Arzt macht eine künstliche Befruchtung
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Intrauterine Insemination (Spermienübertragung)

Diese Methode wird vor allem dann als Therapie der ungewollten Kinderlosigkeit durchgeführt, wenn die Samenzellen des Partners das Problem darstellen, z.B. wenn Zahl und Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt sind oder es ungewöhnliche Hindernisse auf dem Weg zur Eizelle gibt. Leichtere Störungen der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit lassen sich auf diese Weise oft gut behandeln.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Insemination?

Für eine erfolgreiche Befruchtung muss der Zeitpunkt des Eisprungs möglichst genau bekannt sein.

Mit Ultraschall wird festgestellt, ob das Eibläschen (der Follikel), sprungreif ist bzw. einen Durchmesser zwischen 18 und 20 mm hat. Gibt es mehr als drei Eibläschen, wie dies bei einer hormonellen Stimulationsbehandlung vorkommen kann, werden die überzähligen durch eine ultraschallkontrollierte Follikelpunktion abgesaugt. So wird verhindert, dass es zu einer hochgradigen Mehrlingsschwangerschaft kommt, gleichzeitig ist aber die Chance auf eine Schwangerschaft nicht vermindert. Dann erst wird der Eisprung mit einer Injektion "ausgelöst".

Gewinnung und Aufbereitung des Ejakulats

Die Gewinnung des Ejakulates erfolgt zum Zeitpunkt des Eisprunges in speziellen, der Situation angepassten und ausgestatteten Räumen, die in der Klinik oder Praxis zur Verfügung stehen (Ejakulatorium). Ist der Wohnort weniger als eine halbe Stunde entfernt, kann das Sperma eventuell in speziellen Gefässen mitgebracht werden. Die Vorausetzungen und hygienischen Bedingungen entsprechen denjenigen bei der Gewinnung von Sperma für das Spermiogramm.

Danach muss es in einer speziellen Reinigungslösung gewaschen und aufbereitet werden. Hierdurch kann die Qualität der Spermien verbessert werden: Ihre Beweglichkeit nimmt zu, fehlgeformte und unbewegliche Spermien werden durch sanftes Zentrifugieren herausgefiltert.

Wie werden die Spermien übertragen?

Die Insemination verkürzt und erleichtert den Weg zur Eizelle, weil die Spermien über einen 1 mm dünnen, biegsamen Schlauch (Katheter) direkt in die Gebärmutter geleitet werden. Der sterile Katheter kann etwa 0,5 ml der aufbereiteten Spermamenge vom äusseren Muttermund über den Gebärmutterhals bis in die Gebärmutterhöhle bringen. Das ist fast schmerzfrei. Nach der Insemination bleibt die Patientin ca. 20 Minuten liegen und kann danach nach Hause gehen.

Wie sind die Erfolgschancen?

Pro Zyklus berägt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung zwischen 5 und 15 Prozent, daher sind meist 3-4 Wiederholungen sinnvoll. Das erscheint zunächst wenig, aber die natürliche Schwangerschaftsrate pro Zyklus liegt bei optimal fruchtbaren Paaren auch nur bei ca. 20-25%.

Kann mit der Insemination keine Schwangerschaft erzielt werden, sollte ein Gespräch mit beiden Partnern festlegen, wie weiter vorgegangen wird. Je nach Situation können kompliziertere Behandlungsmethoden wie die In-vitro-Fertilisierung (IVF) und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) angeschlossen werden.

Ein intratubarer Gametentransfer (GIFT = gamete intrafallopian transfer) ist oft eine gute Möglichkeit für Paare, bei denen eine intrauterine Insemination  erfolglos war, und bei denen die Samenqualität des Mannes relativ schlecht ist.

Neben der üblichen homologen Insemination, bei der Samen des Partners in die Gebärmutter eingespritzt wird, gibt es noch die heterologe Insemination mit Spendersamen.

Letzte Aktualisierung : 28-10-20, BH

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