Kann ich we­gen mei­ner Früh­ge­burt den Mut­ter­schafts­ur­laub auf­schie­ben?

Nor­ma­ler­wei­se be­ginnt der An­spruch auf das Mut­ter­schafts­geld erst mit der Ge­burt des Kin­des. Wenn aber ein Neu­ge­bo­re­nes (z.B. ein Früh­ge­bo­re­nes) wäh­rend min­des­tens 2 Wo­chen im Spi­tal blei­ben muss, wür­de sich die Zeit, wäh­rend der sich die Mut­ter zu Hau­se um das Kind küm­mern könn­te, ver­kür­zen. Dies wäre na­tür­lich nicht im Sin­ne des Mut­ter­schafts­ur­lau­bes. Des­halb wird die Dau­er des An­spruchs auf Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung um die An­zahl Tage, die das Neu­ge­bo­re­ne im Spi­tal blei­ben muss, ma­xi­mal aber auf 56 Tage ver­län­gert (Art. 329 lit. f OR), so­fern das Neu­ge­bo­re­ne di­rekt nach der Ge­burt für min­des­tens zwei Wo­chen im Spi­tal ver­blei­ben muss. Auf die Ver­län­ge­rung ha­ben nur Müt­ter An­spruch, die nach dem Mut­ter­schafts­ur­laub wie­der er­werbs­tä­tig sind. Mit die­ser Mass­nah­me kann der Lohn­aus­fall in rund 80 Pro­zent der Fäl­le, in de­nen ein Neu­ge­bo­re­nes län­ger im Spi­tal blei­ben muss, ent­schä­digt und das acht­wö­chi­ge Ar­beits­ver­bot nach der Ge­burt ab­ge­deckt wer­den.

Den Auf­schub muss die Mut­ter zu­sam­men mit der An­mel­dung für das Mut­ter­schafts­geld be­an­tra­gen und zu­sätz­lich ein ärzt­li­ches Zeug­nis bei­le­gen, in dem die Dau­er des Spi­tal­auf­ent­hal­tes des Kin­des be­stä­tigt wird. Wird der Mut­ter der Auf­schub be­wil­ligt, be­ginnt der be­zahl­te 14-wö­chi­ge Mut­ter­schafts­ur­laub dann erst an dem­je­ni­gen Tag, an wel­chem das Kind nach Hau­se kommt. Bei ei­ner Mehr­lings­ge­burt könn­te der Auf­schub auch ver­langt wer­den, wenn nur ei­nes der Kin­der im Spi­tal blei­ben muss.

Letzte Aktualisierung: 01.12.2022, CF / NK

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