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Gruppe Kinder spielt am Tisch
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Die Spiel­grup­pe


Vie­le Klein­kin­der ma­chen mit dem Be­such ei­ner Spiel­grup­pe den ers­ten Schritt aus dem ver­trau­ten Um­feld zu Hau­se. Da­mit die­ser Schritt zu ei­ner po­si­ti­ven Er­fah­rung wird, ist es sinn­voll, das Kind nicht ein­fach in der erst­bes­ten Spiel­grup­pe an­zu­mel­den, son­dern ein An­ge­bot zu su­chen, das den Be­dürf­nis­sen von Kind und El­tern ent­spricht. Da die Aus­wahl an Spiel­grup­pen von Ort zu Ort ver­schie­den ist, hier das Wich­tigs­te im Über­blick:  

Was ist eine Spiel­grup­pe?

Spiel­grup­pen sind ein frei­wil­li­ges An­ge­bot der früh­kind­li­chen Bil­dung, Be­treu­ung und Er­zie­hung für Kin­der ab ca. 3 Jah­ren bis Kin­der­gar­ten­ein­tritt. Trä­ger sind Ver­ei­ne oder selb­stän­dig ar­bei­ten­de Spiel­grup­pen­lei­te­rin­nen. Die päd­ago­gisch aus­ge­bil­de­ten Lei­te­rin­nen wer­den in ih­rer Auf­ga­be je nach An­ge­bot und Grup­pen­grös­se von Be­gleit­per­so­nen un­ter­stützt. Die Grup­pen von ca. 8 bis 10 Kin­dern sind kon­stant, das Pro­gramm dau­ert in der Re­gel zwei bis drei Stun­den und wird von den Kin­dern ver­bind­lich ein- oder mehr­mals pro Wo­che be­sucht. Ne­ben der "klas­si­schen" Spiel­grup­pe gibt es auch An­ge­bo­te mit ei­nem be­stimm­ten Schwer­punkt, bei­spiels­wei­se Wald-, Bau­ern­hof- oder Krea­tiv­spiel­grup­pen so­wie heil­päd­ago­gi­sche oder in­te­gra­ti­ve Spiel­grup­pen für Kin­der mit spe­zi­el­len Be­dürf­nis­sen. 

Was bringt der Be­such ei­ner Spiel­grup­pe dem Kind?

Wie es der Name schon sagt, ist das Spiel in der Spiel­grup­pe zen­tral. Ei­ner­seits das freie Spiel, in dem das Kind neue Er­fah­run­gen macht und sei­ne ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten ken­nen lernt. An­de­rer­seits das Spiel mit Gleich­alt­ri­gen, mit und von de­nen es lernt. Auch ge­führ­te Ak­ti­vi­tä­ten wie Bas­teln oder Kreis­spie­le ge­hö­ren zum Pro­gramm. Vom Be­such ei­ner Spiel­grup­pe pro­fi­tie­ren alle Kin­der, die sich nicht sonst schon re­gel­mäs­sig in ei­ner Grup­pe von Gleich­alt­ri­gen auf­hal­ten. Oft ler­nen sich hier be­reits "Gspän­li" ken­nen, die spä­ter ge­mein­sam den Kin­der­gar­ten und die Schu­le be­su­chen. Auch für Kin­der, die Ge­schwis­ter ha­ben, ist eine An­mel­dung sinn­voll, denn wäh­rend un­ter Ge­schwis­tern die Rol­len in vie­len Si­tua­tio­nen klar ver­teilt sind, wird in der Spiel­grup­pe das so­zia­le Mit­ein­an­der un­ter Kin­dern ähn­li­chen Al­ters ge­übt. Kin­dern, die zu Hau­se eine an­de­re Spra­che spre­chen, bie­tet sich durch den Be­such ei­ner Spiel­grup­pe­die die Mög­lich­keit, ihre Deutsch­kennt­nis­se zu er­wei­tern. Ein wei­te­rer wich­ti­ger As­pekt ist der Ab­lö­sungs­pro­zess. Ein paar Stun­den lang ge­trennt zu sein von Mama oder Papa fällt nicht al­len Kin­dern gleich leicht, dar­um ist es hilf­reich, wenn die Klei­nen dies schritt­wei­se ler­nen dür­fen. Vie­le Spiel­grup­pen er­mög­li­chen es den El­tern, so lan­ge im Hin­ter­grund da­bei zu blei­ben, bis das Kind an­ge­kom­men ist und sich si­cher fühlt. 

Was bringt der Be­such ei­ner Spiel­grup­pe den El­tern?

