Ich könnte momentan kiloweise Lakritz essen. Ist das gefährlich für mein Baby?

Lust auf grosse Mengen Lakritz (das heisst mehr als 100 g pro Tag) ist über einen begrenzten Zeitraum kein ernsthaftes Problem. Den schwangerschaftstypischen Essgelüsten dürfen Sie ruhig eine Zeitlang nachgeben.

Längerfristiger übermässiger Verzehr von Lakritz ("Bärendreck") kann aber unwillkommene Nebenwirkungen haben: Bluthochdruck, Wassereinlagerungen (Ödeme), Muskelschwäche und Kaliummangel. Frauen, die in der Schwangerschaft viel Lakritz gegessen haben, bringen ausserdem ihre Kinder statistisch gesehen 2,5 Tage früher zur Welt, wie eine finnische Studie an 1000 Frauen herausgefunden hat. Der Grund dafür ist, dass Lakritz zu einer erhöhten Prostaglandin-Produktion führt, die den Muttermund aufweicht.

Bitte lesen Sie mehr dazu im Bereich "Aktuelles":

Nicht zuviel Lakritz in der Schwangerschaft

Newsticker

Bärendreck… schleck! | 05.10.2017

Süssholzextrakt (Lakritz) schmeckt gut… und hilft z.B. bei Magenschmerzen und Husten. Hat aber auch Nebenwirkungen, wenn man zu viel davon konsumiert: Wasser und Natrium werden im Körper zurückgehalten, während Kalium verloren geht. Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche können die Folge sein. Besonders schwerwiegend ist die Wirkung, wenn man Medikamente einnimmt. Das im Lakritz enthaltene Glycyrrhizin verändert die Aktivität von Enzymen in der Leber, die am Medikamentenstoffwechsel beteiligt sind. So werden die Medikamente entweder zu schnell oder zu langsam verarbeitet. Fachleute empfehlen gesunden Menschen, nicht mehr als 50 bis maximal 100 Gramm täglich zu verzehren. Risikogruppen wie Bluthochdruckpatienten, Diabetiker und Schwangere, aber vor allem auch Kinder, sollten deutlich unter dieser Grenze bleiben. Der gelegentliche Konsum von kleinen Mengen sei dagegen unbedenklich.

Letzte Aktualisierung : 08.2016, BH