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Stillen | Baby
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Das Abpumpen von Muttermilch

Wenn Sie noch nie ein Baby gestillt haben, ist der Gedanke, eine Milchpumpe zu benützen, erst einmal ziemlich befremdlich. Später aber werden Sie feststellen, dass das Gerät in vielen Situationen äusserst nützlich ist. Kaufen müssen Sie im Voraus jedoch noch nichts, denn erst wenn Sie stillen, wird sich zeigen, welche Art von Pumpe für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist und ob Sie besser ein Gerät mieten oder kaufen.

In welchen Situationen braucht man eine Milchpumpe?

Viele Frauen schliessen bereits auf der Wöchnerinnenstation Bekanntschaft mit der Milchpumpe, andere benötigen sie erst, wenn der Berufsalltag wieder beginnt. In folgenden Situationen leistet eine Milchpumpe gute Dienste:

Ernährung von Frühgeborenen

Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, profitieren ganz besonders von den wertvollen Inhaltsstoffen der Muttermilch. Zudem helfen die darin enthaltenen Abwehrstoffe beim Aufbau des Immunsystems. Sehr früh geborene Babys haben jedoch noch nicht die Kraft, um von der Brust zu trinken. In diesem Fall sollten Sie möglichst bald nach der Geburt damit beginnen, Muttermilch abzupumpen, damit Ihr Baby damit gefüttert werden kann und die Milchproduktion in Gang kommt. Dies gelingt jedoch nicht immer auf Anhieb. Manchen Müttern hilft es, wenn sie nach dem "Känguruhen" abpumpen, bei manchen fliesst die Milch besser, wenn sie das Baby beim Pumpen sehen können, wieder anderen reicht es, ein Foto des Babys anzuschauen.

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Die Milchbildung anregen

Der beste Weg, um die Milchbildung anzuregen ist es, das Baby möglichst häufig anzulegen, also etwa alle 1,5 bis 2 Stunden. Wenn das Baby jedoch immer nur kurz trinkt und die Brust folglich nur wenig entleert, kommt die Milchproduktion nur langsam in Gang. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, am Ende jeder Stillmahlzeit abzupumen, um die Milchbildung zu steigern. Je besser die Brust entleert wird, desto stärker wird die Milchbildung angeregt. Dies gelingt am besten, wenn Sie eine elektrische Doppelmilchpumpe verwenden. Massieren Sie dabei die Brust, fliesst die Milch besser.

Zu viel Milch

Falls die Muttermilch schon sehr reichlich flilesst, sollten Sie die Pumpe nur sehr gezielt einsetzen, um zu verhindern, dass die Milchbildung zusätzlich angeregt wird. In manchen Fällen kann aber Abpumpen durchaus angezeigt sein. Ist die Brust so voll, dass das Baby die Brustwarze nur sehr schwer fassen kann oder sich an der vielen Milch verschluckt, können Sie unmittelbar vor der Stillmahlzeit die Vormilch abpumpen. So gelingt das Anlegen besser und das Baby bekommt die fettreichere Hintermilch, die länger sättigt. Auf diese Weise können die Abstände zwischen den Mahlzeiten vergrössert werden, wodurch die Milchbidlung allmählich reduziert wird. Verweigert das Baby die zu volle Brust gänzlich, können Sie die Milch regelmässig abpumpen und mit dem Becher oder dem Fläschchen geben. Wenn Sie bei jedem Pumpen etwas weniger abpumpen, wird die Milchbildung schrittweise gedrosselt.

Bei einer sehr starken Überproduktion wird zuweilen das sogenannte Blockstillen durchgeführt. Diese Methode sollten Sie jedoch nur unter Anleitung einer Stillberaterin oder Hebamme anwenden, da das Risiko besteht, dass es zu einem Milchstau kommt. Beim Blockstillen wird folgendermassen vorgegangen: Zuerst werden beide Brüste mithilfe der Milchpumpe entleert und unmittelbar danach wird das Baby angelegt, damit es möglichst viel kalorienreiche Hintermilch bekommt. Anschliessend wird das Baby während drei Stunden zwar wie gewohnt nach Bedarf gestillt, jedoch stets an der gleichen Brust. Die Brust, an der das Baby nicht trinkt, wird dadurch sehr voll. Ein in der Muttermilch enthaltenes Protein, der sogenannte "Feedback Inhibitor of Lactation (FIL), signalisiert dem Körper, dass genügend Milch vorhanden ist und hemmt die Milchbildung. Lässt sich die Milchmenge dadurch noch nicht reduzieren, werden die Zeiträume, während derer das Baby nur an einer Brust trinkt, schrittweise auf vier, sechs oder acht Stunden erweitert.

