|

Probiotika in der Schwangerschaft gegen kindliches Ekzem

Zwischen 5 und 20% aller Kinder in den westlichen Ländern erkranken an einem allergischen Ekzem (Neurodermitis). Bei 60% der Betroffenen tritt das Ekzem innerhalb des ersten Lebensjahrs auf. Weil bei Allergien genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen, haben Kinder von Müttern mit Allergien ebenfalls ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Allergie zu entwickeln.

Finnische Forscher fanden nun heraus, dass Mütter mit Allergien durch die tägliche Einnahme von Probiotika während der letzten Monate der Schwangerschaft und zu Beginn der Stillzeit das Ekzemrisiko ihrer Säuglinge und Kleinkinder deutlich senken können.

241 werdende Mütter nahmen an der Studie der Universität in Turku/Finnland teil und wurden mittels Hauttest (Prick-Test) auf Allergien hin untersucht. Während zwei Monaten vor bis zwei Monate nach der Entbindung bekamen die Schwangeren bzw. frischgebackenen Mütter mit Allergien täglich entweder zwei verschiedene Sorten Probiotika (auf Basis von Lacto- oder Bifidobakterien) oder ein Placebo. Die positiven Eigenschaften von probiotischen Nahrungsmittelergänzungen, die gefriergetrocknete „gute“ Bakterien enthalten, sind bekannt. Zum Beispiel können sie nach der Benutzung von Antibiotika die zerstörte Darmflora wiederherstellen.

Die Kinder wurden nach ihrer Geburt während zwei Jahren weiter beobachtet. Im Alter von 6, 12 und 24 Monaten wurden auch sie einem Allergie-Hauttest unterzogen. 205 Kinder konnten abschliessend beurteilt werden. In beiden Probiotika-Gruppen haben die Kinder deutlich seltener ein atopisches oder allergisches Ekzem entwickelt als in der Placebogruppe. Auf das allgemeine Allergierisiko und die Entwicklung von Bronchial-Asthma hingegen hatten Probiotika keine Wirkung. Nebenwirkungen durch die Einnahme der Probiotika wurden von den Forschern nicht festgestellt.

Quelle: Rautava, S. et al.: J Allergy Clin Immunol. 130, 6, S. 1355-1360, 2012

Stand: 2/13, BH