Mutter und Baby schauen sich an
Baby | Entwicklung, geistig | Entwicklung, körperlich

Ihr Baby in der fünften Woche

Erstaunlich, was Ihr Baby jetzt im Alter von nur einem Monat schon alles kann. Es zeigt Ihnen zum Beispiel, ob es satt und zufrieden ist, oder ob es hochgenommen werden will. Ausserdem lächelt es aktiv zurück, wenn Sie es anlächeln. Die meisten Babys können jetzt schon ganz unterschiedlich auf Mutter und Vater oder Fremde reagieren.

Die Lieblingsbeschäftigung ist zur Zeit Beobachten und Nachahmen. Das geht sehr gut aus der Babywippe – die Sie aber nicht stundenlang oder zum Schlafen benutzen sollten – oder sicher gewickelt in der Babytrage oder dem Tragetuch.

„Speikinder sind Gedeihkinder“ 

So lautet ein Sprichwort unserer Grossmütter. Im allgemeinen stimmt das auch, Speien ist in gewissem Rahmen normal. Trotzdem sollten Sie darauf achten, ob es sich nur um Aufstossen von Nahrung oder um echtes Erbrechen handelt. Wenn das Erbrechen krampfartig und „in hohem Bogen“ erfolgt und das Erbrochene scharf nach Magensaft riecht, sollten Sie Ihren Kinderarzt um Rat fragen. Es könnte sich um eine Pylorusstenose handeln. Prüfen Sie in diesem Fall auch, ob Ihr Baby Fieber hat.

Ein wenig Speien nach dem Trinken, vor allem nach dem Görpsli, ist zumindest in den ersten Monaten normal. Zum Schutz Ihrer Kleidung legen Sie sich am besten eine Windel oder ein anderes kochfestes Tuch über Ihre Schulter. Wenn die Windeln normalen Stuhlgang und die Waage eine regelmässige Gewichtszunahme zeigen, besteht kein Grund zur Besorgnis. Dem Speien können Sie ein wenig vorbeugen, wenn Sie das Kind beim Trinken zwischendurch schon ein Görpsli machen lässt.

Wie oft sollte die Windel voll sein?

Bei gestillten Kindern ist sowohl ein Stuhlgang nach jeder Mahlzeit, als auch einer pro Woche normal. Auch Beschaffenheit und Farbe des Stuhls können recht unterschiedlich sein. Oft ist der Stuhl gestillter Kinder eher salbenartig; er riecht ganz leicht säuerlich, aber nicht unangenehm. Ausserdem hat die Art der verwendeten Windel einen Einfluss auf das Aussehen des Stuhls. Manche Wegwerfwindeln sind so saugfähig, dass die Flüssigkeit beinahe vollständig aufgesogen wird. Wenn Sie – frühestens ab dem 4. Monat – anfangen zuzufüttern, verändert sich der Muttermilchstuhl. Er wird meist etwas fester und riecht auch anders.

Beachten Sie!

Baby-Kolumne

5. Woche: "Die ersten Ferien"


Das können Sie für Ihre Brust tun

Denken Sie daran, nicht nur Ihr Baby, sondern auch sich selbst zu pflegen. Das gilt vor allem für den Busen, denn die Brustwarzen werden jetzt arg strapaziert und leicht wund. Gönnen Sie ihnen nach jedem Stillen ein wenig Licht und Luft und lassen Sie die Muttermilch auf den Brustwarzen antrocknen. Genauso wie der Speichel des Kindes enthält auch die Brustmilch heilende und pflegende Substanzen. Zusätzlich können Sie Baby-Öl zur Pflege Ihrer eigenen Haut verwenden. Isometrische Übungen und leichte Gymnastik sowie Schwimmen sind auch für einen Stillbusen geeignet und kräftigen die Muskulatur unterhalb des Drüsengewebes. 

Babymassage

Wollen Sie Ihrem Baby etwas besonders Gutes tun? Dann lernen Sie doch einige Griffe der Babymassage, eine Jahrhunderte alte Tradition. Vor allem in Afrika und Asien gönnen Mütter und Väter ihren Kindern schon lange diese entspannende und Muskeln lockernde Massage. Sie lähmt Stresshormone und aktiviert die Immunzellen. Das wiederum bewirkt eine Stärkung der Abwehrzellen. Ausserdem wird die Atmung verbessert und mögliches Bauchweh gelindert. Sie beruhigt unruhige Babys und ermöglicht eine besondere Form der körperlichen Kommunikation, die mindestens genauso wichtig ist wie die Sprache. Babymassage festigt so auch das Vertrauen und die Bindung zwischen Eltern und Kind. 