Abpumpen bei Milchstau und Brustentzündung

Wenn sich die Milch staut oder es gar zu einer Brustentzündung kommt, kann die Milchpumpe eingesetzt werden, um die Brust zu leeren, nachdem das Baby getrunken hat. Erwärmen Sie die Brust vor dem Stillen / Abpumpen mit einem feucht-warmen Umschlag, um die Milchgänge zu erweitern und den Milchfluss zu fördern. So lassen sich auch Verhärtungen leichter sanft ausmassieren. Im Anschluss hilft ein Quarkumschlag, die Brust zu kühlen. Dadurch ziehen sich die Milchgänge wieder zusammen und die Schmerzen werden gelindert.

Wunde Brustwarzen

Sind die Schmerzen aufgrund wunder Brustwarzen so gross, dass das Anlegen schwierig wird, kann vorübergehendes Abpumpen mit einer elektrischen Milchpumpe Linderung verschaffen. Wichtig ist, dass sich die Pumpe so regulieren lässt, dass das Abpumpen nicht schmerzt. Angefangen wird auf der niedrigsten Stufe, dann kann die Saugstärke allmählich soweit gesteigert werden, wie es für Sie erträglich ist. Pumpen Sie nur so lange ab, wie die Milch fliesst, um die Brustwarzen nicht übermässig zu beanspruchen. Achten Sie unbedingt darauf, dass der Pumpaufsatz die richtige Grösse hat, denn wenn dieser zu gross oder zu klein ist, kann dies die Situation verschlimmern. Hygiene beim Abpumpen ist bei wunden Brustwarzen besonders wichtig, da die feinen Risse eine Entrittspforte für Bakterien sein können.

Flach- und Hohlwarzen

Bereitet das Anlegen Schwierigkeiten, können Sie die Brustwarze mithilfe einer elektrischen Milchpumpe leicht stimulieren und auf die Stillmahlzeit vorbereiten. Lassen Sie sich von der Stillberaterin zeigen, wie dies am besten geht. Auch wenn das Baby in den ersten Tagen nach der Geburt noch nicht gut trinkt, weil das Anlegen sich noch nicht eingespielt hat, kann eine elektrische Doppelmilchpumpe gute Dienste leisten. Mit ihrer Hilfe können Sie die Milchbildung in Gang bringen. Vielfach gelingt das Anlegen besser, wenn die Milch schon reichlich fliesst.

Abpumpen auf Vorrat

Ein Muttermilch-Vorrat kommt Ihnen sehr gelegen, wenn Sie wieder zur Arbeit gehen, wenn Sie Ihr Baby einem Babysitter anvertrauen oder für einige Tage weg sind. Fliesst die Milch ohnehin schon reichlich, ist es meist kein Problem, zusätzliche Milch am Ende einer Stillmahlzeit abzupumpen oder an der einen Brust zu pumpen, während das Baby an der anderen trinkt. Schwieriger ist es, wenn die Milch ohnehin schon knapp ist und Sie nicht riskieren wollen, dass das Baby hungrig bleibt, weil Sie zu viel für den Vorrat abgepumpt haben. Versuchen Sie, pro Tag ein- bis zweimal ca. 50 ml abzupumpen, am besten etwa eine Stunde nachdem das Baby getrunken hat. So sollte bis zur nächsten Mahlzeit wieder ausreichend Milch vorhanden sein und Sie regen die Milchproduktion durch das zusätzliche Pumpen nicht übermässig an. Gut zwei Wochen vor dem beruflichen Wiedereinstieg sollten Sie damit anfangen, Milch auf Vorrat abzupumpen und einzufrieren. Mit der Milch, die Sie während der Arbeit abpumpen, wird der Vorrat danach laufend ergänzt.

