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Der ers­te Schul­sack – Tipps für den Ein­kauf und das kor­rek­te Tra­gen

Wenn Ihr Kind weiss, wie es den Thek rich­tig be­la­den und tra­gen soll, kön­nen Rü­cken­be­schwer­den ver­mie­den wer­den.

Rennendes Kind mit Schulsack auf dem Rücken
©
GettyImages

Bei Erst­kläss­ler ha­ben El­tern oft das Ge­fühl, der Schulthek sei grös­ser als das Kind selbst. Wenn er dann noch be­la­den ist, kann dies schon den Ein­druck er­we­cken, dass dies nicht ge­sund sein kann. Doch ist der voll­be­pack­te Schulthek tat­säch­lich ver­ant­wort­lich für Rü­cken­schmer­zen und Hal­tungs­schä­den?

Wie schwer ein Schulthek sein soll­te


Wie viel Ge­wicht der kind­li­che Rü­cken zu tra­gen ver­mag, ist sehr in­di­vi­du­ell. Für ein zar­ter ge­bau­tes Kind ist ein mag be­reits ein Schulthek zu schwer sein, der ein Kind, das viel in Be­we­gung ist und eine kräf­ti­ge Mus­ku­la­tur hat, ohne Pro­ble­me tra­gen kann. Auch an­de­re kör­per­li­che Vor­aus­set­zun­gen spie­len eine Rol­le: Bei ei­nem ge­sun­den, phy­sio­lo­gisch ge­krümm­ten Rü­cken ist eine hö­he­re Traglast mög­lich, wäh­rend bei Wir­bel­säu­len­ver­krüm­mung oder bei ei­nem schlaf­fen Rund­rü­cken we­ni­ger ge­tra­gen wer­den soll­te. 

Ist der Schulthek ver­ant­wort­lich für Rü­cken­schmer­zen?


Als wich­tigs­te Ri­si­ko­fak­to­ren für Rü­cken­pro­ble­me und Fehl­hal­tun­gen bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen gel­ten Be­we­gungs­man­gel und lan­ges Sit­zen – und nicht der schwe­re Schulthek. Lei­der feh­len oft phy­sio­lo­gi­sche Ent­wick­lungs­rei­ze für die Wir­bel­säu­le wie Hüp­fen, Sprin­gen oder Ba­lan­cie­ren, wel­che die ge­sun­de Ent­wick­lung des Hal­tungs- und Be­we­gungs­ap­pa­ra­tes för­dern. Dar­um wird der Rü­cken an­fäl­li­ger für Be­las­tun­gen.

Ob der Schul­sack eben­falls ei­nen Bei­trag zu den Be­schwer­den leis­tet, hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab:

  • Das Al­ter, die Grös­se und der Kör­per­bau des Kin­des

  • Die kör­per­li­che Fit­ness

  • Die Län­ge des Schul­we­ges

  • Wie der Schulthek be­la­den ist

  • Ob er kor­rekt am Rü­cken ge­tra­gen oder nur ein­sei­tig an­hängt wird

  • Wie gut sich das Mo­dell auf die Be­dürf­nis­se des Kin­des an­pas­sen lässt

Es ist dar­um we­nig hilf­reich, sich an ei­nem star­ren Grenz­wert für das Ge­wicht von Schul­sä­cken zu ori­en­tie­ren. Viel wich­ti­ger ist es, ein gut pas­sen­des Mo­dell zu wäh­len und für ge­nü­gend Be­we­gung im All­tag zu sor­gen, da­mit die kind­li­che Mus­ku­la­tur ge­stärkt und die Ko­or­di­na­ti­on ge­för­dert wird. Zu­dem soll­ten Sie Ihr Kind dazu an­lei­ten, den Thek oder den Ruck­sack kor­rekt zu tra­gen, um den Rü­cken zu ent­las­ten. 

Wor­an Sie ei­nen gu­ten Schulthek er­ken­nen


Die wich­tigs­te Re­gel lau­tet: Das Kind muss den Schulthek an­pro­bie­ren! Nicht je­des Mo­dell ist für je­den Kör­per­bau gleich gut ge­eig­net. Ob der ge­wünsch­te "Schu­elz­gi" für Ihr Kind rich­tig ist, kön­nen Sie an­hand der fol­gen­den Punk­te be­ur­tei­len:

  • Die Tra­ge­gur­te soll­ten min­des­tens 4 cm breit, gut ge­pols­tert und ver­stell­bar sein. Ein ver­stell­ba­rer Brust­gurt ver­hin­dert, dass die Trä­ger ver­rut­schen.

  • Der Schul­sack soll­te nicht brei­ter sein als der Schul­ter­gür­tel des Kin­des und die Ober­kan­te soll mit der Schul­ter­hö­he ab­schlies­sen.

  • Wich­tig ist ein kör­per­ge­recht ge­form­tes, gut an­lie­gen­des und at­mungs­ak­ti­ves Rü­cken­pols­ter. 

  • Der In­nen­raum soll­te in Fä­cher ein­ge­teilt sein, da­mit der In­halt op­ti­mal ver­teilt wer­den kann.

  • Im Pri­mar­schul­al­ter soll­te das Leer­ge­wicht des Schul­sacks ma­xi­mal 1,3 kg be­tra­gen, ab der Mit­tel­stu­fe soll­ten es ma­xi­mal 1,5 kg sein. 

  • Der Schulthek muss aus sta­bi­lem Ma­te­ri­al ge­fer­tigt sein, so­dass der In­halt nicht ge­gen den Rü­cken drü­cken kann. 

