Mutter und Kinder auf dem Perron

Zugreisen mit dem Baby

Viele junge Eltern schrecken vor Zugreisen mit dem Baby zurück. Sie denken an das mühsame Umsteigen mit dem Kinderwagen, an überfüllte Züge, an Zugpassagiere, die sich an Babys und Kleinkindern stören, an das Gedränge auf dem Bahnhof... Tatsächlich können Zugreisen, bei denen man mehrmals umsteigen muss und die zudem während den Hauptverkehrszeiten stattfinden, eine echte Herausforderung sein, vor allem für Eltern, die selten mit dem Zug unterwegs sind und sich deswegen selber zuerst an Bahnhöfen zurechtfinden müssen. Bei längeren Reisestrecken in der Schweiz und bei Fahrten ins benachbarte Ausland ist die Bahn jedoch eine gute Alternative zu Flug oder Auto.

Auf den ersten Blick mag es scheinen, als käme man mit dem Flugzeug deutlich schneller ans Ziel, als wenn man mit dem Zug reist. Berechnet man jedoch nicht alleine die Reisezeit, sondern auch den Check-in, die Sicherheitskontrollen, das Warten auf das Gepäck, den Transfer vom Flughafen zum Zentrum sowie leider oftmals auch die Verspätungen, dann dauert die Reise von Tür zu Tür mit dem Zug meist nur unbedeutend länger. Wer in einem Radius von vier bis fünf Reisestunden reist, kommt sogar früher an, wenn er die Bahn anstelle des Flugzeugs nimmt. Dies gilt vor allem bei Städtereisen, da die meisten Bahnhöfe im Stadtzentrum gelegen sind. Zugreisen bieten aber noch weitere Vorteile:

  • Babys im Krabbelalter schätzen die Bewegungsfreiheit, die sie im Zug haben, sehr. Kleinkinder, die bereits aufs WC gehen, müssen nicht bis zum nächsten Pipi-Halt warten, was auch für die Eltern weniger Stress bedeutet. 
  • Währenddem Sie als Eltern bei Autofahrten sehr konzentriert sein müssen, können Sie sich im Zug voll und ganz Ihrem Baby oder Ihren Kindern widmen. Mit gemeinsames Spielen, dem Betrachten von Bilderbüchern und malen können Sie den Nachwuchs bei Laune halten.
  • Das Bild von überfüllten Zügen, das wir aus den Nachrichten kennen, stimmt nur bedingt. Zu den Hauptverkehrszeiten ist es tatsächlich schwierig, einen Sitzplatz zu ergattern, wer jedoch ausserhalb dieser Zeiten reist, findet meist mehr als genug Platz.
  • Die meisten Kinder lieben es, bei Reisen innerhalb der Schweiz im Familienwagen zu reisen. Dieser Wagen ist mit Spielplatz, Tischen mit Brettspielen und Stauraum für Kinderwagen ausgestattet. Bitte bedenken Sie: Zur Hauptreisezeit sind die Familienwagen insbesondere am Wochenende meist voll belegt, was für lärmempfindliche Babys ziemlich belastend sein kann. 
  • Babys und Kleinkinder reisen bis zum Alter von 6 Jahren innerhalb der Schweiz gratis. Die Juniorkarte, die an jedem Bahnhof für Fr. 30 erhältlich ist, ermöglicht es, dass Kinder bis zum vollendeten 16. Altersjahr in Begleitung ihrer Eltern kostenlos reisen. Auch auf Auslandstrecken gibt es zahlreiche Vergünstigungen, über die Sie sich am Bahnschalter informieren können. Ab 11. Dezember 2016 gibt es die neue Kinder-Mitfahrkarte für 30 Franken pro Jahr für alle Begleiter (Grossmutter & Grossvater, Gotte & Götti, Nachbarin & Nachbar, Tante & Onkel, Tagesmutter, Freunde und Bekannte der Familie, usw.).
  • Inzwischen besteht auch bei Bahnreisen die Möglichkeit, das Reisegepäck aufzugeben. Da Sie Ihre Koffer jedoch erst am Tag nach Ihrer Ankunft abholen können, werden Sie das Nötigste im Handgepäck mitführen müssen. Hier können Sie nachlesen, was auf Reisen ins Handgepäck für das Baby gehört. 
  • Auslandreisen im Schlafwagen eines Nachtzuges können sehr entspannend sein, da viele Babys und Kleinkinder sich durch die Bewegung des Zuges in Schlaf wiegen lassen. Weil Sie in Ihrem reservierten Abteil reisen, brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen darüber, ob Ihr Baby die Mitreisenden stört. Bei frühzeitiger Buchung gibt es zudem attraktive Sonderangebote.
  • Wenn Ihr Baby keine langen Autofahrten schätzt, Sie aber zu einem abgelegeneren Reiseziel fahren, ist die Alternative Zug & Mietauto empfehlenswert. In grossen Städten haben viele Autovermieter eine Mietstation direkt beim Hauptbahnhof.

Natürlich sind auch Zugreisen nicht vollkommen stressfrei, je nach Reiseziel lohnt es sich aber durchaus, die Alternative Zug zu prüfen, nicht zuletzt auch aus Rücksicht auf die Umwelt.

Newsticker

Wickeltisch im WC | 23.01.2017

Aufgrund von Platzmangel in WCs gibt es im Schweizer Netz leider immer noch Züge ohne Wickeltische. Damit auch Eltern von Kleinkindern ihre Reise geniessen können, stattet die SBB nun die WCs der Familienabteile mit Wickeltischen aus – allerdings vorerst nur auf den Intercity-Verbindungen. Bereits heute gibt es in SBB-Zügen Wickeltische in den behindertengerechten Toiletten. Diese befinden sich aber häufig in der ersten Klasse am anderen Ende des Zuges.

Letzte Aktualisierung : 05.2016, TV

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