Ess-Brechsucht (Bulimie)

Wie sich die Bulimie auf den Körper auswirkt - und in der Schwangerschaft auch auf das ungeborene Kind.

Schwangere sitzt am Tisch vor 2 Tellern
©
Shutterstock

Vom äusseren Erscheinungsbild her sind bulimische Frauen unauffällig und meist schlank. Ihr Essverhalten in der Öffentlichkeit ist eher kontrolliert. Nach aussen hin funktioniert alles perfekt. Betroffene sind häufig früher einmal magersüchtig gewesen. Auch im Verlauf der Bulimie kann es wieder zu Magersucht kommen, denn Magersucht und Ess-Brech-Sucht gehen fliessend ineinander über.

Die "heimliche" Essstörung


Bulimie ist eine schambesetzte und heimliche Essstörung, denn die Betroffenen ekeln sich vor sich selbst und haben das Gefühl abnorm zu sein. Sie tun alles, um ihre Essanfälle und das danach Folgende (Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch) zu verheimlichen. Oft entscheiden sie sich für extreme sportliche Betätigungen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es vermehrt zur sozialen Isolation und depressiven Verstimmungen. Um ihren Heisshungerattacken nachgeben zu können, vernachlässigen Betroffene häufig jegliche Interessen und den Kontakt zu ihrer Umwelt.

Welche Kriterien sprechen für eine Bulimie?


  • mindestens 2 Essattacken pro Woche über 2 Monate

  • Aufnahme grosser Mengen meist leicht verzehrbarer und kalorienreicher Nahrungsmittel

  • das Gefühl, das Essverhalten während der Anfälle nicht unter Kontrolle halten zu können

  • im Anschluss Ungeschehen-Machen der Kalorienzufuhr durch bewusstes Erbrechen

  • Medikamentenmissbrauch (Abführmittel und/oder Entwässerungstabletten)

  • und/oder Diät-/Fastenphasen

  • und/oder übermässige körperliche Betätigung

  • andauernde übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht,

  • krankhafte Furcht davor, dick zu werden.

Die Auswirkungen der Bulimie auf den Körper


Die körperlichen Folgeschäden der Bulimie sind durch das ständige Erbrechen bedingt: Schwellung der Speicheldrüsen, Zahnschmelzschäden, Speiseröhreneinrisse und Magenwandverletzungen. Die Regelblutung kann ausbleiben, die Fruchtbarkeit ist gestört. Verschiebungen im Mineralstoffwechsel können zu Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen.

Schwangerschaft und Bulimie


Bei Schwangeren „holt“ sich das Kind zunächst noch auf Kosten der werdenden Mutter, was es braucht. Auf längere Sicht können die Elektrolytstörungen indirekt aber Auswirkungen auf die Versorgung des Kindes mit Nährstoffen und Sauerstoff haben.

Studien zufolge kann sich die Bulimie während der Schwangerschaft durchaus bessern. Jedoch sollten betroffene Frauen besonders nach der Geburt in fachlicher Betreuung sein, um die Wochenbettdepression abzufangen, die bei Frauen mit Bulimie häufiger auftritt.

Newsticker zum Thema

kurz&bündig
4/5/2022
Schwangere im Sessel trinkt Milch

Bulimie, Anorexie und das ungeborene Baby

Nicht wenige werdende Mütter leiden an einer Essstörung ( Anorexie, Bulimie u.a.). Dies geht vermehrt mit Schwangerschaf…
kurz&bündig
2/15/2022
ungeschälte Salatgurke

Abnehmwunder Salatgurke?

Angeblich verbrennt man beim Verdauen von Salatgurke, Grapefruit, Sellerie, Tomaten und anderen kalorienarmen …
Letzte Aktualisierung: 13.02.2023, BH

Mehr zum Thema

Aktuelles

kurz&bündig
11/10/2023
Nachdenklich blickende junge Frau lehnt sich an eine beigefarbene Wand

Psychische Belastung bei jungen Frauen hat zugenommen

Bei jüngeren Menschen hat die psychische Belastung zugenommen, wie die Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022 zeigt. …

Neueste Artikel

Unsere Partner