Baby 8 Monate

Zwölf gute Gründe, Kinder zu bekommen

Durchwachte Nächte, volle Windeln, Trotzanfälle, weil der Pullover die falsche Farbe hat und wenn sie endlich grösser sind, werden sie auch noch frech. Soll man sich das wirklich antun? Oh ja, man sollte, denn es gibt viele gute Gründe, Kinder zu bekommen. Hier eine - nicht in allem ganz ernst gemeinte - Auswahl: 

Kinder halten jung, auch wenn sie einen alt aussehen lassen

Seien wir ehrlich: Mit der ewigen Jugend ist es definitiv vorbei, wenn der Schlafmangel schwarze Augenringe ins Gesicht zaubert, der Körper sich standhaft weigert, wieder so auszusehen wie vor der Schwangerschaft und Sie irgendwann von Teenagern umgeben sind, die mitleidig den Kopf schütteln, wenn Sie glauben, cool zu sein. Dafür wissen Eltern immer Bescheid über den neuesten Disney-Streifen, sind stets auf dem Laufenden darüber, welche Krankheitserreger gerade in sind und verstehen nicht nur Bahnhof, wenn irgendwo Pausenhofslang geredet wird. Und während andere Leute gesittet auf Parkbänken sitzen müssen, dürfen Eltern auf dem Spielplatz durch Tunnels kriechen, die Klettertürme bezwingen und Fangen spielen. 

Nie mehr Langeweile

Routine und Langeweile - zwei Worte, die Eltern aus ihrem Vokabular streichen können. Kein Tag ist wie der andere und erst recht nicht so, wie er geplant war. Sollte doch einmal alles ganz ruhig und friedlich sein, fällt den lieben Kleinen bestimmt etwas ein, um Leben in die Bude zu bringen. 

Immer eine Ausrede parat

Die Party ist sterbenslangweilig? Einfach das Handy zücken, so tun, als wäre am anderen Ende ein panischer Babysitter und Sie sind raus. Vertreter an der Haustüre? Sorry, ist leider total ungünstig, die Kleine muss ihren Mittagsschlaf halten. Der Verein sucht dringend ein Vorstandsmitglied? In ein paar Jahren vielleicht, aber jetzt, mit zwei kleinen Kindern lieber nicht. Mit etwas Glück braucht der Grosse bis dahin dringend Unterstützung bei der Lehrstellensuche und Sie haben wieder für eine Weile Ruhe vor lästigen Anfragen.   

Achtsamkeitstraining inklusive...

Hören, fühlen, schmecken, riechen, jeden Moment ganz bewusst erleben - manche Menschen müssen solche Dinge in teuren Seminaren erlernen. Bei Eltern von kleinen Kindern ist das Achtsamkeitstraining im Alltag inbegriffen. Sie nehmen jeden Schritt auf dem Weg zum Einkaufen ganz bewusst wahr, halten inne, um das Gänseblümchen am Wegrand zu bewundern, an ihm zu riechen und seine zarten Blättchen zu zupfen, sie beobachten die Ameise bei ihrem emsigen Treiben und bezwingen ihren inneren Drang, es dem winzigen Insekt gleich zu tun, um doch noch rechtzeitig zum Mittagessen nach Hause zu kommen. 

...Survivaltraining ebenfalls 

Auch die Überlebenstage in der Wildnis können sich Eltern schenken. Über Monate und Jahre üben sie sich im Verzicht, mit stoischer Gleichmut lassen sie immer und immer wieder die gleiche Kinder-CD und drittklassige Theateraufführungen über sich ergehen, in fast totaler Selbstaufgabe ernähren sie sich von dem, was auf dem Kinderteller übrig bleibt. Wer das ein paar Jahre lang durchgehalten hat, braucht nicht bei Minusgraden unter freiem Himmel zu übernachten, um für die Widrigkeiten des Alltags gestählt zu werden. 

Nie wieder die Frage nach dem Geld

Die Frage, was sie mit ihrem Geld anstellen sollen, müssen sich Eltern nie mehr stellen. Es verschwindet ganz von alleine und weil es vollumfänglich den Kindern zugute kommt, tut das nicht mal besonders weh. Na ja, es sei denn, man müsse sein sauer verdientes Geld für einen wertlosen Haufen Plastik am Chilbi-Stand herausrücken. 

