Risikoschwangerschaft
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Komplikationen: Schwangerschaft oder Krankheit?

Die Frage, ob schwanger oder krank ist für die Krankenkasse wichtig und aus den Krankenkosten nicht immer ersichtlich. Bei Mutterschaft übernimmt die obligatorische Grundversicherung ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Niederkunft die Kosten für die gleichen Leistungen wie bei Krankheit: ärztliche Behandlung, Medikamente und Spitalaufenthalt. Hinzu kommen die spezifischen Leistungen bei Mutterschaft, wie sie im KVG und in der Kran­ken­pflege-Leistungsverordnung (KLV) vorgesehen sind (Art. 29 KVG, Art. 13-16 KLV).

Seit dem 1. März 2014 müssen Frauen bei Krankheit (z.B. Komplikationen) ab der 13. Schwangerschaftswoche bis 8 Wochen nach der Geburt keine Kostenbeteiligung für allgemein medizinische Leistungen mehr leisten (z.B. die Hospitalisation zur Vermeidung einer Frühgeburt, die Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes und Infektionen oder eine psychotherapeutische Behandlung von Depressionen nach der Geburt). Alle Kosten, dies gilt auch für Behandlungskosten von unabhängig von der Schwangerschaft auftretenden Krankheiten, werden von der Krankenkasse übernommen.

Es empfiehlt sich für Schwangere, die auf Nummer sicher gehen möchten, die Franchise möglichst niedrig zu halten, z. Bsp. auch im Fall eines Wunschkaiserschnittes.

Verläuft eine Schwangerschaft nicht problemlos, drohen einer Schwangeren zudem Benachteiligungen bei der Lohnfortzahlung, und je nach Dienstalter kann es zu einem Lohnstopp kommen.

Die besonderen Leistungen bei Mutterschaft waren von der Revision des KVG per 1. März 2014 nicht betroffen. Sie sind nach wie vor von der Kostenbeteiligung befreit - dies ohne zeitliche Limitationen (vgl. Art. 64 Abs. 7 Bst. a KVG). Es betrifft dies die folgenden Leistungen:

  • die von Ärzten und Ärztinnen oder von Hebammen durchgeführten oder ärztlich angeordneten Kontrolluntersuchungen während und nach der Schwangerschaft (Art. 29 Abs. 2 Bst. a KVG): Kontrollen (Art. 13 Bst. a KLV) inkl. notwendige Laboranalysen nach Analysenliste
  • Ulltraschallkontrollen (Art. 13 Bst. b KLV)
  • Ersttrimestertest(Art.13Bst.bb'sKLV)
  • Nicht-invasiver pränataler Test (NIPT) (Art. 13 Bst. bter KLV)
  • Präpartale Untersuchungen mittels Kardiotokografie (Art. 13 Bst. c KLV)
  • Amniozentese, Chorionbiopsie, Cordozentese (Art. 13 Bst. d KLV) inkl. Laboranalysen nach Analysenliste
  • Kontrolle post-partum, eine Untersuchung (Art. 13 Bst. e KLV)
  • die Entbindung zu Hause,in einem Spital oder einem Geburtshaus sowie die Geburtshilfe durch Ärzte und Ärztinnen oder Hebammen (Art. 29 Abs. 2 Bst. b KVG)
  • die notwendige Stillberatung (Art. 29 Abs. 2 Bst. c KVG)
  • die Pflege und den Aufenthalt des gesunden Neugeborenen, solange es sich mit der Mutter im Spital aufhält (Art. 29 Abs. 2 Bst. d KVG)
  • die Leistungen der Hebammen inkl. Betreuung im Wochenbett (Art.16KLV,Art.62Abs.1Bst.c KW)

Letzte Aktualisierung : 08.2016, AS

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