Abruptes Abstillen

Manchmal kommt es vor, dass das Abstillen ganz plötzlich geschieht - sei es, weil schwerwiegende gesundheitliche Gründe vorliegen, sei es, weil das Kind sich selber abstillt, beispielsweise, weil ein Geschwisterchen unterwegs ist und der Geschmack der Muttermilch sich verändert hat. Mithilfe der Milchpumpe können Sie in diesem Fall verhindern, dass es zu einem Milchstau kommt. Pumpen Sie jeweils nur so viel ab, dass sich die Brust angenehm anfühlt und keine Milch gestaut wird und vergrössern Sie die Abstände zwischen dem Abpumpen schrittweise, bis die Milchproduktion versiegt.

Wenn die Mutter Medikamente einnehmen muss...

...ist dies in der Regel kein Grund zum Abstillen, denn in sehr vielen Fällen lässt sich eine Therapie finden, die das Weiterstillen erlaubt. Bei manchen Medikamenten kann es jedoch nötig sein, eine Stillpause einzulegen. Versuchen Sie nach Möglichkeit, im Voraus einen Milchvorrat abzupumpen, damit das Baby auch dann Muttermilch bekommt, wenn Sie nicht stillen können. Um die Milchbildung aufrecht zu erhalten, pumpen Sie während der Medikamenteneinnahme regelmässig ab, schütten die gewonnene Milch jedoch weg.

Was tun, wenn beim Abpumpen die Milch nicht gut fliesst?

Mütter machen oft die Erfahrung, dass die Milch beim Abpumpen nicht so reichlich fliesst wie dann, wenn das Baby an der Brust trinkt. Manchmal landet die Milch gar nur tröpfchenweise im Fläschchen. Ist dies bei Ihnen der Fall, probieren Sie es mit diesen Tipps:

  • Versuchen Sie, sich so gut als möglich zu entspannen. Sind Sie gestresst und angespannt, wird der Milchspendereflex gehemmt. Stellen Sie sich eine Tasse mit Ihrem Lieblingstee bereit, schalten Sie beruhigende Musik ein und machen Sie es sich bequem. Bitten Sie nach Möglichkeit jemanden darum, Ihnen den Rücken zu massieren.
  • Massieren Sie die Brust vor dem Abpumpen, um den Milchspendereflex auszulösen. Gerät der Milchfluss ins Stocken, kann es hilfreich sein, beim Pumpen eine Pause einzulegen und noch einmal zu massieren.
  • Wärmen Sie die Brust vor dem Abpumpen mit einem warmen Umschlag vor. Gut geeignet ist ein warmes Traubenkernkissen, ein mit warmem Wasser getränkter Umschlag oder eine erwärmte Warm-Kalt-Kompresse (Hot & Cold Pack). Sorgen Sie dafür, dass Ihnen auch allgemein wohlig warm ist, denn so kann die Milch besser fliessen.
  • Vielfach klappt das Abpumpen besser, wenn das Baby in Ihrer Nähe ist und Sie es sehen können. Trinkt das Baby an der einen Brust, während Sie an der anderen pumpen, fliesst die Milch besonders gut. Manche Babys lassen sich dadurch jedoch zu sehr vom Trinken ablenken. Falls Sie bei der Arbeit abpumpen, kann es hilfreich sein, ein Foto Ihres Babys anzuschauen oder eine Tonaufnahme seiner Stimme abzuspielen, um den Milchspendereflex auszulösen.
  • Wenn Sie eine elektrische Milchpumpe verwenden, beginnen Sie mit einer hohen Saugfrequenz und einer niedrigen Saugstärke, um den Milchspendereflex auszulösen. Sobald die Milch reichlicher zu fliessen beginnt, senken Sie die Saugfrequenz und erhöhen die Saugstärke. So wird das Trinkverhalten des Babys imitiert. Gerät der Milchfluss später wieder ins Stocken, können Sie versuchen, noch einmal gleich vorzugehen, um mehr Milch zu gewinnen.
  • Durch gleichzeitiges Pumpen auf beiden Seiten fliesst die Milch besser und das Abpumpen geht schneller. Mithilfe eines Pump-Bustiers können Sie freihändig abpumpen. So können Sie während des Pumpens eine Brustmassage durchführen.
  • Überprüfen Sie, ob der Pumpaufsatz die richtige Grösse hat. Ist er zu gross oder zu klein, wird die Brust nicht gut entleert.

