Die Grundversicherung
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Die Grundversicherung der Krankenkasse

Die Krankenkassen übernehmen nach dem Krankenversicherungs-Gesetz (KVG) grundsätzlich die ärztliche Betreuung und Hilfe sowie die Hebammenhilfe während der Schwangerschaftsvorsorge und der Geburt, wobei hier vorweg zwischen einer sog. "normalen Schwangerschaft" und einer "Risikoschwangerschaft" unterschieden werden muss. Bei einer "normalen Schwangerschaft" übernimmt der Grundversicherer ohne Kostenbeteiligung (Franchise und Selbstbehalt) folgende Kosten:

Was wird von der Krankenkasse übernommen?

  • die sieben Vorsorgeuntersuchungen inklusive Laboranalysen nach Analysenliste, wobei in der Regel die erste Kontrolluntersuchung zwischen der 6. und 9. Schwangerschaftswoche stattfindet. Diese Kontrolluntersuchung ist befreit von der Kostenbeteiligung
  • zwei Ultraschallkontrollen (in der 10.-12. SSW und der 20.-23. SSW) in einer unkomplizierten Schwangerschaft sowie unbeschränkt viele Ultraschalluntersuchungen in einer Risikoschwangerschaft und
  • Medikamente, Mittel (z.B. Stützstrümpfe/Kompressionsstrümpfe) und Gegenstände (z.B. Milchpumpe) im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung, dh Übernahme ab der 13. Schwangerschaftswoche.
  • Ersttrimestertest
  • Nicht-invasiver pränataler Test (NIPT)
  • Vorgeburtliche Untersuchungen mittels Kardiotokographie
  • Amniozentese, Chorionbiopsie, Cordozentese inkl. Laboranalysen nach ALT
  • Die Geburtsvorbereitungskurse  (150 Fr.), wenn der Kurs von Hebammen geleitet wird. Kurse bei Geburtsvorbereiterinnen oder Physiotherapeutinnen werden nicht von allen Kassen übernommen. Fragen Sie vor der Anmeldung unbedingt danach. Wenn Ihr Mann Sie bei dem Kurs begleitet, muss er seinen Anteil selbst bezahlen.
  • Die Kosten für die stationäre oder ambulante Entbindung in der allgemeinen Abteilung in einem der Vertragsspitäler im Wohnkanton. In der Regel sind das 2-3 Tage bei einer normalen Geburt und 5 Tage bei einem Kaiserschnitt. Dabei besteht keine freie Arztwahl. 
  • Die Pflege und den Aufenthalt des gesunden Neugeborenen, solange es sich mit der Mutter im Spital aufhält
  • Die häusliche Pflege (Nachsorge) durch eine Hebamme während den ersten 56 Tagen nach der Geburt - auch ohne ärztliche Anordnung - bei ambulanter Geburt oder Hausgeburt
  • Die notwendige Stillberatung
  • Eine Kontroll-Untersuchung nach der Geburt

Ab wann und wie lange übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Leistungen (auch Pflegeleistungen bei Krankheit) werden grundsätzlich ohne Selbstbehalt und Anteil an der Franchise durch die Grundversicherung ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Niederkunft gewährleistet. Eine Kontrolluntersuchung zwischen der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche ist Kosten befreit. Massnahmen wie z.B. ein Spitalaufenthalt bei einem frühen Abort sowie Medikationen unter "Krankheit" und werden darum mit Franchise und Selbstbehalt verrechnet. Im Parlament wird nun ein Vorstoss behandelt, dies abzuschaffen. Der Entscheid ist noch ausstehend. Eine Schwangere, die ihr Kind in der Frühschwangerschaft verliert, wird heute noch doppelt bestraft. Sie muss sich an den Kosten von Kontrollen oder eines Spitalaufenthaltes mit Franchise und Selbstbehalt beteiligen.

Wollen Sie Ihr Baby in einem Geburtshaus zur Welt bringen, ist es es wichtig, ob das Geburtshaus auf der Spitalliste des Wohnkantons steht, denn dann werden die Kosten aus der Grundversicherung abgedeckt. Lediglich ein Wochenbettaufenthalt im Geburtshaus oder Infrastrukturkosten werden dann nicht zwingend übernommen. Erkundigen Sie sich im Geburtshaus Ihrer Nähe und bei Ihrer Krankenkasse.

