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Graphik zur Befruchtung und Einnistung

Follikel (Eibläschen)

Nach dem Einsetzen der Menstruationsblutung beginnt die Hirnanhangsdrüse durch Ausschüttung des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) in den Eierstöcken das Wachstum eines Ovarialfollikels anzuregen. In jedem Zyklus reifen mehrere Follikel heran, normalerweise reift jeweils eine Eizelle darin aus. Ein Follikel hat dabei einen Vorsprung in der Entwicklung. Dieser sogenannte dominante Follikel ist ungefähr 2 bis 2,5 cm gross. Die übrigen Eibläschen bilden sich nach dem Eisprung wieder zurück.

Detaillierte Erklärung der Hormone und ihrer Funktion.

Follikel (Eibläschen) sind nicht zu verwechseln mit Oozyten (Eizellen). Die Oozyte ist die weibliche Keimzelle und entspricht dem Spermium als männliche Keimzelle (Gamet).

Der Follikel ist dagegen eine Struktur des Eierstocks, in der die Eizelle geschützt im Laufe des Zyklus heranreift. Der Follikel enthält ausser Flüssigkeit auch ein loses Geflecht von Granulosa-Zellen, die das weibliche Geschlechtshormon Oestradiol (E2) produzieren, was für die normale Entwicklung der Reifung der Eizellen notwendig ist. Dieses Hormon bewirkt einerseits den monatlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) sowie die Verflüssigung des Sekretes im Gebärmutterhals, so dass den Samenzellen das Eindringen in die Gebärmutterhöhle erleichtert wird. Andererseits wird via Blutkreislauf der Hirnanhangsdrüse der Reifezustand der Eizelle mitgeteilt, sodass diese zum richtigen Zeitpunkt das luteinisierende Hormon (LH) ausschütten kann. Das bewirkt in der Zyklusmitte innerhalb von 24 bis 36 Stunden den Eisprung (Ovulation) des reifen Follikels.

Der Eileiter hat sich zu diesem Zeitpunkt dem Eibläschen angenähert und nimmt die Eizelle auf. Während des Transports durch den Eileiter kann normalerweise die Befruchtung durch die Spermien stattfinden. Aus dem Follikel, der nach dem Eisprung zurückbleibt, entwickelt sich der sogenannte Gelbkörper, der Gelbkörperhormon (Progesteron) produziert. Zusammen mit Östrogen sorgt das Gelbkörperhormon dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung eines Embryos vorbereitet wird. Bei der Einnistung wird das Schwangerschaftshormon hCG gebildet, welches wiederum den Gelbkörper stimuliert und damit die Gebärmutterschleimhaut hoch aufgebaut erhält. Wenn es nicht zu einer Einnistung kommt, bildet sich der Gelbkörper zurück, die Produktion des Gelbkörperhormons fällt ab und es kommt zu einer Blutung.

Im Rahmen von Untersuchungen vor einer Kinderwunschtherapie wird gelegentlich die sogenannte "ovarielle Reserve" bestimmt. Dazu werden Hormonanalysen (Anti-Müller-Hormon, FSH, LH, Östradiol usw.) und Follikelzählungen mit vaginalem Ultraschall am 2. – 5. Zyklustag durchgeführt. Eine normale ovarielle Reserve besteht bei 6 bis 10 Antralfollikeln. Frauen mit niedriger Reserve haben ein höheres Risiko, nicht auf die Behandlung anzusprechen, während bei Frauen mit hoher Reserve das Risiko einer Überstimulation besteht.

Das Wachstum eines Follikels bedeutet nicht unbedingt, dass im Inneren eine reife Eizelle vorliegt. Ebenso wie in einer Samenprobe nicht alle Spermien befruchtungsfähig haben, enthalten nicht alle Follikel reife Oozyten (leerer Follikel), und nicht alle Oozyten haben die gleiche Qualität.

Für eine Befruchtung ausserhalb des weiblichen Körpers (wie IVF, ICSI) ist die Entnahme von Eizellen aus den Eibläschen, die so genannte Follikelpunktion, notwendig.


Häufige Frage zum Thema

Kann man die Eizellen im Ultraschall sehen?


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Letzte Aktualisierung : 11.2018, BH

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