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Zwei Kinder haben viel Spass mit Fingerfarben
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Ki­tas ver­bes­sern die Kar­rie­re­chan­cen der Müt­ter


Vie­le eu­ro­päi­sche Län­der bau­en die Be­treu­ungs­mög­lich­kei­ten für Kin­der im vor­schu­li­schen und schu­li­schen Al­ter aus, also Kin­der­ta­ges­stät­ten, Krip­pen, schu­li­sche Ta­ges­struk­tu­ren, Mit­tags­ti­sche, kurz: die fa­mi­li­en­ergän­zen­de Kin­der­be­treuung. Sie soll es den Müt­tern er­mög­li­chen, ver­mehrt und mit hö­he­ren Pen­sen er­werbs­tä­tig zu sein, und Müt­tern und Vä­tern, ihre Pen­sen an­zu­glei­chen. Zwar sind in der Schweiz (Stand 2013) 77 Pro­zent der Müt­ter mit Kin­dern un­ter 15 Jah­ren er­werbs­tä­tig, doch die meis­ten mit ei­nem ge­rin­gen Teil­zeit­pen­sum. Die Vä­ter da­ge­gen sind mehr­heit­lich voll er­werbs­tä­tig (89 Pro­zent).

Doch wirkt sich fa­mi­li­en­ergän­zen­de Kin­der­be­treu­ung über­haupt auf die Be­rufs­tä­tig­keit von Vä­tern und Müt­tern aus? Die­ser Fra­ge sind das For­schungs- und Be­ra­tungs­bü­ro In­fras und das In­sti­tut für Em­pi­ri­sche Wirt­schafts­for­schung der Uni­ver­si­tät St. Gal­len in ei­nem Pro­jekt des Na­tio­na­len For­schungs­pro­gramms "Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter" (NFP 60) nach­ge­gan­gen.

Die bei­den Pro­jekt­lei­te­rin­nen Su­san­ne Stern und Chris­ti­na Fel­fe ha­ben mit ih­rem Team erst­mals eine lan­des­wei­te Sta­tis­tik zum Be­treu­ungs­an­ge­bot er­ho­ben. Dem­nach ist die­ses im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich schwach aus­ge­baut. Durch­schnitt­lich steht ein Be­treu­ungs­platz für 11 Pro­zent der Kin­der im Vor­schul­al­ter und für 8 Pro­zent der Kin­der im Schul­al­ter zur Ver­fü­gung. Ge­mes­sen an den be­schäf­ti­gungs- und gleich­stel­lungs­po­li­ti­schen Zie­len der EU (Bar­ce­lo­na-Zie­le 2002), die eine Quo­te von 33 Pro­zent für den Vor­schul­be­reich und 90 Pro­zent für den Schul­be­reich emp­feh­len, liegt die Schweiz also weit zu­rück.

Das Be­treu­ungs­an­ge­bot ist punk­to ver­füg­ba­rer Plät­ze in der West­schweiz so­wie im Kan­ton Ba­sel-Stadt und rund um Zü­rich und Zug am bes­ten, wäh­rend es in der Zen­tral- und Ost­schweiz am schlech­tes­ten ist. Für Kin­der im Vor­schul­al­ter wei­sen Neu­en­burg, Genf und Ba­sel-Stadt mit ei­nem Ver­sor­gungs­grad von über 20 Pro­zent die bes­ten An­ge­bo­te auf, für Schul­kin­der Genf und Ba­sel-Stadt mit 43 re­spek­ti­ve 26 Pro­zent. Am schlech­tes­ten aus­ge­baut ist das An­ge­bot für den Früh­be­reich in Ap­pen­zell-In­ner­rho­den, Uri und Grau­bün­den, für den Schul­be­reich in St. Gal­len, Uri und Grau­bün­den. In die­sen Kan­to­nen be­trägt der Ver­sor­gungs­grad zwi­schen 1 und 3 Pro­zent.

Für die Deutsch­schweiz kön­nen die For­schen­den mit­tels ei­nes öko­no­me­tri­schen Ver­gleichs meh­re­rer Ge­mein­den zei­gen, dass die Er­hö­hung des Be­treu­ungs­an­ge­bots sich auf die Ar­beits­pen­sen der Vä­ter und Müt­ter aus­wirkt. Folg­lich wür­de der An­stieg der Be­treu­ungs­plät­ze pro Schul­kind von durch­schnitt­lich 3 auf 11 Pro­zent be­wir­ken, dass der An­teil der voll ar­bei­ten­den Müt­ter von 4 auf 12 Pro­zent stie­ge. Die Vä­ter da­ge­gen wür­den – eben­falls laut Be­rech­nung – ihre Er­werbs­tä­tig­keit re­du­zie­ren, wenn mehr Be­treu­ungs­plät­ze für ihre Kin­der zur Ver­fü­gung stün­den – ein be­mer­kens­wer­tes Er­geb­nis. Die neue Si­tua­ti­on, die durch die Er­hö­hung des Be­treu­ungs­an­ge­bots ent­steht, führt laut den For­schen­den dazu, dass Paa­re die fa­mi­liä­re Ar­beits­tei­lung prin­zi­pi­ell über­den­ken und eher ega­li­tä­re, part­ner­schaft­li­che Er­werbs- und Be­treu­ungs­mo­del­le rea­li­sie­ren.

Die For­schen­den zie­hen den Schluss, dass sich die fa­mi­li­en­ergän­zen­de Kin­der­be­treu­ung po­si­tiv auf die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter aus­wirkt. Der Grund: Voll­zeit er­werbs­tä­ti­ge Müt­ter ha­ben bes­se­re Kar­rie­re­chan­cen als teil­zeit­ar­bei­ten­de, kön­nen ihre Fach­kom­pe­ten­zen eher wei­ter­ent­wi­ckeln und ihre Chan­cen auf dem Ar­beits­markt ver­bes­sern und da­mit je­nen der Män­ner an­glei­chen. Wenn Vä­ter ihre Ar­beits­pen­sen re­du­zie­ren, wird die ega­li­tä­re Auf­tei­lung der Er­werbs- und Fa­mi­li­en­ar­beit be­güns­tigt, was sich wie­der­um po­si­tiv auf die Kar­rie­re­chan­cen der Müt­ter aus­wirkt.

Quel­le: Schwei­ze­ri­scher Na­tio­nal­fonds

Letzte Aktualisierung: 17.02.2021, BH

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