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Frau liegt im Bett und hält sich den Bauch
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Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den- Was hilft?


Ex­per­ten­tipp von Adri­en­ne Sur­bek, Apo­the­ke­rin


Jun­ge Frau­en un­ter 20 Jah­ren so­wie Frau­en vor der Schwan­ger­schaft be­ein­träch­ti­gen star­ke Mens­trua­ti­ons­schmer­zen, kol­li­k­ar­ti­ge Un­ter­leibs- und Rü­cken­schmer­zen. Die­se kön­nen zwi­schen ein paar Stun­den bis zu ei­ner Wo­che lang an­dau­ern. Nicht sel­ten, steckt das Prä­men­stru­el­le Syn­drom (PMS) als Ur­sa­che hin­ter den Be­schwer­den. Sym­pto­me wie Ab­ge­schla­gen­heit, Reiz­bar­keit, Über­emp­find­lich­keit, de­pres­si­ve Ver­stim­mun­gen oder kör­per­li­che Sym­pto­me wie Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den, Übel­keit, Er­bre­chen und Kopf­schmer­zen kön­nen bei die­ser Er­kran­kung be­reits vor dem Be­ginn der  Re­gel­blu­tung den weib­li­chen Kör­per be­las­ten.

Re­gel­schmer­zen (Dys­me­nor­rhö) sind ei­nes der häu­figs­ten gy­nä­ko­lo­gi­schen Pro­ble­me. Ei­ni­ge Frau­en lei­den so­gar un­ter so star­ken Mens­trua­ti­ons­schmer­zen, dass sie zeit­wei­se nicht zur Ar­beit ge­hen oder all­täg­li­che Tä­tig­kei­ten wie den Haus­halt nicht ver­rich­ten kön­nen.
Je nach Ur­sa­che las­sen sich zwei Ar­ten der Re­gel­schmer­zen un­ter­schei­den:

  • Pri­mä­re Re­gel­schmer­zen: Sie tre­ten ab der ers­ten Re­gel­blu­tung auf und ha­ben nor­ma­ler­wei­se kei­ne Er­kran­kung zur Ur­sa­che

  • Se­kun­dä­re Re­gel­schmer­zen: Sie be­gin­nen erst nach der ers­ten Re­gel­blu­tung, Ur­sa­chen sind oft Grund­er­kran­kun­gen wie eine En­do­me­trio­se oder eine Ge­bär­mut­ter­ent­zün­dung

Me­di­ka­men­te kön­nen bei im­mer wie­der­keh­ren­den Re­gel­schmer­zen hel­fen:

Schmerz­mit­tel (nicht-ste­ro­ida­le An­ti­rheu­ma­ti­ka, NSAR) und hor­mo­nel­le Ver­hü­tungs­mit­tel (z.B. An­ti­ba­by­pil­le, hor­mo­nel­le Spi­ra­le) sind Mit­tel der Wahl. Hor­mo­nel­le Prä­pa­ra­te sind meist nur sinn­voll, wenn die Be­trof­fe­ne nicht schwan­ger wer­den möch­te. Wirk­stof­fe wie Pa­rac­te­mol, Ibu­pro­fen, Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re und Napro­xen ste­hen als The­ra­pie zur Ver­fü­gung. Auf­grund ih­rer Ne­ben­wir­kun­gen sol­ten Schmerz­mit­tel, be­son­ders NSAR, ohne ärzt­li­che An­wei­sung nicht oft und nicht über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum ein­ge­nom­men wer­den. Bei Un­ter­leib­krämp­fen hel­fen auch krampf­lö­sen­de Wirk­stof­fe wie Bu­tyl­sco­pol­amin.

Liegt kei­ne zu­sätz­li­che Er­kran­kung ne­ben den Re­gel­schmer­zen vor, kön­nen ei­ni­ge schnel­le Mass­nah­men da­bei hel­fen, wie­der leis­tungs­fä­hig und fit für den All­tag zu sein:

  • Krampf­lö­sen­de Tees mit Ex­trak­ten aus Gän­se­fin­ger­kraut oder Jo­han­nis­kraut bei Stim­mungs­schwan­kun­gen, Reiz­bar­keit und Un­ru­he. Na­tür­li­che Heil­mit­tel wie wie Dill­sa­men und Küm­mel­wir­ken krampf­lö­send

  • Wär­me: war­me Ent­span­nungs­bä­der, Wärm­fla­sche auf dem Bauch, Sau­na­gän­ge

  • Ma­gne­si­um bei Bauch­krämp­fen; ein ho­her Ge­halt an Ma­gne­si­um fin­det sich z.B. in Nüs­sen, Wei­zen­kei­men, ge­trock­ne­ten Hül­sen­früch­ten und un­ge­schäl­tem Reis

  • Zart­bit­ter­schock­o­la­de stim­mungs­auf­hel­lend.

  • Auch Kal­zi­um kann ein hilf­rei­cher Be­glei­ter wäh­rend der Pe­ri­ode sein. Ob Milch, Jo­ghurt, Brok­ko­li, Se­sam­kör­ner, grü­nes Blatt­ge­mü­se, Man­deln oder So­ja­milch: Kal­zi­um­quel­len gibt es zahl­rei­che, so­dass je­der Ge­schmack auf sei­ne Kos­ten kommt. Das Mi­ne­ral wirkt krampf­lö­send bei Mens­trua­ti­ons­schmer­zen und kann Mus­keln auch mit ei­ner star­ken Re­gel­blu­tung wie­der ent­span­nen.

  • Sport: Durch Be­we­gung wird das Be­cken bes­ser durch­blu­tet und Ver­kramp­fun­gen kön­nen sich lö­sen.

  • Übun­gen zur Stress­be­wäl­ti­gung

  • Be­we­gungs­übun­gen zur Mus­kel­ent­span­nung und zur Ent­kramp­fung der Be­cken­re­gi­on

Das ei­ge­ne Wohl­be­fin­den hängt auch von ei­ner ge­sun­den Er­näh­rung ab, die Krank­hei­ten und Schmer­zen vor­ge­beugt:

  • Aus­ge­wo­ge­ne und bal­last­stoff­rei­che Er­näh­rung

  • Nur in Mas­sen kof­fe­in­hal­ti­ge Ge­trän­ke wie Kaf­fee oder schwar­zer Tee trin­ken

  • Bei Nei­gung von Ge­wichts­zu­nah­me in der zwei­ten Zy­klus­hälf­te deu­tet dies auf grös­se­re Was­ser­an­samm­lun­gen (Öde­me) hin. Hier kann eine salz­ar­me Er­näh­rung hilf­reich sein.

Vor­beu­gend wir­ken Ex­trak­te aus den Früch­ten des Mönchs­pfef­fers. Sie wer­den zur Be­hand­lung des prä­men­stru­el­len Syn­droms (PMS) und bei Rhyth­mus­stö­run­gen der Men­s­tri­ua­ti­ons­blu­tung ein­ge­setzt. Üb­li­cher­wei­se wird Mönchs­pfef­fer ein­mal täg­lich ein­ge­nom­men und zwar re­gel­mäs­sig wäh­rend min­des­tens 3 Mo­na­ten. Un­er­wünsch­te Wir­kun­gen wer­den sel­ten und vor al­lem zu Be­ginn der Be­hand­lung be­ob­ach­tet.

Letzte Aktualisierung: 26.03.2020, AS
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