Für Ihr Baby zahlt die Grundversicherung

Die Kasse darf für die gesetzlichen Mutterschaftsleistungen sowie Ultraschall oder Entbindung in der allgemeinen Abteilung weder den Zehn-Prozent-Selbstbehalt noch die Franchise abziehen, egal wie hoch diese ist. Auch die 10 Franken Selbstbeteiligung pro Spitaltag darf die Krankenkasse nicht verlangen.

Schwanger oder krank?

Ab der 13. Schwangerschaftswoche und bis acht Wochen nach der Niederkunft haben Schwangere keine Kostenbeteiligung (Franchise, Selbstbehalt, Spitalkostenbeitrag) auf den allgemeinen Leistungen bei Krankheit sowie auf Pflegeleistungen bei Krankheit zu bezahlen. Im ersten Trimester ist eine Kontrolluntersuchen Kosten befreit  nach KVG (Art. 29 Abs. 1 KVG).

Bei speziellen medizinischen Untersuchungen sollten Sie sich vorher über die Kostenübernahme informieren. Generell gilt, dass zwei Ultraschalluntersuchungen nach einem ausführlichen Aufklärungs- und Beratungsgespräch bezahlt werden, sowie unbeschränkt viele Ultraschalluntersuchungen in einer Risikoschwangerschaft. Ausserdem vergütet die obligatorische Krankenpflegeversicherung die neuen nicht-invasiven Trisomie-Tests (NIPT). Bedingung für die Vergütung dieser Bluttests ist, dass ein sogenannter Ersttrimester-Test durchgeführt worden ist und dieser ein erhöhtes Risiko für eine kindliche Chromosomenstörung (v.a. Trisomie) ergeben hat. Liegt keine Indikation vor, muss die werdende Mutter solche Untersuchungen aus der eigenen Tasche bezahlen.

Hebammen sind gemäss Gesetz (KVG) den Ärzten gleichgestellt

Sie können deshalb - auch ohne ärztliche Verordnung - die Begleitung sowohl während der Schwangerschaft wie auch nach der Geburt übernehmen und zu Lasten der Grundversicherung abrechnen.

Naturheilverfahren müssen in der Regel durch eine Zusatzversicherung abgedeckt werden.

Broschüre Krankenversicherung:

Mehr Infos finden Sie in der BAG-Broschüre "Krankenversicherung: Das Wichtigste in Kürze".


Was bezahlt die Krankenkasse bei einer Schwangerschaft?

In den ersten 12 Schwangerschaftswochen: Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft werden alle Leistungen ohne Franchisenbeteiligung und Selbstbehalt von der Grundversicherungen bezahlt.

Ausnahme Schwangerschaftskomplikationen: Verliert eine Frau bis zum Beginn der 13. Schwangerschaftswoche ihr Kind, dh kommt es zu einer Fehlgeburt, gilt dies als Krankheit. In diesem Fall müssen Franchise und Selbstbehalt von der Schwangeren übernommen werden. Dies gilt auch für andere Schwangerschaftskomplikationen.

Ab der 13. Schwangerschaftswoche: Der Selbstbehalt und die Franchise entfallen bei allen Behandlungen - auch wenn diese nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben - und zwar bis acht Wochen nach der Geburt des Kindes.

Häufige Frage zum Thema

Seitdem im Jahr 2000 die Stillberatung als Leistung der Krankenkassen gesetzlich verankert wurde, wird das Stillgeld nicht mehr automatisch an alle stillenden Mütter ausbezahlt.

Einige besonders stillfreundliche Krankenversicherer entrichten aber auch weiterhin ein Stillgeld auf freiwilliger Basis...

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Newsticker

Grundversicherung zahlt mehr: Ab dem 15. Juli 2015 vergütet die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) bei schwangeren Frauen die neuen nicht-invasiven Trisomie-Tests (NIPT). Bedingung für die Vergütung dieser Bluttests ist, dass ein sogenannter Ersttrimester-Test durchgeführt worden ist und dieser ein erhöhtes Risiko für eine kindliche Chromosomenstörung (v.a. Trisomie) ergeben hat. Bisher mussten sich schwangere Frauen mit erhöhtem Risiko einer invasiven Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung unterziehen, um eine präzise Diagnose zu erhalten. Neuere, nicht-invasive Tests ermöglichen es nun, diese Trisomien im mütterlichen Blut festzustellen. Weiter werden unter anderem die Beiträge der OKP an Geburtsvorbereitungskurse von 100,- auf 150,- Fr. erhöht.

Letzte Aktualisierung : 04-05-20, AS

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