  • So­wohl Schul­sä­cke als auch Ruck­sä­cke müs­sen stand­fest sein, da­mit sie nicht dau­ernd um­fal­len und so zur Stol­per­fal­le im Schul­zim­mer wer­den. 

  • Ruck­sä­cke soll­ten ne­ben ei­nem Brust­gurt auch mit ei­nem ge­pols­ter­ten Hüft­gurt ver­se­hen sein. Da­durch wird das Ge­wicht vom Schul­ter- in den Hüft­be­reich ver­la­gert. 

  • Für eine ver­bes­ser­te Sicht­bar­keit bei Dun­kel­heit müs­sen an den Vor­der- und Sei­ten­tei­len so­wie an den Tra­ge­gur­ten re­flek­tie­ren­de Flä­chen vor­han­den sein. Mus­ter in Leuch­toran­ge und -gelb ver­bes­sern die Sicht­bar­keit bei Ne­bel und Re­gen.

Im Han­del sind auch mit­wach­sen­de Schul­sä­cke er­hält­lich, de­ren Rü­cken hö­hen­ver­stell­bar ist und die im De­sign an­ge­passt wer­den kön­nen, wenn das Kind grös­ser wird. Vie­le El­tern ma­chen je­doch die Er­fah­rung, dass ihr Kind im Mit­tel­stu­fen­al­ter den Schulthek, den es vor ein paar Jah­ren aus­ge­sucht hat, nicht mehr be­son­ders cool fin­det. Falls Sie sich für ein mit­wach­sen­des Mo­dell ent­schei­den, wäh­len Sie also am bes­ten kein all­zu kind­li­ches De­sign. 

Wor­auf es beim Tra­gen an­kommt


Nicht nur die Mach­art des Schul­sacks ist wich­tig, son­dern auch die Art und Wei­se, wie er ge­tra­gen wird:

  • Kin­der soll­ten den Thek stets an bei­den Trä­gern auf dem Rü­cken tra­gen, um eine ein­sei­ti­ge Be­las­tung zu ver­mei­den. 

  • Über­prü­fen Sie re­gel­mäs­sig, ob die Trä­ger rich­tig ein­ge­stellt sind – und zwar so, dass der Schul­sack eng am Kör­per an­liegt. Er soll­te we­der zu hoch noch zu tief sit­zen und der Tra­ge­griff darf das Kind im Na­cken nicht stö­ren.

  • Zei­gen Sie Ih­rem Kind, wie es den Schul­sack rich­tig packt. Schwe­re Bü­cher soll­ten im In­nen­fach und so­mit nahe am Rü­cken trans­por­tiert wer­den. Dies ist bei jün­ge­ren Kin­dern ganz be­son­ders wich­tig, denn Mo­to­rik und Ko­or­di­na­ti­on bil­den sich erst all­mäh­lich aus. Zu schwe­re oder falsch be­la­de­ne Schul­sä­cke kön­nen das Gleich­ge­wicht und das Stand­ver­mö­gen be­ein­träch­ti­gen, was die Un­fall­ge­fahr er­höht.

  • Über­prü­fen Sie re­gel­mäs­sig den In­halt des Schultheks. Man­che Kin­der ten­die­ren dazu, im­mer al­les mit sich zu tra­gen, aus Angst, et­was Wich­ti­ges zu ver­ges­sen. 

Der Schul­t­rol­ley – eine rü­cken­scho­nen­de Al­ter­na­ti­ve?


Im Zu­sam­men­hang mit der Dis­kus­si­on um schwe­re Schul­sä­cke wer­den häu­fig Trol­leys zum Nach­zie­hen emp­foh­len. Da­durch, dass die Last auf Rol­len ge­zo­gen wird, wer­de der Rü­cken ent­las­tet, heisst es.

Dies stimmt je­doch nur be­dingt, denn um den Trol­ley hin­ter sich her­zu­zie­hen, müs­sen sich die Kin­der im Schul­ter­be­reich seit­lich ver­bie­gen. Dies führt nicht nur zu ei­ner un­güns­ti­gen Kör­per­hal­tung, son­dern auch zu ei­ner ein­sei­ti­gen Be­las­tung. Auf Trep­pen oder beim Ein­stei­gen in den Bus müs­sen zu­dem vie­le Mo­del­le ge­tra­gen wer­den, weil die Rol­len nicht trep­pen­taug­lich sind. Da­bei wird der Kör­per er­neut ein­sei­tig be­las­tet. Aus­ser­dem be­steht die Ge­fahr, dass die Rol­len sich ver­fan­gen, was zu Un­fäl­len füh­ren kann.

Bei ei­nem Rei­se­kof­fer, der je­weils nur für kur­ze Zeit im Ein­satz ist, mag dies al­les kein Pro­blem sein – bei ei­nem Schul­sack, den das Kind je­den Tag da­bei hat, sind sol­che ein­sei­ti­gen Be­las­tun­gen je­doch un­güns­tig. Falls Sie sich für ei­nen Schul­t­rol­ley ent­schei­den, wäh­len Sie ein Mo­dell mit Schul­terträ­gern. So kann ihn das Kind beim Trep­pen­stei­gen oder beim Ein- und Aus­stei­gen im ÖV wie ei­nen ge­wöhn­li­chen Ruck­sack auf den Schul­tern tra­gen. Wich­tig ist da­bei aber na­tür­lich, dass die Trä­ger nicht zu tief hän­gen und zur Stol­per­ge­fahr wer­den. 

kurz&bündigkurz&bündig
5/16/2018
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Letzte Aktualisierung: 12.07.2022, TV

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