Die Milchpumpe: Elektrisch oder handbetrieben?

Pumpen Sie nur gelegentlich ab, reicht eine Handpumpe vollauf. Die meisten Modelle sind klein und handlich und daher sehr praktisch, wenn Sie unterwegs sind und nur kleine Mengen abpumpen wollen. Auf Dauer kann es jedoch recht anstrengend sein, die Muttermilch auf diese Weise zu gewinnen. Darum sind Handpumpen weniger geeignet, wenn Sie regelmässig bei der Arbeit abpumpen wollen.

Für diesen Zweck ist eine tragbare elektrische Milchpumpe die beste Wahl. Sie braucht wenig Platz und ermöglicht es Ihnen, die Milch in relativ kurzer Zeit abzupumpen. Am schnellsten geht es, wenn Sie eine Doppelmilchpumpe verwenden.

Wenn sich schon bald nach der Geburt herausstellt, dass Sie regelmässig abpumpen müssen (z. B. um Brustentzündungen vorzubeugen oder um die Milchbildung anzuregen), mieten Sie am besten eine leistungsstarke Doppelmilchpumpe. Vermutlich hatten Sie bereits auf der Wöchnerinnenstation Gelegenheit, den Umgang mit der Milchpumpe unter fachkundiger Anleitung zu lernen. Mietgeräte erhalten Sie in Apotheken, Drogerien sowie im Spital.

Eine hochwertige elektrische Milchpumpe simuliert das Saugverhalten des Babys. Sowohl der Saugrhythmus als auch die Saugstärke sollten stufenlos verstellbar sein, damit Sie die Pumpe so einstellen können, wie es für Sie angenehm ist. Viele Milchpumpen arbeiten mit zwei Phasen - einer Stimulationsphase, die den Milchspendereflex auslöst und einer Entleerungsphase, während derer die Milch abgepumpt wird.

Worauf Sie beim Pumpset achten sollten

Ganz wichtig ist, dass der Pumpaufsatz die richtige Grösse hat. Bei einem zu kleinen Trichter passt die Brustwarze nicht in den Tunnel, sie reibt sich an der Tunnelwand, was zu Schmerzen oder Verletzungen führen kann. Ist der Pumpaufsatz zu gross, wird nicht nur die Brustwarze, sondern auch der Warzenhof in den Tunnel gezogen. Dies kann Schwellungen und Verletzungen verursachen. Ob zu gross oder zu klein - mit dem falschen Pumpaufsatz wird die Brust beim Abpumpen nicht gut entleert. Bei einem gut sitzenden Pumpset füllt die Brustwarze den Tunnel aus, hat aber noch eine gewisse Bewegungsfreiheit. Die passende Grösse können Sie auch ermitteln, indem Sie die Brustwarze (ohne den Warzenhof) mit einem Messband ausmessen. Viele Hersteller geben an, welcher Pumpaufsatz für welche Brustwarzengrösse geeignet ist. Es ist durchaus möglich, dass Sie für jede Brust eine unterschiedliche Grösse benötigen oder dass der Aufsatz, der zu Beginn der Stillzeit noch perfekt war, später nicht mehr passt.

Sehr günstige Milchpumpen haben oft nur ein Standard-Pumpset. Wählen Sie unbedingt eine Pumpe, zu der Aufsätze in unterschiedlichen Grössen erhältlich sind.

Hygiene beim Abpumpen von Muttermilch

Auch wenn es Ihnen zuweilen aufwändig erscheint, achten Sie beim Abpumpen unbedingt auf gute Hygiene, damit die abgepumpte Milch für Ihr Baby unbedenklich ist und länger haltbar bleibt.