Immer ein Gesprächsthema zur Hand

Die ersten Zähne, die ersten Wörtchen, die fiesen Gspänli in der Spielgruppe, der allzu strenge Klassenlehrer, die Angst vor der Gymiprüfung, der fast erfolgreiche Studienabschluss, der erste ernsthafte Freund, von dem man lieber nicht möchte, dass er der Vater der Enkelkinder wird - Eltern haben immer etwas zu erzählen. Zurückhaltung, um andere mal zu Wort kommen zu lassen, wäre deshalb gänzlich fehl am Platz. Wo doch die Welt förmlich danach lechzt, endlich mehr über den Windelinhalt Ihrer Tochter zu erfahren. 

Träume wahr werden lassen

Sie wollten schon immer ein grosser Fussballer sein oder die Konzertbühnen dieser Welt erobern, haben das aber nie geschafft, weil Ihre Eltern meinten, mit dem KV hätten Sie bessere Aussichten, durchs Leben zu kommen? Ihr Kind bietet Ihren Träumen eine zweite Chance. Mag sein, dass andere Eltern mit der Zeit einen weiten Bogen um Sie machen, weil Sie am Rand des Fussballfeldes immer so laut schreien und vielleicht eröffnet Ihnen Ihr Sohn mit achtzehn, er werde ganz weit weg von Ihnen ziehen, weil er lieber Modedesigner als Fussballstar werden möchte, aber immerhin haben Sie für Ihre Träume gekämpft. 

Endlich die eigenen Eltern verstehen

Sie wollen verstehen, warum Ihre Mutter immer zur Vorsicht mahnte? Weshalb Ihr Vater besorgt war, wenn Sie nicht rechtzeitig vom Kindergarten nach Hause kamen? Wie elend einem zumute ist, wenn man den Ärger über die kaputte Waschmaschine am Kind ausgelassen hat? Wie unmöglich es ist, die grenzenlose Liebe, die man für dieses heranwachsende Menschlein empfindet, in Worte zu fassen? Dies und noch viel mehr wird plötzlich sonnenklar, wenn Sie Ihr eigenes Kind durchs Leben begleiten. Und spätestens wenn Sie zum ersten Mal mit ihm schimpfen, wissen Sie auch, wie viel von Ihren Eltern in Ihnen steckt. 

Ein Kick für das Selbstbewusstsein

Kinder verleihen dem Selbstbewusstsein neuen Schwung. Ist es zu fassen, dass zwei ganz und gar durchschnittliche Menschen einem derart wunderbaren Wesen das Leben geschenkt haben? Dann hat es auch noch Mamas grosse Augen und Papas Charakterstärke - gelegentlich auch Sturkopf genannt  - geerbt. Wer so etwas zustande bringt, hat doch einiges richtig gemacht im Leben. 

Begreifen, wovon alle reden

Sie wollten schon immer wissen, was es mit dieser "bedingungslosen Liebe", von der immer alle reden, auf sich hat? Nun, es ist ganz einfach: Da ist ein kleines Menschlein, das sich rücksichtslos nimmt, was es braucht, das Leben seiner Eltern auf den Kopf stellt und an manchen Tagen auch noch gekonnt auf ihren Nerven herumtanzt. Als Gegenleistung gibt es nichts weiter als ein zahnloses Lächeln, einen treuherzigen Blick aus kugelrunden Augen und ein gelegentliches "I ha di gärn". Mehr braucht es aber gar nicht, um Sie dazu zu bringen, vor lauter Liebe fast zu zerfliessen und alles zu geben, damit es Ihrem Kind gut geht.  

Die Aussicht auf Enkel

Eine Garantie hat zwar niemand, aber die Chancen, eines Tages Grossmutter oder Grossvater zu werden, sind intakt. Und dies, so wissen wir aus zuverlässiger Quelle, ist fast noch schöner, als Mutter oder Vater zu werden. 

Letzte Aktualisierung: 03.2017, TV