Stillen, Muttermilch abpumpen

Abpumpen von Muttermilch 

Grundsätzlich ist Abpumpen immer dann sinnvoll, wenn Stillen für einige Zeit nicht möglich ist. Das kann kurzfristig der Fall sein bei sehr empfindlichen oder entzündeten Brustwarzen, bei sehr vollen Brüsten oder um die Milchproduktion anzuregen.

Seltener muss abgepumpt werden, wenn Sie krank sind; und wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen müssen, muss die Milch sogar weggeschüttet werden.

Bei Frühgeborenen ist Abpumpen oft sehr wichtig. Entweder wird abgepumpt im Anschluss an das Stillen oder Nuckeln, damit die Brust ganz entleert wird und die Milchproduktion nicht versiegt, oder aber mit der abgepumpten Milch wird das Baby im Brutkasten ernährt.

Auch wenn Sie Termine haben und sich jemand anderes um Ihr Baby kümmern muss, vor allem aber wenn Sie aus irgendwelchen Gründen rasch wieder ins Berufsleben zurück wollen oder müssen, können Sie durch Abpumpen die Milchproduktion aufrechterhalten. Versuchen Sie dann schon in den Wochen vor dem Arbeitsantritt, Milch auf Vorrat abzupumpen und einzufrieren. Diese kann dann von der Betreuungsperson dem Kind mit der Schoppenflasche gegeben werden. In den Stillpausen, die Ihr Arbeitgeber Ihnen aus rechtlichen Gründen zur Verfügung stellen muss, können Sie jeweils die Milch für die folgenden Tage abpumpen, sie muss allerdings gleich kühl aufbewahrt werden.

Gastkommentar

Christina Hurst-Prager: Pumpen oder nicht, das ist die Frage

Tipps zur Aufbewahrung und Informationen zur Haltbarkeit der abgepumpten Brustmilch finden Sie hier. Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich mit dem Wachstum Ihres Kindes, verbrauchen Sie deshalb die eingefrorene Milch so schnell wie möglich und beschriften Sie die Behälter mit dem Datum, damit Sie wissen, wann die Milch abgepumpt wurde.

Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welche Milchpumpe für Sie geeignet ist. Ein Pumpsystem muss nicht bei jeder Frau gleich gut funktionieren. Und: Lassen Sie sich auch gleich zeigen, wie sie funktioniert. Es gibt Handpumpen und elektrische Modelle. Letztere sind besser geeignet für Frauen, die regelmässig und längerdauernd abpumpen müssen, z.B. Mütter von Frühgeborenen. Sie sind teuer, aber können auch in Apotheken gemietet werden. Mit einem Doppelpumpsystem sparen Sie Zeit und regen die Milchproduktion besser an. 

Abpumpen darf nicht schmerzhaft sein! Falls doch, sollten Sie auf Zeichen für einen Milchstau oder eine Brustentzündung achten. Zur Vermeidung einer Entzündung ist peinlichste Hygiene zu beachten, d.h. die Milchpumpe sollte wie die Fläschchen sterilisiert werden. Waschen Sie sich vor dem Abpumpen immer gründlich die Hände.

Wir haben für Sie einige gute Tipps zum leichteren Abpumpen zusammengestellt.


Wissen

Abgepumpte Muttermilch zur selben Tageszeit verfüttern


Newsticker

Abpumpen lohnt sich | 05.10.2016

Extreme Frühgeborene, die auf einer neonatologischen Intensivstation behandelt werden, können in der Regel nicht von ihren Müttern gestillt werden. Es ist jedoch möglich, die abgepumpte Muttermilch der Säuglingsersatznahrung beizufügen. Dass sich die damit verbundenen Umstände lohnen, zeigt das Ergebnis einer amerikanischen Studie: Frühgeborene, deren Ernährung in den ersten Wochen wenigstens zur Hälfte aus Muttermilch bestand, hatten beim ursprünglich errechneten Geburtstermin ein grösseres Gehirn (untersucht mit Kernspintomographie). Und je länger die Frühgeborenen mit Muttermilch gefüttert wurden, desto besser war ihr Gehirn entwickelt. Die besondere Zusammensetzung der Muttermilch scheint die Entwicklung des Gehirns besser zu fördern als eine Ersatznahrung.

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH / BF