Vater, Mutter und Babyhände liegen aufeinander
Kind | Familie | Recht

Bürgerrecht des Kindes

1. Staatsangehörigkeit und Bürgerrecht

Für Neugeborene gilt nach Schweizer Recht  das sogenannte "ius sanguinis" (d.h. das Prinzip des "Blutes" bzw. der Abstammung). Daraus lassen sich folgende Erwerbsregeln ableiten:

  • Sind die Eltern miteinander verheiratet und sind beide Eltern Schweizer Bürger, erhält das Kind das Bürgerrecht dessen Name es trägt (Mutter oder Vater). Hat nur der Vater das Schweizer Bürgerrecht, so erhält das Kind auch das Schweizer Bürgerrecht und damit Kantons- und Gemeindebürgerrecht des Vaters.
  • Ist nur die Mutter Schweizerin, so erhält das Kind das Schweizer Bürgerrecht (der Mutter), es sei denn, die Mutter hat das Schweizer Bürgerrecht aus einer früheren Ehe erworben (Problematik der Scheinehe).
  • Seit dem 1.1.2006 können Väter ihr Schweizer Bürgerrecht an ihre nicht ehelich geborenen Kinder weitergeben, unabhängig davon, ob sie mit ihrer ausländischen Partnerin zusammenwohnen oder nicht.

Wer in der Schweiz geboren ist, erhält demnach nicht automatisch das Schweizer Bürgerrecht.
Ein Beispiel dazu: Deutsche Mutter + deutscher Vater + Kind in der Schweiz geboren = deutsches Bürgerrecht. Auch in Deutschland gilt das "ius sanguinis" (siehe oben).

Einwanderungsländer, z.B. die USA, kennen abweichend das "ius solis" (das Recht des Bodens). Wer in den USA geboren ist, erhält automatisch die US-Staatsbürgerschaft.

2. Doppelbürgerschaft

Aus Schweizer Sicht ist eine doppelte Staatszugehörigkeit möglich. Es hängt also vom zweiten Heimatstaat ab, ob aus dessen Sicht auch eine doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist. Seit dem 27. August 2007 gilt in Deutschland ein revidiertes Staatsangehörigkeitsgesetz, welches Ausländern die Möglichkeit bietet, nebst der deutschen auch die bisherige Staatsbürgerschaft zu besitzen. Umgekehrt können auch Deutsche nach der Einbürgerung im Ausland ihren deutschen Pass behalten. In der Schweiz kann das Bürgerrecht nach 10, in Deutschland nach 8 Jahren Wohnsitz im Land betragt werden, falls allfällige andere Bedingungen auch erfüllt sind.

3. Weitere Informationen zum Thema

Zu den nachstehenden Themen finden Sie bei swissmom Informationen unter folgenden Links:

Newsticker

Geburt im Flugzeug | 09.06.2019

Selten, aber immer mal wieder: Eine Geburt an Bord eines Flugzeugs. Dann stellt sich die Frage nach der Staatsangehörigkeit des Kindes. In der Schweiz gilt beim Bürgerrecht das sogenannte Abstammungsprinzip: Jeder Schweizer erbt (in der Regel von seinem Vater) den Heimat- oder Bürgerort und hat damit automatisch auch das Schweizer Bürgerrecht. Wohnort der Eltern und eigener Geburtsort sind für diesen Vorgang unerheblich. In manchen Ländern, z.B. den USA, gilt dagegen das Geburtsortprinzip. Wer dort geboren wird, erhält automatisch die Staatsbürgerschaft. Wird ein Kind im Flugzeug geboren, greift das sogenannte Chicagoer Abkommen, wonach jedes Land die alleinige Lufthoheit über seinem Staatsgebiet hat. Im Luftraum über den USA hätte ein Kind Anspruch auf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Wird das Kind allerdings im internationalen Luftraum, etwa über dem Ozean, geboren, soll es laut einer UN-Konvention zur „Reduzierung von Staatenlosigkeit“ von 1961 die Staatsangehörigkeit des Landes bekommen, in dem das Flugzeug registriert ist.

Letzte Aktualisierung : 10.2018, PvE /NK

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