Wenn Klein­kin­der all­mäh­lich selb­stän­di­ger wer­den, ma­chen auch die El­tern ei­nen Ab­lö­sungs­pro­zess durch. Die Spiel­grup­pe ist ein gu­tes Übungs­feld, um das Kind für ein paar Stun­den je­mand an­de­rem an­zu­ver­trau­en. Mama und Papa blei­ben aber nicht aus­ge­schlos­sen aus dem Spiel­grup­pen­all­tag. Die Zu­sam­men­ar­beit mit den El­tern um­fasst je nach Kon­zept El­tern­aben­de, Stand­ort­ge­sprä­che und El­tern­an­läs­se zu jah­res­zeit­li­chen The­men. Bei die­sen Ge­le­gen­hei­ten er­fährt man nicht nur, wie sich das Kind in der Grup­pe zu­recht­fin­det, oft wer­den auch päd­ago­gi­sche The­men auf­ge­grif­fen, die An­re­gun­gen für das Fa­mi­li­en­le­ben ge­ben. Die Früh­erfas­sung von be­son­de­ren Be­dürf­nis­sen ist ein wei­te­rer Be­stand­teil der Spiel­grup­pen­päd­ago­gik. Manch­mal kann es nur schon hilf­reich sein, sich beim Ab­ho­len mit der Spiel­grup­pen­lei­tern kurz dar­über aus­zu­tau­schen, wie sie das Kind er­lebt oder wie man die­se oder jene Si­tua­ti­on lö­sen könn­te. Der Kon­takt mit an­de­ren El­tern ist ein wei­te­rer Plus­punkt und nicht zu­letzt bie­tet ein Spiel­grup­pen­mor­gen eine klei­ne Ver­schnauf­pau­se im her­aus­for­dern­den All­tag mit Klein­kin­dern. 

Wor­an er­kennt man eine gute Spiel­grup­pe?

Im Ge­gen­satz zu Ki­tas un­ter­ste­hen Spiel­grup­pen we­der ei­ner Be­wil­li­gungs- noch ei­ner Mel­de­pflicht. Aus die­sem Grund ist es wich­tig, dass El­tern sich ge­nau über das An­ge­bot in­for­mie­ren und Schnup­per­an­läs­se be­su­chen, be­vor sie ihr Kind an­mel­den. Fol­gen­de Fra­gen hel­fen bei der Aus­wahl der pas­sen­den Spiel­grup­pe:

  • Hat die Lei­te­rin eine päd­ago­gi­sche Aus­bil­dung? Ist sie er­fah­ren in der Be­treu­ung von Kin­der­grup­pen?

  • Sind die Räum­lich­kei­ten kin­der­ge­recht und si­cher ein­ge­rich­tet? Gibt es ei­nen si­che­ren Aus­sen­be­reich?

  • Wie gross sind die Kin­der­grup­pen?

  • Wie wird die Ein­ge­wöh­nungs­zeit ge­stal­tet? 

  • Wie sieht die Zu­sam­men­ar­beit mit den El­tern aus? 

  • Be­steht ein päd­ago­gi­sches Leit­bild? Wie wird die­ses um­ge­setzt?

  • Rich­tet sich das Leit­bild nach ei­ner be­stimm­ten Päd­ago­gik (z. B. Montesso­ri, Ru­dolf Stei­ner, etc.)? Wenn ja: Sagt uns die­se Grund­rich­tung zu? 

  • Wird die Lei­tung durch Be­gleit­per­so­nen un­ter­stützt?

  • Bei Spiel­grup­pen mit spe­zi­el­lem Schwer­punkt: Hat die Lei­te­rin eine Zu­satz­aus­bil­dung in die­sem Be­reich? 

  • Bei Wald­spiel­grup­pen: Hält sich un­ser Kind auch bei Re­gen­wet­ter und in der kal­ten Jah­res­zeit ger­ne län­ge­re Zeit draus­sen auf? 

  • Wie ist das Ad­mi­nis­tra­ti­ve ge­re­gelt? 

  • Wer ist An­sprech­per­son bei Un­stim­mig­kei­ten?

Spiel­grup­pen, die dem Schwei­ze­ri­schen Spiel­grup­pen-Lei­te­rin­nen-Ver­band SSLV an­ge­schlos­sen sind, kön­nen das Qua­li­täts­la­bel des Ver­bands er­wer­ben. Wel­che Kri­te­ri­en dazu er­füllt sein müs­sen, er­fah­ren Sie hier

Letzte Aktualisierung: 29.01.2020, TV
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