Geschmacks- und Geruchssinn

Geschmacks- und Geruchssinn

Gleich zu Beginn der Schwangerschaft setzen hormonelle Veränderungen ein, die auch Zunge und Nase, also Ihren Geschmacks- und Geruchssinn beeinflussen können. Dadurch verändern manche Speisen und Getränke (z.B. Tee und Kaffee) ihren gewohnten Geschmack, schmecken auf einmal nicht mehr gut und manchmal richtig bitter oder sogar Ekel erregend. Vielleicht entwickeln Sie sogar eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel und Getränke oder Gerüche, die Sie normalerweise mögen (z. B. Parfums).

Manche Schwangere haben das Gefühl, in ihrem Mund schmeckt plötzlich etwas nach Tinte oder nach Metall, als ob man an Geldstücken oder Alufolie lutschen würde. In der Fachsprache heisst das "Dysgeusie". Wahrscheinlich wird das - wie viele andere Schwangerschaftsveränderungen - durch den erhöhten Östrogenspiegel verursacht.

 

Das alles ist ein ganz normales Phänomen, das im Lauf des zweiten Trimesters verschwindet - also kein Grund zur Beunruhigung. Die Schwangerschaft verstärkt einfach nur in gewisser Weise den Geruchssinn und deswegen empfindet man bestimmte Gerüche als zu intensiv und verspürt unter Umständen sogar Übelkeit. Das ist ursprünglich auch eine Sicherheitsmassnahme des Körpers, damit eine werdende Mutter verdorbenes Essen leichter erkennt und vermeidet.

Säurehaltige Lebensmittel können helfen, den bitteren, metallischen Geschmack auszugleichen. Saure Süssigkeiten, Zitrussäfte und in Essig marinierte Nahrungsmittel (die klassischen sauren Gewürzgurken) können Linderung verschaffen.

Viele Frauen haben zudem während der Schwangerschaft Heisshunger auf bestimmte Speisen oder Getränke. Ab und zu können sich diese Gelüste auch auf nicht essbare Sachen beziehen, z.B. Dreck, Kohle oder Lehm. Den bei Schwangeren nicht seltenen Drang, ungewöhnliche Dinge zu essen, nennt man „Pica“.

Letzte Aktualisierung: 01.2018, BH