  • Reinigen Sie das Pumpset vor dem ersten Gebrauch gründlich mit heissem Wasser und einem gut hautverträglichen Spülmittel. Dieses sollte wenn möglich frei von künstlichen Farb- und Duftstoffen sein. Sie können das Set auch in der Spülmaschine reinigen.
  • Kochen Sie die Auffangbehälter (Glas- oder Plastikflaschen) vor dem Gebrauch aus oder verwenden Sie passende Muttermilchbeutel, in denen Sie die Milch gleich einfrieren können.
  • Waschen Sie vor jedem Abpumpen die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife. Zuweilen wird auch dazu geraten, die Brust vor dem Abpumpen mit klarem Wasser zu waschen. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich.
  • Reinigen Sie nach jedem Abpumpen alle Einzelteile des Pumpsets gründlich mit heissem Wasser und Spülmittel und trocknen Sie alles gut mit einem sauberen Handtuch oder einem saugstarken Haushaltpapier ab. Alternativ können Sie die Einzelteile auch auf einem sauberen Handtuch an der Luft trocknen lassen. Sie können das Set auch im Geschirrspüler reinigen und anschliessend gut trocknen. Falls Sie das Pumpset in einem Behälter verstauen wollen, achten Sie unbedingt darauf, dass es ganz trocken ist. Der Verbindungsschlauch zur Pumpe muss nur gereinigt werden, wenn sich darin Kondenswasser oder Milch angesammelt hat.
  • Desinfizieren Sie alle Teile, die mit der Brust oder mit Milch in Berührung kommen, einmal täglich. Kochen Sie die Teile dazu in einem Topf mit Wasser bedeckt während 5 bis 10 Minuten aus oder verwenden Sie einen Dampfsterilisator.

So bewahren Sie die abgepumpte Muttermilch richtig auf

Je weniger Sie die Milch umgiessen müssen, desto geringer ist die Gefahr, dass sie mit Keimen verunreinigt wird. Idealerweise pumpen Sie daher direkt in die Behälter ab, in denen Sie die Milch aufbewahren werden. Beschriften Sie die Behälter stets mit Datum, damit Sie wissen, welche Milch Sie am schnellsten aufbrauchen sollten.

Falls Sie wissen, dass Ihr Baby die Milch innerhalb der nächsten Stunden trinken wird, muss sie nicht im Kühlschrank gelagert werden. Bei einer Zimmertemperatur von 19 bis 22°C ist Muttermilch während 6 bis 8 Stunden haltbar. Ist es wärmer, verkürzt sich die Haltbarkeit auf ca. 4 Stunden.

Soll das Baby die Milch innerhalb der nächsten Tage trinken, bewahren Sie diese bei maximal 6°C im Kühlschrank auf. Dort bleibt sie während 3 bis 4 Tagen frisch. Ist es im Kühlschrank 4°C oder kälter, verlängert sich die Haltbarkeit auf 5 Tage. Bewahren Sie die Milch am kältesten Ort im Kühlschrank auf, in den meisten Fällen ist dies direkt über dem Gemüsefach. Ungeeignet als Aufbewahrungsort ist die Kühlschranktür, denn dort ist es wegen des häufigen Öffnens zu warm.

Wenn Sie die Milch einfrieren möchten, verwenden Sie am besten speziell für diesen Zweck erhältliche Tiefkühlbeutel. Im Tiefkühlabteil des Kühlschranks ist die Milch 3 Monate lang haltbar, im Tiefkühlgerät bei mindestens -18°C verlängert sich die Haltbarkeit auf 6 bis 9 Monate. Auch im Tiefkühler sollte die Milch nicht in der Nähe der Tür gelagert werden, um ein versehentliches An- oder Auftauen zu vermeiden.

Portionen von 60 bis 120 ml sind ideal, denn einmal aufgetaute Muttermilch sollte nicht wieder eingefroren werden. Füllen Sie die Behälter nur zu ca. 3/4, da sich die Milch beim Einfrieren ausdehnt. Wenn Sie planen, am nächsten Tag aufgetaute Milch zu füttern, tauen Sie diese über Nacht im Kühlschrank auf. Schnelles Auftauen geht am schonendsten in einem 37°C warmen Wasserbad oder unter fliessendem warmem Wasser. Sie können die Milch anschliessend im Schoppenwärmer erwärmen, viele Babys mögen die Milch aber auch, wenn sie erst Zimmertemperatur hat. Die Mikrowelle ist zum Auftauen und Erwärmen von Muttermilch nicht geeignet, da sich die Milch ungleichmässig erwärmt, was zu Verbrennungen führen kann. Ausserdem gehen dabei wertvolle Inhaltsstoffe verloren.

Aufgetaute Muttermilch kann während 24 Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Bei Zimmertemperatur sollte sie innerhalb von 2 Stunden aufgebraucht werden.

