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Mutter misst mit der Hand auf der Stirn Fieber
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Kran­kes Kind - wer springt bei der Kin­der­be­treu­ung ein?


Für El­tern kann die Kin­der­be­treu­ung eine ech­te Knack­nuss dar­stel­len. Alle be­rufs­tä­ti­gen Müt­ter und Vä­ter ken­nen das Pro­blem: Mit­ten in der Nacht oder früh mor­gens hat Ihr Kind ho­hes Fie­ber, ist krank und darf nicht in die Kita, in den Kin­der­gar­ten oder in die Schu­le ge­hen. Aber Sie soll­ten zur Ar­beit ge­hen. Ge­le­gent­lich kön­nen kurz­fris­tig die Gross­el­tern, eine freund­li­che Nach­ba­rin oder gute Freun­din ein­sprin­gen. In die­sem Fall gibt es zwei Mög­lich­kei­ten:

Die be­rufs­tä­ti­ge Mut­ter oder der Va­ter kön­nen sich beim Ar­beit­ge­ber ab­mel­den, um ihr Kind zu pfle­gen. Wenn das Kind krank oder ver­un­fallt ist, darf die Ar­beit­neh­me­rin näm­lich so lan­ge be­zahl­ten Ur­laub neh­men, wie sie ver­nünf­ti­ger­wei­se be­nö­tigt, um die Ver­sor­gung des Kin­des zu or­ga­ni­sie­ren. Der Ar­beit­ge­ber hat den An­ge­stell­ten mit Fa­mi­li­en­pflich­ten ge­gen Vor­la­ge ei­nes ärzt­li­chen Zeug­nis­ses die zur Be­treu­ung ei­nes kran­ken Kin­des er­for­der­li­che Zeit frei­zu­ge­ben, und zwar ma­xi­mal drei Tage. Ist das Kind schwer er­krankt, kann aber durch­aus auch eine gan­ze Wo­che als an­ge­mes­sen be­trach­tet wer­den. An­sons­ten sind Sie je­doch ver­pflich­tet, eine sol­che Ab­senz mög­lichst kurz zu hal­ten und eine Al­ter­na­ti­ve zu su­chen z.B. in­dem Sie die Gross­el­tern oder Got­te/Göt­ti auf­bie­ten.

Oder Sie wen­den sich an den Hü­te­dienst für kran­ke Kin­der des Schwei­ze­ri­schen Ro­ten Kreu­zes (SRK), ein An­ge­bot für Al­lein­er­zie­hen­de und be­rufs­tä­ti­ge El­tern. Die­se Dienst­leis­tung kön­nen alle El­tern be­an­spru­chen, die tags­über auf eine Fremd­be­treu­ung ih­res kran­ken Kin­des an­ge­wie­sen sind, wenn die El­tern sel­ber krank sind oder sich in ei­ner Kri­sen­si­tua­ti­on be­fin­den. Er hilft aber nicht bei chro­ni­schen Krank­hei­ten des Kin­des. Der Ta­rif für die­se Dienst­leis­tung ist ab­hän­gig von der fi­nan­zi­el­len Si­tua­ti­on der Fa­mi­lie, zu­dem hat je­der Kan­ton ei­ge­ne Richt­li­ni­en. Der Hü­te­dienst für kran­ke Kin­der bis zum 12. Al­ters­jahr wird von meh­re­ren SRK-Kan­to­nal­ver­bän­den an­ge­bo­ten. Eine Be­treue­rin, meist eine Mut­ter, die selbst schon gros­se Kin­der hat und nach den Richt­li­ni­en des Ro­ten Kreu­zes ge­schult ist, be­auf­sich­tigt das kran­ke Kind un­ter 12 Jah­ren.

Die­ser Be­treu­ungs­dienst ver­steht sich nicht als Kran­ken­pfle­ge oder Haus­halts­hil­fe. Das Kind wird le­dig­lich be­auf­sich­tigt, d.h. mit Me­di­ka­men­ten und Mahl­zei­ten ver­sorgt und be­schäf­tigt. Der Krank­heits­ver­lauf wird be­ob­ach­tet, und soll­te er sich ver­schlech­tern, nimmt die Be­treue­rin so­fort Kon­takt zu den El­tern auf. Der Be­treu­ungs­dienst ist je­doch nicht zu­stän­dig bei schwe­ren Er­kran­kun­gen oder Un­fäl­len von Kin­dern, die eine fach­spe­zi­fi­sche Pfle­ge er­for­dern. Für sol­che Fäl­le müs­sen die El­tern die spi­talex­ter­ne Pfle­ge in An­spruch neh­men.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Dienst­leis­tung er­hal­ten Sie bei den Kan­to­nal­ver­bän­den oder bei www.red­cross.ch Hü­te­dienst für kran­ke Kin­der oder beim Zen­tral­se­kre­ta­ri­at des Schwei­ze­ri­schen Ro­ten Kreu­zes, Be­ra­tung/Hü­te­dienst, Rain­matt­stras­se 10, 3001 Bern, Tel. 031-387 71 11.

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3/29/2020
Vater bei Kind am Spitalbett

Be­treu­ung ohne Job-Angst

Pfle­gen­de El­tern von schwer­kran­ken Kin­dern und Ju­gend­li­chen sol­len bes­ser ge­schützt und un­ter­stützt wer­den, da­für …
Letzte Aktualisierung: 24.03.2020, PvE
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