Verstopfung im Wochenbett

Da die reguläre Darmtätigkeit in den ersten Wochenbetttagen herabgesetzt ist, ist es normal in den ersten Tagen nach der Geburt keinen Stuhlgang zu haben. Nach der Geburt des Kindes, verändern sich die Verhältnisse im Bauchraum enorm. Es vergehen ca. 1-2 Wochen, bis der Darm zu seiner ursprünglichen Lage und Entleerungsfrequenz zurückfindet. Nur wenige Frauen haben am Tag nach der Geburt Stuhlgang, meistens erfolgt eine spontane Darmentleerung am 2.-3. Wochenbetttag.

Es gibt einige Gründe, warum Wöchnerinnen nach der Geburt unter Verstopfung leiden: Ganz ähnlich wie zu Beginn der Schwangerschaft sorgt die Hormonumstellung für einen veränderten Muskeltonus im Unterleib, was wiederum die Verdauung und den Stuhlgang beeinflussen kann. Manche Frauen leiden auch unter Verstopfung, weil sie ihren Stuhlgang nach der Geburt aus Angst vor Schmerzen zurückzuhalten versuchen. Dies ist häufig bei Verletzungen im Genitalbereich und nach einem Kaiserschnitt der Fall. Durch die Geburt entsteht häufig im Körper ein Flüssigkeitsmangel, aufgrund der vermehrten Atmung, vermehrtem Schwitzen und einem allfällig erhöhten Blutverlust.

Wenn Sie bereits ein paar Tage lang keine Darmentleerung hatten, sollten Sie etwas gegen die Verstopfung tun – versuchen Sie jedoch nicht, den Stuhlgang zu erzwingen. Hämorrhoiden treten nach einer Geburt recht häufig auf und werden durch starkes Pressen verschlimmert. Nach einem Kaiserschnitt oder bei einer grösseren Dammverletzung sollten sie daher starkes Pressen vermeiden.

Wenn Sie reichlich Wasser trinken, sich regelmässig bewegen, eine ballaststoffreiche Ernährung und natürliche Abführmittel wie Weizenkleie, Leinsamen oder eingeweichte Backpflaumen mit viel Flüssigkeit (!) zu sich nehmen, wird das sicher Ihre Verdauung ausreichend anregen und die Verstopfung beheben. Auch eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn regt die Verdauung an, und die Rückbildungsübungen nach der Geburt haben denselben Effekt, weil eine starke Beckenbodenmuskulatur den Verdauungstrakt gezielt stimuliert.

Wenn alles dies nicht hilft, kann Ihnen ein Abführmittel verschrieben werden, das auch stillende Mütter nehmen dürfen.

Letzte Aktualisierung: 04.2016, BH / swissmom-Hebammenteam