Arbeiten und Abpumpen

Die Rückkehr ins Berufsleben muss nicht bedeuten, dass Sie abstillen. Falls Sie jedoch bis anhin noch nie Muttermilch abgepumpt haben, sollten Sie sich spätestens 2 Wochen vor dem Wiedereinstieg damit vertraut machen. So können Sie auch gleich einen Milchvorrat für die ersten Tage anlegen und Ihr Baby kann lernen, aus der Flasche oder aus dem Becher zu trinken. Oft klappt dies besser, wenn der Papa oder die zukünftige Betreuungsperson das Füttern übernimmt, denn bei der Mama aus dem Fläschchen zu trinken kommt für manche Babys nicht in Frage. 

Bei der Arbeit stehen Ihnen bezahlte Stillpausen zu. Dies gilt auch für das Abpumpen. Um in Ruhe abpumpen zu können, brauchen Sie einen Raum, in dem Sie ungestört sein können. Ihr Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Ihnen einen geeigneten Raum zur Verfügung zu stellen. Besprechen Sie frühzeitig mit Ihren Vorgesetzten, wie sich das Stillen und Abpumpen am besten in Ihren Arbeitsalltag integrieren lässt.

Wird Ihr Baby tagsüber noch regelmässig gestillt, bedeutet dies, dass Sie bei der Arbeit in einem ähnlichen Rhythmus abpumpen, wie es zu Hause trinkt. In diesem Fall besorgen Sie sich am besten eine tragbare elektrische Doppelmilchpumpe, denn mehrmals täglich von Hand abzupumpen, kann sehr anstrengend und zeitaufwändig sein. Müssen Sie nur noch ab und zu abpumpen, um die Brust ein wenig zu entleeren, ist eine Handpumpe jedoch ausreichend. Beschriften Sie die Milchbehälter mit dem Datum und lagern Sie die Milch im Kühlschrank. Dies geht ganz diskret, wenn Sie die Milchportionen in eine kleine Kühltasche geben, die Sie in den Kühlschrank stellen können. Die Kühltasche leistet Ihnen auch gute Dienste, um die Milch gekühlt nach Hause zu transportieren.

Milchpumpe mieten oder kaufen?

Der Kauf einer Milchpumpe, wie sie auf der Wöchnerinnenstation im Einsatz sind, lohnt sich in der Regel nicht, denn diese Geräte sind sehr teuer. Mietgeräte sind in Apotheken, Drogerien und im Spital erhältlich. Wenn Sie eine ärztliche Verordnung haben, ist ein Teil der Mietkosten durch die Grundversicherung der Krankenkasse gedeckt. Für den Kauf einer Handpumpe erstattet die Krankenkasse in diesem Fall einen einmaligen Beitrag von Fr. 30.60. Falls Sie eine Zusatzversicherung haben, werden möglicherweise weitere Kosten übernommen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse.

Ohne ärztliche Verordnung tragen Sie die Kosten für die Milchpumpe selbst. Allerdings sind sowohl tragbare elektrische Pumpen als auch Handpumpen relativ kostengünstig. Die Anschaffung zahlt sich schnell einmal aus, wenn Sie häufig abpumpen und dafür kein Milchpulver für Ihr Baby einkaufen müssen.

Newsticker

Abpumpen lohnt sich | 05.10.2016

Extreme Frühgeborene, die auf einer neonatologischen Intensivstation behandelt werden, können in der Regel nicht von ihren Müttern gestillt werden. Es ist jedoch möglich, die abgepumpte Muttermilch der Säuglingsersatznahrung beizufügen. Dass sich die damit verbundenen Umstände lohnen, zeigt das Ergebnis einer amerikanischen Studie: Frühgeborene, deren Ernährung in den ersten Wochen wenigstens zur Hälfte aus Muttermilch bestand, hatten beim ursprünglich errechneten Geburtstermin ein grösseres Gehirn (untersucht mit Kernspintomographie). Und je länger die Frühgeborenen mit Muttermilch gefüttert wurden, desto besser war ihr Gehirn entwickelt. Die besondere Zusammensetzung der Muttermilch scheint die Entwicklung des Gehirns besser zu fördern als eine Ersatznahrung.

Letzte Aktualisierung : 24-02-20, BH / BF / TV

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