Die neue Rolle als Mutter

Muttersein ist nicht immer nur Zuckerschlecken, wie es die Werbung vormacht und die Umwelt gerne sehen möchte. Haben Sie keine Gewissensbisse, wenn Sie von Zeit zu Zeit eine gewisse Unlust verspüren. Fast alle jungen Mütter haben Phasen, in denen sie denken, dass sie den Belastungen nicht standhalten, vielleicht sogar an ihrer Mutterrolle zweifeln. Diese Stimmungstiefs sind normal und haben nichts damit zu tun, dass Sie ihrem Kind zu wenig Liebe geben können. Verdrängen Sie diese Gefühle also nicht, sondern vertrauen Sie sich jemandem an. Haben Sie einen verständnisvollen Partner oder gute Freunde, mit denen Sie Ihre Bedenken besprechen können? Wenn ja, dann reden Sie über Ihr ständig schreiendes, hungriges, quengelndes Kind und lassen Sie Ihrem Unmut freien Lauf. Ein Problem, über das man reden kann, wird dadurch zwar nicht sofort gelöst. Aber man kann Ballast abwerfen, hört aus der Distanz eine neutrale Beurteilung, vielleicht auch positive Ermutigungen und kann so die Situation relativieren.

Wenn Sie sich niemandem aus Ihrem nahen Umfeld anvertrauen können oder möchten, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder der Mütter- und Väterberaterin über Ihre momentane Gefühlslage.

Häufige Fragen zum Thema

Das lässt sich pauschal nicht so einfach sagen, denn die Brust ist kein Reservoir für Milch, sondern eine Produktionsstätte. Schon kurze Zeit nach dem letzten Anlegen (z. B. schon nach 15 Minuten) könnten Sie erneut anlegen und es würde auch wieder recht viel produziert. Deshalb können...

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Seitdem im Jahr 2000 die Stillberatung als Leistung der Krankenkassen gesetzlich verankert wurde, wird das Stillgeld nicht mehr automatisch an alle stillenden Mütter ausbezahlt.

Einige besonders stillfreundliche Krankenversicherer entrichten aber auch weiterhin ein Stillgeld auf freiwilliger Basis...

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Gegen einige Krankheiten wird das Baby bereits im Mutterleib „geimpft“: Es enthält über das Blut der Mutter Abwehrstoffe, die es nach der Geburt noch mehrere Monate vor bestimmten Infektionen - hauptsächlich den "klassischen" Kinderkrankheiten - schützen. Voraussetzung: Die Mutter hat die jeweilige...

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Newsticker

Schluckauf bei Babys | 04.12.2019

Vor und nach der Geburt werden Babys häufig von Schluckauf geplagt, Frühgeborene sogar durchschnittlich 15 Minuten am Tag. Für Neugeborene hat das möglicherweise eine wichtige Funktion: Schluckauf löst – so eine neue Studie an 13 Neugeborenen - eine Welle von Gehirnsignalen aus, die dem Baby dabei helfen könnten, die Atemregulierung zu erlernen. Messungen der Gehirnaktivität zeigten, dass die Kontraktionen des Zwerchfellmuskels bei Schluckauf eine ausgeprägte Reaktion in der Hirnrinde hervorrufen. Die Forscher nehmen an, dass das Gehirn eines neugeborenen Babys so das Geräusch vom Schluckauf mit dem Gefühl der Muskelkontraktion des Zwerchfells verbinden kann. „Das Baby lernt, wie man die Atemmuskulatur überwacht, so dass die Atmung schliesslich gesteuert werden kann, indem das Zwerchfell bewusst auf und ab bewegt wird. Der Aufbau solcher Netzwerke ist ein entscheidender Meilenstein für die Entwicklung von Neugeborenen."

Mamis Mimik | 19.09.2016

Babys sind während der ersten Monate höchst interessiert am Gesichtsausdruck, den Geräuschen und Handbewegungen ihres Gegenübers, aber  können diese nicht imitieren. Australische Forscher beobachteten die Reaktionen von 106 Babys im Alter von ein bis neun Wochen auf Mimik und Gestik. Das Ergebnis: Die Babys waren mehr oder weniger interessiert, aber sie imitierten nicht. Nachahmung sei demnach kein angeborenes, sondern ein in den ersten Lebensmonaten erlerntes Verhalten. Die Eltern imitieren die Mimik und Gestik ihrer Kleinen. Und Babys wiederum lernen so, eigene Ausdrücke mit denen anderer zu verlinken, jedoch erst frühestens im Alter von sechs  Monaten.

Letzte Aktualisierung : 05-12-20, BH

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