte problemlos konsumieren können. Anders ist es bei einer Laktoseintoleranz, bei der der Körper Milchzucker nicht abbauen kann. In diesem Fall werden aber laktosefreie Milchprodukte vertragen.

Chräbeli in der Stillzeit | 07.12.2020

Anis ist ein beliebtes Gewürz, das durch sein typisches Aroma leicht in Nahrungsmitteln und Getränken erkannt wird. In der Weihnachtszeit entzücken die Chräbeli oder die Anisgutzi mit den schönen Motiven. Und sie sind besonders für stillende Mamas eine perfekte Nascherei. Denn Anis regt die Milchbildung an und lindert Bauchkrämpfe (Dreimonatskoliken) beim Baby durch sein ätherisches Öl (Anethol). Anis und Sternanis lassen sich aber nicht nur in Weihnachtsgebäck verarbeiten, auch in herzhaften Gerichten wie mit Fisch, Gurken und Rotkraut kommt eine Anisnote gut zur Geltung. Magen- und Darmbeschwerden werden gebessert und fette Speisen bekömmlicher durch Trinken von Anistee, der auch bei trockenem Husten und anderen Atemwegserkrankungen (Erkältungen, Grippe, Bronchitis) günstig ist. Anisöl kann zu diesem Zweck in heissem Wasser aufgelöst und inhaliert werden. Anis und Sternanis sehen zwar völlig unterschiedlich aus, der Geschmack ist aber sehr ähnlich. Mehr dazu…

Geschlecht des Babys beeinflusst Brustmilch | 05.06.2019

Muttermilch unterscheidet sich je nach Geschlecht des Babys sowohl in der Menge als auch in der Zusammensetzung. Bei Jungen ist die Muttermilch reicher an Fett und Proteinen – und damit an Energie, Mädchen dafür bekommen mehr Milch, wie Forscher der Harvard-Universität berichteten. Bei Rhesusaffen und Kühen fanden Wissenschaftler ähnliche Unterschiede. Über die Gründe wird noch gerätselt. Eine Theorie: Bei Rhesusaffen enthalte die Milch für weibliche Neugeborene mehr Calcium, damit diese sich rascher entwickelten und früher geschlechtsreif würden. Männliche Affen benötigten dies nicht, da ihrer Fortpflanzungsfähigkeit keine Altersgrenzen gesetzt seien. Dagegen gleiche die Muttermilch für sie stärker einem Energydrink, weil sie viel mehr Zeit mit wilden Spielen verbrächten als ihre Altersgenossinnen. Jüngste Studien an Milchkühen haben gezeigt, dass die Mütter mehr Milch produzierten, wenn das Kalb weiblich war – und zwar auch, wenn das Kalb wie üblich wenige Stunden nach der Geburt weggenommen wurde.

Stillpausen am Arbeitsplatz | 30.04.2018

Seit 2014 gibt es die Verordnung über bezahlte Stillpausen am Arbeitsplatz. Trotzdem stillen viele Mütter frühzeitig ab, weil sie sich ihrer Rechte zum Stillen am Arbeitsplatz nicht bewusst sind oder glauben, es lasse sich organisatorisch nicht einrichten. Mit der Anmeldekarte «Ja, ich will mehr über das Stillen wissen» will die Stillförderung Schweiz mehr Mütter mit Informationen zum Thema versorgen. Melden Sie sich mit ihrer E-Mail Adresse und dem Geburtstermin bei Stillförderung Schweiz an (contact@remove-this.stillfoerderung.ch) . Sie erhalten vor Ende des Mutterschaftsurlaubes Informationen zum Thema Rückkehr an den Arbeitsplatz und Weiterstillen, Informationen zu rechtlichen Grundlagen, Checklisten zur Vorbereitung, Informationsblätter für den Arbeitgeber sowie nützliche Links und Adressen. Die Karte wird auch durch Fachpersonen (Hebammen, Stillberaterinnen, GynäkologInnen, PädiaterInnen, Spitäler) an werdende und neue Mütter abgegeben. >>>Karte bestellen

Knoblauch in der Muttermilch | 26.11.2016

Noch recht wenig ist bekannt, welchen Einfluss die Nahrung der stillenden Mutter auf die Ernährungsprägung der Säuglinge hat. Man nimmt heute an, dass Kinder diese Geschmäcker dann im späteren Leben bevorzugen, weil sie an Kindheitserlebnisse erinnern, vor allem an gute. Viele Aromastoffe werden jedoch im Körper so stark verändert, dass sie nur noch wenig mit dem typischen Geschmack des Ausgangsprodukts zu tun haben. Zum Beispiel ändern Fischöl und Stilltee das Aromaprofil der Muttermilch nicht, während Eukalyptuskapseln (gegen Erkältungskrankheiten) deutlich herauskommen. Die Forscher vermuten, dass der Körper der Mutter eine Schutzfunktion übernimmt, indem er nicht alle Inhaltsstoffe der Nahrung zum Säugling durchlässt. Knoblaucharomen jedenfalls scheinen den Appetit anzuregen, wie in einer anderen Studie an Säuglingen gezeigt wurde. Sie tranken mehr Milch, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hatte.

Letzte Aktualisierung : 28-12-20, MR

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