Bauchumfang messen
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Der Bauchumfang – mit jeder Woche ein wenig mehr

Dass mit jeder Schwangerschaftswoche auch der Bauchumfang wächst, ist ganz klar. Schlanke Frauen entdecken dies bei einer entspannten Bauchdecke oftmals früher als übergewichtige Frauen. Die durchschnittliche Schwangere bemerkt ab der 8. Schwangerschaftswoche, dass der Bauch sich ganz leicht zu wölben beginnt und die Taille verschwindet. Noch füllt die sich ausdehnende Gebärmutter die Bauchhöhle. Zum Ende des 3. Schwangerschaftsmonats braucht sie mehr Platz, das Bäuchlein wird für den werdenden Vater oder andere Eingeweihte langsam sichtbar. Spätestens ab dem 5. Monat können die meisten Schwangeren ihren Zustand nicht mehr verstecken, auch nicht mehr mit starken Bauchmuskeln in Form halten, sodass ab dem 6. Monat bei fast allen eine deutliche Kugel zu sehen ist. Schliesslich braucht das ungeborene Kind immer mehr Platz, auch wenn es sich in den letzten Wochen ganz klein zusammenballt. Im 9. Monat legen viele Frauen noch einmal an Bauchumfang zu und auch die Position des Bauches verändert sich: Die Senkwehen lassen ihn etwas nach unten rutschen. Die Kugel ist kurz vor der Geburt auch nicht mehr so überprall, die werdende Mutter bekommt leichter Luft.

Aber manche Bäuche sind grösser, manche kleiner - auch dann, wenn sich die Schwangeren in derselben Schwangerschaftswoche befinden. Denn jeder Babybauch entwickelt sich so individuell wie die Schwangerschaft selbst und wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu gehören:

  • Gewicht und Bauchumfang vor der Schwangerschaft, Grösse der Schwangeren: Manche Frauen starten ihre Schwangerschaft mit einer Wespentaille, andere haben schon vorher ein Bäuchlein. Zierliche Frauen zeigen daher früher einen Babybauch als festere Schwangere, die ihn in den schon bestehenden Pölsterli verstecken.
  • Beckengrösse und Beckenform der Schwangeren: Bei einem schmalen Becken kann die Gebärmutter sich nur nach oben und nach vorn ausdehnen, bei einem breiten Becken wird sie dieses erst ausfüllen.
  • Gewichtszunahme der Schwangeren: Dies ist natürlich v.a. abhängig von der Ernährung der werdenden Mutter bzw. ob eine starke Übelkeit vorliegt.
  • Gewicht und Grösse des Kindes: Das Wachstum des Babys wird beeinflusst von seiner Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff über den Mutterkuchen, aber auch durch genetische Faktoren, wie z.B. die Grösse der Eltern.
  • Fruchtwassermenge in der Gebärmutter: Je weniger Fruchtwasser, umso kleiner der Bauchumfang.
  • Beschaffenheit der Bauchdecken und des Bindegewebes:Sportliche Frauen haben oft kleinere Babybäuche, da die Muskulatur und das Bindegewebe fester sind.
  • Vorherige Schwangerschaft(en): Oft ist der Babybauch bei Frauen, die schon Geburten hinter sich haben, früher sichtbar und wirkt insgesamt grösser als bei einer Erstschwangeren.
  • Einling oder Mehrlinge: Bei Mehrlingsschwangerschaften nimmt der Babybauch natürlich deutlich mehr zu.
  • Psychische Gründe: Angeblich soll auch die seelische Haltung zur Schwangerschaft die Bauchausdehnung mitbestimmen. Frauen, die ihre Schwangerschaft nicht annehmen bzw. eher verdrängen, scheinen kleinere und später sichtbare Bäuche zu haben.

Der Bauchumfang wird auf der Höhe des Bauchnabels gemessen, im Stehen oder Liegen. Als Faustregel gilt eine Vergrösserung in der Schwangerschaft um etwa 40 cm.  Gleichzeitig wird meist die Höhe der Gebärmutter, der Fundusstand, kontrolliert.

Die Form des Babybauchs kann sehr unterschiedlich sein. Bei manchen Schwangeren wölbt er sich nur nach vorne, bei anderen breitet er sich auch auf die Seiten aus. Ein Ammenmärchen ist es, wenn daraus auf das Geschlecht des Kindes geschlossen wird. Allerdings kann die Lage des Kindes in der Gebärmutter die Form bestimmen: Ein Baby in Beckenendlage (Steisslage) führt zu einem runderen, breiteren Bauch. Dreht sich das Kind mit dem Kopf nach unten, verändert sich die Bauchform und wird höher und spitzer. Ausserdem beeinflusst die Grösse und Form des mütterlichen Beckens, wie die Gebärmutter sich ausbreitet.

Das Geburtsgewicht lässt sich übrigens am Bauch kaum ablesen. Ein grosser Bauch bedeutet keinesfalls ein besonders grosses oder schweres Kind. Bis zur 20. Woche entwickeln sich sowieso alle Babys ungefähr gleich. Wie schwer Ihr Baby bei der Geburt sein wird, lässt sich durch Ultraschall berechnen – aber auch nur ungefähr.

Letzte Aktualisierung : 15-04-19, BH

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